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Juni-Recap: Book-Launch, Bestseller & Beauty in Long Summer Days

Der Juni soll bitte niemals enden, denn er war mit Abstand der bisher beste Monat des Jahres (und wahrscheinlich auch des vergangenen Jahres lol). Während “Potenziell furchtbare Tage” erschien, stellten sich bei mir … potenziell großartige Tage ein. Fast so, als ob der Titel dieses Buches mir in seltsamer Weise angehaftet wäre. Als ob ich mit diesem schwierigen Buch auch eine schwierige Ära und schwierige Beziehungen hinter mir gelassen hätte.

Als ich „Potenziell furchtbare Tage“ (Öffnet in neuem Fenster) schrieb, wusste ich manchmal nicht, wie ich ohne Medis durch den Tag kommen sollte. Jetzt, wo das Ding als Produkt verpackt in den Regalen steht, habe ich mich geistig komplett vom Inhalt entkoppelt; fast so, als ob ich nichts mehr damit zu tun hätte, als ob ich eine neue Person geworden wäre. Eine zufriedenere, glücklichere, entspanntere Version meiner Selbst. So ist das manchmal mit dem Schreiben, man überholt sich selbst beim Prozess.

Der Juni bestand jedenfalls aus Wochenenden an der Krummen Lanke mit meinen besten Freunden und den Hunden, Brunch-Dates, neuen #darktenniscore Klamotten, tagsüber meine neuentdeckte Queerness im Berghain zelebrieren, vielen verknutschten Momenten in meiner und seiner Wohnung und dazwischen: einer ausverkauften Premiere in Berlin mit Anne Dittmann – und, wer hätte das gedacht, mein erster Bestseller-Posten.

HOW COME?

Ich stehe kurz vor der Wien-Premiere beim Thalia Landstraße im unteren Geschoß und suche mein Buch, als Dominique auf die Spate „Sachbuch“ zeigt. Da lehnt es, auf Platz 4. Darüber prangt in großen Worten der Schriftzug BESTSELLER. Ich verstehe erstmal nicht, was es bedeutet, dass mein Buch da steht.

Warum ist mein Buch in einer Reihe mit Stefanie Stahl und Robert Menasse aufgereiht? „Das muss 1 Fehler sein“, denke ich mir. „Das hat da jemand zu den Bestsellern hingestellt, weil ich heute Präsentation habe.“

Ich gehe zum Schalter und frage die Buchhändlerinnen, ob mein Buch wirklich in der Kategorie „Sachbuch“ Bestseller bei Thalia ist. Die Frau schaut im System extra nochmal nach, ja, das scheint zu stimmen, das sind die offiziellen Daten von Thalia, das ist nicht nur in diesem Laden so.

„Okay“, denke ich mir. „Scheint ja nicht so schlecht zu laufen mit dem Buch.“ Alles andere muss ich erst verarbeiten.  

Am nächsten Morgen sendet mir eine Followerin auf Instagram ein Foto vom Thalia auf der Mariahilferstaße – ja, auch da steht das Buch bei den Bestsellern gelistet. Schließlich handelt es sich ja um die offiziellen Thalia-Zahlen. Total verrückt. Ich fühle mich wie die Gewinner bei GNTM, die in dem Moment, wo ihnen der Erfolg endlich zukommt, nicht realisieren, was überhaupt passiert.

Dieses Gefühl hatte ich ehrlich gesagt noch nie.

Aber diesen Erfolg hatte ich bisher auch noch nie. Selbst Menschen, die mich und meine Persönlichkeit auf Amazon verreißen, geben dem Buch 3 von 5 Sternen und sagen: Diese Jankovska, sie kann schreiben. Not that I care what they say, aber you get the point. Wenn selbst die Hater 3/5 Sternen geben, hat man irgendetwas richtig gemacht. Ich stehe zu 100 % hinter diesem Buch und hoffe, dass es noch viele, viele Jahre zwischen Lohnarbeitsabhängigen, psychisch kranken Personen und Menstruierenden weitergereicht wird, quasi als eine neue Art von Anti-Work-Bibel.

