WeinLetter #14: Eva Lanzerath, Deutsche Weinkönigin 

Liebe Wein-Freund*innen,

Ihr lest den 14. WeinLetter +++ Heute: Eva Lanzerath - die amtierende Deutsche Weinkönigin. Statt in Hongkong oder London für deutsche Weine zu werben, hat Corona ihre Amtszeit auf das Digitale reduziert. Vor sechs Wochen zerstörte eine Naturkatastrophe das Ahrtal. Eva Lanzerath stammt aus Walporzheim an der Ahr. Ich habe sie interviewt. Wie geht man mit solchen Krisen um, wo man sich doch auf seine Amtszeit gefreut hat?  +++ Das Thema hat noch einen anderen Grund: Ich wurde vom Deutschen Weininstitut in die Jury zur Wahl der Deutschen Weinkönigin am 24. September berufen. Gleich mehr dazu. +++ In der Rubrik "Ins Glas geschaut" stellt der Berliner Weinhändler und Naturwein-Experte Andrej Marko den "Bergwerk" des Österreichers Georg Schmelzer vor - es ist ein Naturerlebnis! +++ Empfehlt (und shared) den WeinLetter bitte weiter. Unterstützt den WeinLetter und werdet sehr gerne aktives Mitglied! Und vor allem:

Trinkt’s euch schön!

Euer Thilo Knott

"Stück für Stück bauen wir das Ahrtal wieder auf!": Eva Lanzerath, 23, amtierende Deutsche Weinkönigin 2020, angehende Grundschullehrein, aus Walporzheim im Ahrtal. Lieblingsrebsorte: Spätburgunder. FOTO: DWI

"Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen"

Wie wird man Weinkönigin? Eva Lanzerath kennt das Geheimnis: "Hab' Spaß auf der Bühne!" Wie geht man nach der erfolgreichen Wahl aber mit Corona und der Naturkatastophe in der Heimat um? "Es war eine schwierige Situation für mich", sagt die 23-Jährige offen. 

von Thilo Knott

WeinLetter: Frau Lanzerath, am 24. September wird Ihre Nachfolgerin gekürt. Wie wird man Deutsche Weinkönigin?

Eva Lanzerath: Das Wichtigste ist, dass man seine eigene Persönlichkeit beibehält und natürlich bleibt. Es bringt nichts, sich zu verstellen. Du musst so locker wie möglich in diese Wahl reingehen. Du musst dir sagen: Das ist ein einmaliges Erlebnis. Das wirst du nie wiederbekommen. Genieße es! Hab‘ Spaß auf dieser Bühne in Neustadt an der Weinstraße.

Deshalb haben Sie gewonnen?

Oh Gott, ich tue mich jetzt natürlich einfach, Tipps zu geben. Ich hatte selbst total Lampenfieber. Die Aufregung ist da. Ich habe mir aber vor der Wahl gesagt: Ich bin jetzt schon stolz darauf, dass ich mich überhaupt getraut habe, hier auf dieser Bühne zu stehen – auch wenn ich nichts werde. Das hat mir den Druck genommen.

Früher war die Wahl zur Deutschen Weinkönigin ein verkappter Schönheitswettbewerb, bei dem die Kandidatinnen am besten nichts gesagt haben. Und heute?

Ist es ganz anders: Vor dem Finale gibt es zum Beispiel eine Fachbefragung, in der es ausschließlich um unser Weinwissen geht. Alle Bewerberinnen haben eine enge Verbindung zum Weinbau, eine richtige Leidenschaft, und eine Menge an Wissen. Das macht uns aus. Alle Frauen, die hier antreten, sind Expertinnen für deutschen Wein. Ob auf Deutsch oder auf Englisch. Klar, im Finale geht es auch um ein lockeres, charmantes Auftreten. Aber das ist längst nicht mehr alles.

"Hab' Spaß auf dieser Bühne!" Eva Lanzerath setzt sich vor gut einem Jahr die Krone auf. Sie musste es wegen der Corona-Regeln selbst tun FOTO: DWI

Sie sind Expertin, die sich jetzt ein Jahr lang mit den Trends im Weinbau beschäftigt hat. Was ist die spannendste Entwicklung?

Die großen Weiterentwicklungen im deutschen Weinbau haben fast alle mit dem Klimawandel zu tun. Viele Winzer*innen probieren sich aus, sie pflanzen neue Rebsorten, die so genannten PiWis.

