Skip to main content

WeinLetter #98: Eva Frickes luxuriöse Eltville Collection aus der von Eltz Connection

Liebe Weinfreund:in,

Du liest den WeinLetter #98. Heute gibt’s: Eva Fricke und das eigentlich aufgegebene Weingut Schloss von Eltz - und wie sie es jetzt wiederbelebt. Da stand diese Flasche mit dem Etikett, das es gar nicht mehr geben darf. Auf dem Probiertisch des Wine Damager, dem Wein Store in der Brunnenstraße in Berlin-Mitte. Philipp Bohn hatte die Flasche mitgebracht - Wine Damager Tony D. und ich durften mitverkosten. Als er an diese Familien-Flasche des Weinguts von Eltz kam, war das der Anfang einer Geschichte im WeinLetter #27 über die Partnerschaft von Eva Fricke mit dem Rheingauer Legenden-Weingut von Eltz, das es seit 1976 gar nicht mehr gibt (Opens in a new window). Sie hat für die Familien 1.300 Flaschen Riesling gemacht.

Das war’s? Eva Fricke, eine der Top-Riesling-Produzent:innen Deutschlands, macht Familienweine? Nein.

Der WeinLetter blieb dran - also wieder Autor Philipp Bohn. Und siehe da: Diese Fricke-Eltz-Connection hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Eva Fricke bringt jetzt die Eltville Collection heraus, ein Luxus-Riesling-Sortiment unter ihrem Namen. Mit Trauben aus dem Weinberg im Familienbesitz von Eltz. Und hier ist die Story dazu. Viel Spaß! Und jetzt empfehlt (und shared) diesen WeinLetter bitte. Unterstützt den WeinLetter gerne auch finanziell und werdet aktives Mitglied!

Und gerade jetzt: Trinkt friedlich!

Euer Thilo

“Die wertvolle Genetik und den historischen Geschmack von Rebsorten bewahren“: Eva Fricke, geboren im Oldenburger Land, führt ein 18 Hektar großes Weingut in Eltville im Rheingau FOTO: MORITZ BASSLER

Eltville Collection: Wie Eva Fricke der Domaine Schloss Eltz ein zweites Leben schenkt

von Philipp Bohn

Das berühmte Rheingauer Weingut Schloss Eltz gibt es seit 1976 nicht mehr. Eigentlich. Oder etwa doch? Der WeinLetter hatte 2022 überraschenderweise eine Riesling Spätlese aus dem Jahr 2019 in die Hände bekommen und verkostet. Gemäß Etikett: Gräflich Eltz’sche Verwaltung Eltville, 2019er Eltville Langenstück, Riesling Spätlese trocken.

Denn Karl Graf zu Eltz besitzt tatsächlich noch eine Zwei-Hektar-Fläche der Eltviller Lage Langenstück. Nachbarin ist die Topwinzerin Eva Fricke, die das Stück seit 2019 pachtet.

Eva Fricke hatte eine Zeit lang nur für die Familie einige hundert Flaschen pro Jahr produziert. Jetzt macht sie mit der „Eltville Collection“ unter neuem Label weiter. Die hochwertigen Weine verbinden historische Substanz mit moderner Anbaumethodik. Eva Fricke sagt über ihre Motivation: „Wir leben in äußerst schnelllebigen Zeiten. Für uns ist die Eltville Collection ein Kulturerbe-Projekt.“

Die historische Lage Eltviller Langenstück ist die Grundlage der Eltville Collection-Weine von Eva Fricke FOTO: MARKUS BASSLER

Die historische Lage Langenstück in Eltville

Die Trauben der Eltville Collection stammen aus der historischen Lage Langenstück (Opens in a new window), dem letzten Weinberg der ehemaligen Domaine Schloss Eltz. Die Lage befindet sich zunächst unter dem historischen Namen Mönchhanach seit 1629 im Eltzer Besitz. Eva Fricke sagt dem WeinLetter: „Dieser Weinberg wurde nie flurbereinigt und besteht noch aus ursprünglichem Rheingauer Flussbettboden. Er ist mit alten Rheingauer Klonen aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren bepflanzt. Fehlstöcke haben wir mit unserer eigenen Selection Massale mit Stecklingen aus der Lorcher Krone und Klonen aus der Zeit um 1900 ersetzt.“

Selection Massale ist eine Methode für die Auswahl von mehreren im Weinberg ausgesuchten Rebstöcken mit für die Vermehrung gewünschten positiven Eigenschaften. Alternativ wird eine „Superrebe“ zur Zucht genetisch identischer Klone verwendet.