Ich werde übermütig, und schreibe: „I need a manager“ in die Telegram-Gruppe (Öffnet in neuem Fenster), aber das Ding ist: es ist wahr. Ich bin inzwischen wirklich überfordert damit, Berlin jeden Monat mindestens 1 x Mal aus beruflichen Gründen zu verlassen, und das ist noch nicht mal viel. I am not REALLY famous; I am max. somewhat established. Das ist erst der Anfang – Anfang 2026 kommt mein Roman.

Und doch muss ich meine Reisen planen, buchen und überlegen, wann ich wen wo treffe. Meine Homebase hat sich zwar wieder auf Berlin verkleinert, aber durch die Veranstaltungseinladungen hat sich mein Reise-Horizont innerhalb der DACH-Region deutlich vergrößert. Außerdem hätte ich gerne jemanden, mit dem ich den ganzen Shit, der mir als Autorin widerfährt, auf strategische Weise bespreche. Ja, jemanden, dessen Beruf es ist, sich um meine Karriere zu kümmern, zu schauen, wo es noch Sinn macht, mehr zu investieren, vielleicht bisschen Geld auf Insta-Werbe-Aktionen zu legen, solche Dinge.

Irgendwer Bock da drauf?

DON’T GET ME WRONG

Es ist ein wahnsinniges Privileg, dass das alles so gut läuft. Und es ist auch kein Zufall, dass es jetzt so gekommen ist. Ich schreibe ins Internet, seit es Beepworld gibt. Ich bin 2018 aus dem Journalismus ausgestiegen, um etwas anderes zu machen. Und dieses „andere“ ist jetzt – sechs Jahre später – endlich da.

Ich merke selbst jeden Tag, wie ernst ich mein Dasein als Autorin nehme. Akribisch versuche ich, neue Formen des Video-Marketings auszuprobieren, um auch mal etwas anderes zu tun als das Buch in die Kamera zu halten. #sobasic

Dafür treffe ich mich mit J. in Kreuzberg, der kurze Slo-Mo-Shots von mir dreht, über die ich zuhause im Editor eingesprochene Passagen meiner Texte lege, um das Ganze in gut konsumierbare Häppchen zu packen.

Ich möchte als Autorin vor die Kamera, und ich merke, dass sich mein Anspruch erhöht, je mehr Zeit ins Land zieht. In „working on my aesthetics as a writer“ (Öffnet in neuem Fenster) schreibe ich auf dem Blog mehr zu diesem Thema.

Ich bin bereits jetzt über „Potenziell furchtbare Tage“ hinausgewachsen, aber genau dieses Geschenk sollte einem ein Buch letztlich auch machen. Jedes fertige Buch bietet Autoren im besten Falle auch eine neue Möglichkeit, beim nächsten Buch noch besser zu schreiben, und den eigenen künstlerischen Ausdruck mit jedem Werk zu erweitern und zu verfeinern.

Jetzt steht mir erstmal ein lese- und schreibfreier Sommer bis Ende August bevor. Ich werde noch ein Sheet erstellen, wo alle meine anstehenden Termine gelistet sein werden, damit ihr genauso wie ich nicht den Überblick verliert. Und dazwischen natürlich aus dem Süden Europas posten. Wo genau es hingeht, werdet ihr auf Instagram sehen.

Was den Herbst angeht: Besonders freue ich mich auf die Lesung in der Hauptbibliothek am 12. September in Wien. Das ist nicht nur eine große Ehre, ich darf auch wieder meine Freundin und Podcast-Partnerin Iris Böhm als Moderatorin dabei haben. Mit seinen Freundinnen on stage zu sein, ich sag’s euch Kinder, es ist ein ganz eigenes Feel. Eines von tiefer Verbundenheit, von „Wir haben schon vorher gemeinsam gequatscht, jetzt machen wir das erst recht!“.

 Auf weitere, potenziell großartige Tage!
Kauft mein Buch gerne bei Thalia (Öffnet in neuem Fenster) oder direkt beim Haymon-Verlag (Öffnet in neuem Fenster) oder schaut mal im Merch-Store dabei. Es gibt neue #TrustHisEx Beutel (Öffnet in neuem Fenster) und Tassen. 

Eure

 

Bianca Jankovska

 

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