Pilzresistente Rebsorten, die mit den Folgen des Klimawandels besser umgehen als andere.

Immer mehr Weinerzeuger*innen setzen auf biologischen Anbau. Gefühlt jeder dritte Betrieb, bei dem ich war, stellt seine Weinproduktion auf biologischen Anbau um. Das ist wirklich die positivste und nachhaltigste Entwicklung. Jeder spürt die Auswirkungen des Klimawandels, also muss ich mich darauf einstellen, wenn ich meinen Betrieb zukunftsfähig aufstellen will. Die Corona-Pandemie hat das, so zynisch das klingen mag, sogar verstärkt. Es wird biologischer, naturnaher, auch regionaler erzeugt und konsumiert. Die Kund*innen geben auch mehr Geld für höherwertige Weine aus. Es gibt ein Bewusstsein für nachhaltige Qualität.

Ihre Amtszeit war dauerhaft geprägt von der Corona-Pandemie und zum Schluss der Naturkatastrophe im Ahrtal. Sie selbst kommen aus dem Ahrtal. Wie sind Sie damit umgegangen?

Ich muss ganz offen sagen: Für mich war es eine schwierige Situation. Wenn du Weinkönigin wirst, erhoffst du dir viele Begegnungen, große Reisen, um für den deutschen Wein auch international zu werben. Die digitalen Veranstaltungen sind einfach keine Präsenztermine. Die Corona-Pandemie hat mein Jahr schon sehr eingeschränkt.

Vor sechs Wochen brach dann die Naturkatastrophe über das Ahrtal herein. Sie kommen aus Walporzheim, es ist Ihre Heimat.

Klar, das hat dann das ganze Jahr überschattet. Ich bin gerade viel unterwegs, um den deutschen Wein zu repräsentieren. Aber gleichzeitig habe ich ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich gerne in der Heimat wäre, um dort mit anzupacken. Das ist eine Doppelbelastung. Ich kann dem Thema auch nicht entkommen, wenn ich in Baden, Württemberg oder Franken für den deutschen Wein unterwegs bin. Jeder spricht einen darauf an.

"Der Aufbau wird Jahre dauern. Ich bin da jetzt so eine Art Hoffnungsverbreiterin!"

Wie gehen Sie damit um?

Ich versuche es positiv zu sehen. Ich versuche, die Aufmerksamkeit für das Ahrtal weiter hochzuhalten. Es ist zwar erst ein paar Wochen her, aber in den Medien spielen die Schicksale der Menschen keine Rolle mehr. Wir aber brauchen noch Hilfe. Heute, morgen und übermorgen. Der Aufbau wird Jahre dauern. Ich bin da jetzt so eine Art Hoffnungsverbreiterin!

Wenn Sie von Ihrer aktuellen Tour als Deutsche Weinkönigin zurückkommen: Wie sieht es in Walporzheim aus? Was erwartet Sie da?

Wenn ich nach Hause komme, erwartet mich noch immer ein fast komplett zerstörtes Ahrtal. Ich fahre die Straße runter ins Ahrtal – und nichts sieht mehr so aus, wie es mal war. Die Hilfe und Solidarität sind immens. Es wurde schon viel geschafft. Die großen Müllberge, die lange die Bilder geprägt haben, sind mittlerweile verschwunden. Aber viele Häuser sind noch markiert.

Was heißt markiert?

Sie sind nicht mehr zu retten und müssen erst noch abgerissen werden. Das ist noch gar nicht passiert und wird nochmal hart für die Menschen. Und die Infrastruktur macht uns nach wie vor Sorgen. Zum Beispiel die Gasleitungen. Wir werden den Winter hindurch ohne Gas auskommen müssen. Das andere Thema ist Rohstoffe: Wenn wir meine Heimat wieder aufbauen wollen, dann brauchen wir Tausende Baufirmen aus ganz Deutschland, die uns helfen. Insofern ist es schlimm, wenn ich nach Hause komme. Ich sehe aber gleichzeitig Hoffnung. Stück für Stück bauen wir das Ahrtal wieder auf!

Lange war der aktuelle Jahrgang wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in Gefahr. Wie sieht es beim Lesegut aus?

Das meiste Gut haben wir in Sicherheit gebracht. Viele Weinerzeuger*innen helfen sich jetzt gegenseitig, mieten gemeinsam Hallen an, wo sie den Wein ausbauen können. Es sieht so aus, dass wir den Jahrgang gut in den Keller bekommen.

