Eine Sechsjährige und ein Skateboard in Australien 🛹 

Die zwölfte Ausgabe vom TROPS-Newsletter

Liebe:r Abonnent:in von TROPS,

was es mit dem Skateboard und Australien auf sich hat, findest du in dem Video der Ausgabe. 😎

Ansonsten habe ich in dieser Ausgabe, der Nummer 12 vom TROPS-Newsletter, einen besonderen Doku-Tipp für dich und verlose ein Buch über das Laufen. 🏃

Ein besonderes Highlight ist der TROPS-Talk: Da spricht der Historiker Julian Rieck über die Rolle des Fußballs in Spaniens Politik. Das mag jetzt sehr nischig klingen, aber vielleicht interessiert dich ja dieser kleine Einblick. Er zeigt auf jeden Fall, wie die Politik und in dem Fall das Franco-Regime den Fußball instrumentalisiert haben.  

Eine großartige Doku über Rassismus im Fußball ist online

Über den Fußball wird gerne gesagt, dass er mit Blick auf Rassismus weiter sei als die Gesellschaft. Schließlich spielen hier ja Menschen aus allen Nationen der Welt zusammen und es geht um Zusammenhalt, „Alle für einen“ und Co. Aber selbst wenn das vielleicht innerhalb einer Mannschaft stimmen mag, so ist es genau dann zu Ende, wo der Fußball Teil der Gesellschaft ist – und auf einmal Funktionäre, Medien und vor allem die Fans dazukommen.

Das zeigt auch die Doku „Schwarze Adler“, die vergangene Woche bei Amazon Prime erschienen ist. Darin sprechen viele People of Color, die in den vergangenen Jahren im deutschen Fußball aktiv gewesen sind, über rassistische Anfeindungen und ihr Verhältnis zur Nationalmannschaft.

Es ist eine großartige Dokumentation, eine der besten, die ich zum Fußball kenne. 

https://www.youtube.com/watch?v=rH1ZEqacA2c

➡️ Die Doku kannst du hier auf Amazon Prime gucken. Am 18. Juni läuft die Doku außerdem im ZDF.

Der TROPS-Talk ☎️

Ab geht es nach Spanien, zumindest kurz. Am Wochenende haben dort der FC Barcelona und Athletic Bilbao gegeneinander gespielt. Das Ziel: Der Gewinn des Wettbewerbs Copa del Rey. Dabei ist bei den beiden Klubs nicht nur das Sportliche interessant, sondern auch der politische Hintergrund – mit Blick auf die Zeit während des Franco-Regimes. Dazu forscht der Historiker Julian Rieck an der Humboldt Universität Berlin.

Hallo Julian, warum ist denn die Geschichte des Pokalfinals auch für Leute interessant, denen das Ergebnis egal ist?

Es heißt ja Copa del Rey. Das ist also der Pokal, der den Namen des Staatsoberhaupts trägt. Das geht zurück auf das erste Finale zur Krönung Alfonso XIII., das war 1902. Da gab es erstmals einen nationalen Pokal. Von Beginn an hängt es also mit dem Staatsoberhaupt zusammen. In Deutschland heißt das DFB-Pokal und nicht Pokal des Bundespräsidenten, das wäre aber dann das Äquivalent. Der DFB-Pokal geht zurück auf den Tschammer-Pokal. Hans von Tschammer und Osten war im Nationalsozialismus der Reichssportführer. Daran kann man erkennen, dass solche Pokalwettbewerbe gerne die Politik als Namensgeber nutzt.

In Spanien hieß der Pokal während der Franco-Zeit “Copa del Generalísimo” und Franco hat auch immer den Pokal übergeben. Dadurch wurde es ein bisschen zum Symbol für einen Wettbewerb von Franco. Die Bedeutung des Wettbewerbs geht also über den Sport hinaus.

Welche Rolle spielt denn der Fußball in Spanien?

