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Das ewige Aufschieben (2)

Im ersten Paper habe ich über die verschiedenen Ursachen des Aufschiebens geschrieben und dich auf einen kleinen Ausflug in unsere kleinen grauen Zellen mitgenommen. Was passiert, wenn wir denken: Ach, das mache ich morgen? Vielleicht seid ihr der Wurzel des Aufschiebens-Übels jetzt schon etwas näher gerückt – Zeit, in die Umsetzung zu gehen!

Heute soll es also praktisch werden: Was kann man tun, wenn man immer wieder Aufgaben vor sich herschiebt? Lass mich zu Anfang aber noch einmal kurz auf die Ursachen der Aufschieberei zurückgekommen – manchmal liegt es nämlich tatsächlich nicht nur an dir, dass eine Aufgabe immer wieder ans Ende deiner To Do-Liste wandert. Während wir beim letzten Text vor allem auf dich und dein Innenleben geschaut haben, gucken wir jetzt noch kurz an, inwiefern unser Umfeld und unsere Aufgaben uns zum Prokrastinieren einladen.

Innere und äußere Ursachen: Bei dir selbst ansetzen – oder liegt das Problem woanders?

Siehst du nach dem letzten Paper schon klarer, warum du manche Dinge auf die lange Bank schiebst? Vielleicht bist du einfach ein impulsiver Typ? Ein Perfektionist? Oder du hast dir einfach angewöhnt, alles auf den letzten Drücker zu erledigen, weil du den Zeitdruck „brauchst“?

Prinzipiell ist es immer gut, erst einmal auf sich zu schauen und vor der eigenen Türe zu kehren. Wenn es ums Aufschieben geht, gibt es aber durchaus relevante externe und strukturelle Faktoren, die wir nicht ganz außer Acht lassen dürfen.

  • (1) Manche Aufgaben sind so komplex, dass wir gar nicht wissen, wo wir eigentlich anfangen sollen: Die Komplexität der Aufgabe lähmt uns.
  • (2) Warum muss ich das eigentlich machen? Wenn uns die Sinnhaftigkeit eines Auftrags nicht klar ist, fällt das Anfangen ebenfalls schwer – oder wenn wir sogar wissen, dass die Tätigkeit überflüssig oder ohne Effekt sein wird. Leider gibt es solche Aufgaben immer mal wieder – und nicht immer kann man sie loswerden.
  • (3) Manche Tätigkeiten sind einfach unangenehm. Bestimmte Dinge macht niemand gerne – und trotzdem müssen sie erledigt werden. Je niedriger die Attraktivität eines To Do’s, desto schwerer fällt es uns
  • (4) Arbeiten ohne Ziel vor Augen: Ist das Ziel nicht klar, irrt man durch manche Tätigkeiten ohne Orientierung hindurch und hat schon am Anfang das Gefühl, eigentlich nur verlieren zu können.
  • (5) Wenn wir wissen, dass das Feedback nach Erledigung einer Aufgabe immer sehr kritisch ausfällt, schieben wir es gerne so lange wie möglich in die Zukunft. Wir antizipieren das unangenehme Gefühl und möchten es so lange wie möglich vermeiden. Verständlich! 

Auch bei diesen äußeren Ursachen sind wir nicht machtlos. Die folgenden 15 Tipps sollen dich einen ordentlichen Schritt weiterbringen – los geht’s!

Tipp 1: Planen, planen, planen – aber bitte realistisch!

Meistens bestehen Aufgaben, die wir gerne aufschieben, aus mehreren Schritten. Oder wir müssen zunächst einige vorbereitende Dinge erledigen. Die Steuererklärung abgeben, die Abschlussarbeit schreiben, ein Kommunikationskonzept entwerfen, das Buch-Exposé fertigstellen: Alle diese Dinge erfordern Planung, man kann sie nicht in einem Rutsch erledigen.

Überlege Dir deshalb als erstes, in welche Unteraufgaben und Arbeitsschritte du die anstehende Aufgabe herunterbrechen kannst. Die Aufteilung sollte inhaltlich Sinn ergeben, und die einzelnen Teilschritte nicht zu groß sein. Für den Anfang gilt: Lieber kürzere Einheiten planen, als sich zu viel vorzunehmen – du möchtest schließlich Erfolgserlebnisse schaffen.

Nun hast du eine Liste mit vielen verschiedenen Arbeitsschritten – versieh‘ als nächstes jeden Schritt mit einer Schätzung, wieviel Zeit du dafür benötigst. Der Hintergrund: Aufgaben brauchen oft so viel Zeit, wie wir Ihnen zugestehen. Wenn wir uns vornehmen, etwas in einer halben Stunde zu erledigen, verzetteln wir uns weniger und verlieren uns nicht in irrelevanten Details.

Das war's erst mal!

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