"Es gibt ja auch genügend Männer": Weinkönigin Eva Lanzerath (Ahr, m.) mit den Weinprinzessinnen Anna-Maria Löffler (Pfalz, l.) und Eva Müller (Rheinhessen) FOTO: DWI

Nach Ihrer Amtszeit machen Sie den Bachelor weiter als Grundschullehrerin. Werden Sie dem Wein verbunden bleiben?

Genau, ab Oktober studiere ich wieder. Aber ich schaue auch, wo ich im Weinberg gebraucht werde. Meine Großeltern waren Nebenerwerbswinzer, mein Onkel führt den Betrieb weiter. Ich arbeite hier mit und bewirtschafte schon meine eigenen Weinberge. Die Leidenschaft wird also ihren Platz haben.

Wann wird der erste Mann Deutsche Weinkönigin?

Von mir aus am besten schon dieses Jahr.

Es sind diesmal elf Frauen am Start.

Ich finde beides schön: eine Weinkönigin und einen Weinkönig. Es gibt ja auch genügend junge Männer, die mit ihrem Fachwissen den Wein sehr gut vertreten können. Das wird in den nächsten Jahren kommen. Da bin ich mir sicher.

Lesen Sie zur Ahr-Naturkatastrophe auch das WeinLetter-Interview von Manfred Kriener mit dem ersten Ahrtal-Bio-Winzer Christoph Bäcker!

Die elf Kandidatinnen für die Wahl zur Deutschen Weinkönigin 2021: Hintere Reihen (v.l.n.r.): Heike Knapp (Hessische Bergstraße), Andrea Böhm (Rheinhessen), Annemarie Triebe (Saale-Unstrut), Saskia Teucke (Pfalz), Marie Jostock (Mosel), Laura Tullius (Nahe). Vordere Reihe (v.l.n.r.): Valerie Gorgus (Rheingau), Henrike Heinicke (Württemberg), Sina Erdrich (Baden), Marie Dillenburger (Mittelrhein), Linda Trarbach (Ahr). FOTO: DWI

Die wichtigsten Fakten zur Wahl der Deutschen Weinkönigin 2021

Der Wettbewerb: Am 24. September wird in Neustadt an der Weinstraße die 73. Deutsche Weinkönigin als Nachfolgerin der Amtsinhaberin Eva Lanzerath aus Walporzheim gewählt. Elf Berwerberinnen treten an. Am 18. September findet zunächst ein Vorentscheid statt. Hier präsentieren die Kandidatinnen vor allem ihr Fachwissen. Die Jury wählt sechs Kandidatnnen aus, die dann knapp eine Woche später das Finale bestreiten. Auch das wird in zwei Etappen ausgetragen. Aus Sechs mach Drei und aus Drei mach Eine. Nach knapp zwei Stunden steht die neue Deutsche Weinkönigin fest.

Die Kandidatinnen: Es gibt 13 Weinanbaugebiete in Deutschland. Jedes schickt eine Gebietsweinkönigin zur Wahl. Die Kandidatinnen dürfen nur einmal antreten. Diesmal sind es nur elf Bewerberinnen: Linda Trarbach (Ahr), Sina Erdrich (Baden), Heike Knapp (Hessische Bergstraße), Marie Dillenburger (Mittelrhein), Marie Jostock (Mosel), Laura Tullius (Nahe), Saskia Teucke (Pfalz), Valerie Gorgus (Rheingau), Andrea Böhm (Rheinhessen), Annemarie Triebe (Saale-Unstrut), Henrike Heinicke (Württemberg).

ARD-Buffet, Landesschau Rheinland-Pfalz, Deutsche Weinkönigin: SWR-Moderator Holger Wienpahl FOTO: SWR/DWI/TORSTEN SILZ

Die Show im TV: Der SWR zeichnet zunächst den Vorentscheid am 18. September auf und sendet ihn am Sonntag, 19. September, von 14:25 bis 16:30 Uhr. Das Finale wird dann am 24. September von 20:15 Uhr an live übertragen. SWR-Moderator Holger Wienpahl wird durch die Show führen.

