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Ins Glas geschaut: Oliver Bach testet Refosk aus Istrien - Hammer!

König der dunklen Weine: Refosk des Weinguts Santomas. Er steht in einer hervorragenden Reihe mit dem Cabernet Sauvignon und dem Malvazija. Das Preis-Genuss-Verhältnis ist bei 11 Euro sehr, sehr gut FOTO: THILO KNOTT

In der Rubrik „Ins Glas geschaut“ stellen Weinexperten, Weinliebhaber, Prominente ihren Wein der Woche vor. Heute: das Weingut Santomas in Istrien, Slowenien und sein Refosk.

von Oliver Bach

Der Wein: Weingut Santomas, Refosk, 2019, 14% vol, Slovenska Istra, Vrhunsko suho rdece Vino ZGP, 11 Euro ab Hof.

Der Grund: Diese Woche ist mein Glas mit dem „König der dunklen Weine“ in Slowenien gefüllt – dem Refosk! In Italien kennt man ihn als Terrano.

Luftaufnahme des Weinguts Santomas in Smarje, Istrien FOTO: WEINGUT SANTOMAS

Dieser trockene Rotwein stammt vom Weingut Santomas, das über Smarje thront. Der Ort befindet sich in der Weinbauregion Primorska („am Meer“) in der Nähe von Koper und Piran, im warmen, trockenen Adria-Küstengebiet Slovenska Istra. Also Istrien, in Slowenien. Der Weinbau hier ist stark beeinflusst durch die „Bora“, dem orkanartigen, kalten Nordwind.

Slowenien mit seinen zirka 2 Millionen Einwohnern ist von der niederländischen Stiftung Green Destination als „Grünes Reiseziel“ zertifiziert worden und eignet sich ob seiner immensen Vielfältigkeit, herrlichen Landschaften und tollen Natur auch hervorragend als Wein-Kurzurlaubsziel. Ich habe es selbst getestet: die Landschaft wie den Wein. Der liebenswürdige, ja betörende Geschmack dieses Weines ist Spiegelbild der freundlichen Haltung gegenüber der Umwelt! Und er verliert nichts, als ich ihn nochmal in Bruchsal getrunken habe. Von wegen Urlaubswein!

Ludvik Glavina ist der Patron des Weinguts Santomas FOTO: JAKA IVANCIC

Die Macher von Santomas sind Ludvik N. Glavina und seine Tochter Tamara, die seit 2006 das Zepter schwingt. Sie hat Biologie studiert und kennt sich mit Pflanzen und Hefen bestens aus.

Das Weingut bewirtschaftet zirka 25 Hektar (80.000 Flaschen pro Jahr). Die Weinberge bestehen aus Sand- und Mergelböden. Diese bescheren den Weinen, dem Refosk, aber auch dem Malvazija und dem Cabernet Sauvignon (alle bei 11 Euro ab Hof), einen ganz angenehmen, vegetativ-duftigen Geruch. Also einen „pflanzlichen“ Geruch: nach frischem Gras, grünen Bohnen, Heu oder auch schwarzen Oliven.

Die Böden verleihen dem Wein zusätzlich eine gute, starke Säure, was die Frische ausmacht. So hat auch dieser Refosk eine für einen Rotwein schöne, ausgeprägte Säure, was ihn zum idealen Essensbegleiter bei „tomatigen“ Speisen macht. In dieser Charakteristik ähnelt er dem Barbera aus dem Piemont. Die Trinktemperatur ist deshalb bei 14 – 16° C optimal. Also trink diesen Rotwein einfach etwas kühler.

Dieser Spitzenwein, dieser „Vrhunsko Vino“ gärt in slawonischer Eiche, ist im Edelstahltank ausgebaut. Er erinnert im Geruch und Geschmack an Sauerkirschen, im Ansatz an etwas Teer (Ausprobieren! Nicht davonlaufen!), an dunkle Beeren und eben diese fulminanten, vegetativen Noten. Viel Spaß beim Probieren!

Oliver Bach, 49, hat in Geisenheim Internationale Weinwirtschaft studiert, für Weingüter und Weinhändler weltweit gearbeitet und leitet jetzt die Flüchtlingsunterkunft in Hambrücken. Im WeinLetter teilt er seine Expertise FOTO: SARAH SZUBERT

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