Vitiforst: Im Wingert gepflanzte Bäume brechen die Monokultur auf und schützen Reben und Boden auf natürliche Weise FOTO: WEINGUT EVA FRICKE

Die ersten Jahrgänge der Eltville Connection

Auch wenn Eva Fricke die Eltzschen Lagen schon etwas länger bewirtschaftet, bringt sie die Eltville Collection erst jetzt mit den Jahrgängen 2022 und 2023 auf den Markt. „Für die biologische und biodynamische Umstellung wollten wir uns die nötige Zeit nehmen und teilweise fehlende Bepflanzung ergänzen“, sagt Eva Fricke.

Die Winzerin hat zudem in Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim einen besonderen „Vitiforst“ angepflanzt: Im Weinberg stehende Bäume brechen die Monokultur auf und regulieren auf natürliche Weise Temperatur, Sonneneinstrahlung und Bodenfeuchtigkeit.

Das Sortiment von Eva Frickes Eltville Collection von der Magnumflasche “Dry” über die Spätlese (0,75l) bis zur 0,375l Trockenbeerenauslese FOTO: WEINGUT EVA FRICKE

Der Preis für die exklusiven Weine

Die erste Offerte der Eltville Collection ist mit Spätlesen und edelsüßen Rieslingen der Jahrgänge 2022 und 2023 an den Start gegangen. Der Fokus auf süßer Frucht entspricht der Tradition und dem historischen Ruf des Weinguts Schloss Eltz. Verbunden mit Eva Frickes Prinzipien im Weinbau: natürliche Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels, Darstellung von Boden und Lage und absoluter Riesling-Fokus.

Den weltweiten Vertrieb der Eltville Collection hat der britische Importeur Berry Bros. & Rudd übernommen. „Diese Partnerschaft hat uns die nötigen Investitionen in den Weinberg ermöglicht. So konnten wir den richtigen Zeitpunkt für die Präsentation unserer Weine abpassen“, sagt die Winzerin. Nur 300 der produzierten Flaschen werden für den deutschen Markt zurückgehalten.

Der Ausblick: Weinbau ist Kulturerbe

Ein Ausschnitt der seit 1976 auf dem Markt nicht mehr verfügbaren Eltz-Weine ist dank der Zusammenarbeit mit Eva Fricke wieder erlebbar geworden. Durch die inzwischen erfolgte Pacht eines weiteren ehemaligen Eltzschen Weinbergs von anderen Pächtern wird sich die Menge künftig noch erhöhen.

Die Eltville Collection zeigt das Potenzial der historischen Weinbauregion Rheingau, wenn sie ihre stolze Tradition mit moderner Weinkultur verbindet. „Nur durch aktiven Schutz und Pflege dieses Erbes bewahren wir die wertvolle Genetik und den historischen Geschmack von Rebsorten“, sagt Eva Fricke.

WeinLetter #38: Das große Rheingau-Wein-Special (Opens in a new window)

Philipp Bohn (links) leitet das globale Marketing für den Geschäftsbereich “Data & AI” beim Digitalisierungsspezialisten Atos. Er lebt mit Frau und zwei Kindern im Prenzlauer Berg. Seine Weinheimat ist die Pfalz. Für den WeinLetter hat Philipp u. a. über die Pfälzer Weinlage Idig (Opens in a new window), PIWI (Opens in a new window), die Apple-TV-Manga-Serie “Drops of God” (Opens in a new window), die Weingeschäfte von Lieferdiensten wie Flink (Opens in a new window), das Weingut von Karsten Peter (Opens in a new window), die Nachhaltigkeitsstrategie des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) (Opens in a new window) geschrieben.  Auf dem Foto ist er mit Tony D. zu sehen - am Probiertisch seines Wein Stores Wine Damager (Opens in a new window). FOTO: THILO KNOTT

Du willst den WeinLetter und Qualitätsjournalismus auch finanziell unterstützen? Darüber würde ich mich sehr freuen! Dann werde hier zahlendes Mitglied:

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of WeinLetter and start the conversation.
Become a member