Die Jury: Dem Wahlkomitee gehören 70 Personen aus Weinwirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien an. Es sind 10 Journalist*innen dabei. Am 2. August erhielt ich Post aus Bodenheim vom Deutschen Weininstitut. In der Betreff-Zeile stand: „Berufung als Mitglied der Jury zur Wahl der Deutschen Weinkönigin 2021/2022.“ Nach nur fünf WeinLetter-Monaten in den Olymp? Ich sagte zu. Ich habe Fachfragen beim DWI eingereicht – Wissensfragen und Meinungsfragen. WeinLetter-Experte Oliver Bach ist ebenfalls vor Ort. Ich werde ausführlich darüber berichten. Versprochen!

Deshalb die Frage an Euch: Was interessiert Euch an dem Wettbewerb? Was sind Themen, die Du spannend findest? Hast Du Fragen, die ich beantworten soll? Schreiben Sie mir bitte an: weinletter@posteo.de

Weingut Schmelzer, "Bergwerk", Cabernet Sauvignon FOTO: THILO KNOTT

Ins Glas geschaut: Andrej Marko testet den unterirdischen "Bergwerk" aus Österreich

In der Rubrik „Ins Glas geschaut“ stellen Weinexperten, Weinliebhaber, Prominente und Weinhändler des Vertrauens ihren Wein der Woche vor. Heute: Berliner Weinhändler Andrej Marko testet Nature-Wein von Georg Schmelzer aus Österreich. Der "Bergwerk" ist eine echte Grenzerfahrung!

von Andrej Marko

Der Wein: Weingut Schmelzer, Bergwerk 2017, Cabernet Sauvignon, Wildwuchs, Qvevre, 13,5 Vol%, Schwefel: 0, Zucker: 1 g/l, Säure: 6,1 g/l, 34 Euro ab Hof.

Der Grund: Ein Weinliebhaber muss kein Georgisch sprechen, aber Qvevri sollte man sich einprägen. So heißt ein in der Erde vergrabenes Tongefäß, in dem Wein gärt und reift. In Georgien wird auf diese Art seit Jahrtausenden Wein gemacht, rot wie weiß. Ein paar Qvevris haben jetzt ihren Weg nach Mitteleuropa gefunden, in die Hände von naturbelassen und biodynamisch arbeitenden Winzerinnen und Winzern. So wie Georg Schmelzer aus dem burgenländischen Gols.

Ich kenne Georg Schmelzer seit einem Messebesuch 2019. Im Juli waren meine Frau Claudia und ich bei ihm in Gols. Besonders macht ihn, auch innerhalb der nicht gerade spärlich besetzten österreichischen Wein-Avantgarde, was er konsequent weglässt: Kupfer und Schwefel im Weinberg sowie Schönung, Filtration und Schwefel im Keller. Er verkörpert die Idee eines Kreislaufs der Natur wie kaum ein zweiter und dafür steht beispielhaft der heute vorgestellte Wein. Sein „Bergwerk“, 100 Prozent Cabernet Sauvignon, könnte man einen Wein der kurzen Wege nennen. Denn Georg ließ die Qvevri direkt im Weinberg vergraben.

Georg Schmelzer auf der Weide: Hinten im Bild stehen die etwas scheuen "Triebaumer Schafe" . Sie sind benannt nach dem Winzer Ernst Triebaumer, der sie für die Bestellung des Weinbergs züchtete. Sie sind kleiner als normale Schafe. Sie haben eine ideale Größe, um im Weinberg das Unkraut und die unteren, nutzlosen Austriebe der Rebstöcke zu vertilgen. An die Beeren kommen sie nicht ran FOTO: ANDREJ MARKO

Ab hier passiert alles in Handarbeit: Die gelesenen Trauben kommen in einen großen Bottich, Tochter Julia steigt hinein (womit aus Handarbeit eine Fußarbeit wird) und anschließend rutschen die gestampften Trauben in die Qvevri. Deckel zu und Sand obendrauf. Den Rest besorgt die Natur: die Gärung setzt spontan ein und verrichtet unter Tage ihre Arbeit für ein knappes Jahr. Denn dann steht schon die neue Ernte vor der Tür. Also wird der Wein mit Muskelkraft ausgeschöpft und im Weingut in eine von 897 Flaschen gebracht. Passenderweise bestehen die aus Ton.

Tief purpurrot ergießt sich der Wein ins Glas. Die erste Nase: Riecht staubig, erdig, dann nach Marzipan und einem Hauch Nougat. Am Gaumen ein stoffiger, kompakter Eindruck. Tannine zerren etwas ungestüm an den Sensoren. Werden sie sich mit etwas Luft abmildern? Die geöffnete Flasche wandert zurück in den Temperierschrank.

Zweiter Anlauf am Tag drauf. Ich rieche: Schwarzkirsche drängelt sich vor, dazu gesellt sich Cassis. So langsam gibt sich die Rebsorte zu erkennen. Am Gaumen dann die Überraschung: die Tannine sind auf dem Rückzug, dafür schiebt sich die Säure in den Vordergrund. Für alle Zahlenmenschen: mehr als 6 Gramm pro Liter Säure sind für einen Rotwein schon recht sportlich. Der Wein bleibt fordernd. Zu keiner Zeit schmeckt er fruchtig, weich oder rund. Kräftig ist er, im Sinne von kraftvoll, eher druckvoll, aber nicht füllig. Er verbreitet eine kühle Strenge. Oder strenge Kühle? Röstaromen wollen ihn begleiten, Steak vom Grill oder Aubergine aus dem Schmortopf.

Andrej Marko (r.) trifft Georg Schmelzer in der Probierstube in Gols FOTO: CLAUDIA MARKO

Zwei Fragen bleiben:

1. Hätte man ihn noch fünf Jahre im Keller lassen können? Mit Sicherheit!

2. Wie macht sich nun genau die Qvevri sensorisch bemerkbar? Zunächst ist es das, was nicht da ist („fehlt" wäre der falsche Begriff): Vanille, Zedernholz, Tabak, Zigarrenkiste. Was vor allem bleibt, ist dieser erdige Eindruck, der einen mit etwas Fantasie auf die Reise mitnimmt zum Golser Goldberg, in zwei Meter Tiefe, wo alles begann.

So sieht Georg Schmelzer seinen Wein selbst: „Das Bergwerk zeigt uns, dass alleine die Elemente der Natur, die Jahreszeiten, der Weinberg und die wild wachsenden Reben ein wunderbares Produkt hervorbringen können. Es ist immer spannend, welcher Wein nach einem Wachstumsjahr und einem Jahr in der Qvevri entstanden ist." Spannend? Auf jeden Fall! Und ungewohnt anders. Jedenfalls für alle, die kein Georgisch sprechen.

Andrej Marko, 47, war jahrzehntelang Kaufmann bei der Berliner Pharmasparte des Bayer-Konzerns. Er schüttelte den Kopf, als die Leverkusener den umstrittenen US-Konzern Monsanto übernahmen. "Wie kommen wir da raus und was machen wir danach?", grübelte er mit seiner Frau Claudia, ebenfalls bei Bayer tätig. Sie machten ihre Leidenschaft zum Geschäft in Berlin: Weine von kleinen, ökologisch arbeitenden Erzeuger*innen. Schwerpunkt: Deutschland und Österreich. Warum heißt der Laden www.weinmoral.berlin? Andrej Marko sagt: "Kann die Menschheit vollständig ökologisch ernährt werden? Fangen wir doch mal bei einem Genussmittel an: Moral beginnt mit Wein." FOTO: FOTO HOLLIN

Bisher in der Rubrik "Ins Glas geschaut" erschienen: +++ Grüner Ex-Umweltminister Franz Untersteller testet die Cuvée "Herbst im Park" vom Weingut Grad Adelmann +++ WeinLetter-Experte Oliver Bach testet Refosk des Weinguts Santomas aus Istrien +++ WeinLetter-Publisher Thilo Knott testet drei Teroldego von Foradori, Zeni und Endrizzi: Granato, Ternet und Gran Masetto +++ Franz Untersteller stellt den Lieblings-Roten von Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor +++ Bassermann-Jordan-Chef Ulrich Mell testet Scheurebe vom Stefanie Weegmüller +++ Franz Untersteller testet Silvaner von der Schwäbischen Alb +++ Berliner LOK6-Chefin Julia Heifer testet Muscat-Naturwein aus dem Elsass +++ Pfälzer Donald-Trump-Satiriker Alexis Bug testet Riesling Auslese R von Koehler-Ruprecht +++ taz-Chefreporter Peter Unfried testet den "Mythos" der Pfälzerin Adriane Moll +++ MSL-Chairman Axel Wallrabenstein über Spätburgunder von Ex-DFB-Präsident Fritz Keller +++ Geisenheimer Oliver Bach über Riesling von Clemens Busch +++

Kommentare sind nur für Mitglieder zugänglich. Nimm an der Diskussion teil …