Die spanische Sportzeitung Marca ist lange Zeit die Zeitung mit der größten Auflage gewesen, die erscheint täglich. Und in den einzelnen Städten gibt es auch Zeitungen, die jeden Tag über einen Verein berichten. Etwa 700 Millionen Menschen schauen sich den Clásico, also das Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, weltweit an.

Und für all die Spannungen im Land, zum Beispiel die Unabhängigkeitsbestrebungen von Katalonien, wird häufig behauptet: Der Fußball sei der Kanal dafür.

In Spanien scheint die politische Ausrichtung der Vereine auf den ersten Blick relativ klar. Real Madrid gilt als der Klub des Franco-Regimes, der FC Barcelona und auch Bilbao sind eher als Oppositionsklubs bekannt. Der eine Verein ist in Katalonien, der andere im Baskenland staerk verwurzelt – und damit in den sogenannten historischen Nationen. Diese befinden sich ja bis heute im Konflikt mit dem Zentralstaat, der wieder von Madrid symbolisiert wird.

Da zeigt sich das Spiegelbild von Politik und Fußball. Die katalanische Regionalfahne wird im Franquismus aus dem Wappen vom FC Barcelona getilgt. 1974 wird sie aber bereits wieder eingefügt, ein Jahr vor dem Tod des Diktators Franco. Offiziell wird die Flagge aber erst später wieder erlaubt. Das große Erwachen ist 1979 das Finale des Europapokals zwischen Barcelona und Fortuna Düsseldorf, wo die ganze Kurve mit dieser Nationalfahne auftritt.

Der FC Barcelona hat es clever gemacht, sich als Opfer des Franquismus darzustellen. Im Museum wird zum Beispiel heute auf Schiedsrichterentscheidungen hingewiesen, die als Beleg für die Unterdrückung Kataloniens durch den Zentralstaat dienen sollen. Aber beim FC Barcelona waren die Funktionäre auch nah am faschistischen System, einer saß sogar für die Franquisten im Parlament. Und László Kubala, ein Ungar, war in den 1950ern der große Star vom FC Barcelona und spielte sich damals selbst in einem antikommunistischen Propaganda-Film.

Man muss sich insgesamt von dem Bild lösen, dass da die Opposition gegen das Regime spielte. Heute wird es aber gerne genutzt, um aktuelle politische Diskussionen zu unterstützen.

Vielen Dank für deine Antworten!

➡️ Wenn du dich noch mehr für Julians Arbeit interessierst, kannst du ihm hier auf Twitter folgen. 

Der TROPS-Tipp 💁‍♂️

Eine der wenigen Sportarten, die man gerade machen kann, ist Laufen. Deshalb zwinge ich mich gerade immer mal wieder, durch den Park am Gleisdreieck in Berlin zu laufen – aber nur dann, wenn ich Zeit dafür finde. Bei Florian Jäger ist das anders. Er hat fast sein ganzes Leben aufs Laufen ausgerichtet. Darüber schreibt er in seinem gerade erschienen Buch „Im Rhythmus des Laufens“, von dem ich heute ein Exemplar verlose! 🏃‍♀️

Jäger läuft auf der ganzen Welt und überall, er läuft auf Events wie dem München-Marathon, einfach nur durch die Landschaft in Japan oder durch die Stadt in Berlin. Was er dabei erlebt, schreibt er detailliert auf  und zeigt, wie Laufen für einen Menschen eine Lebenseinstellung werden kann. Das habe ich beim Lesen auf jeden Fall gelernt – und auch so kleine Tipps wie zum Beispiel, wo man sich nach dem Laufen innerhalb der Stadt am besten umziehen kann. Besonders interessant ist es auch, wenn Jäger von den minutiösen Vorbereitungen beim Marathon in Berlin schreibt. Das Buch ist was für dich, wenn du entweder schon gerne läufst und etwas von einem absoluten Lauf-Fanatiker lesen möchtest – oder wenn du vielleicht endlich mehr laufen willst und dafür Inspiration brauchst.

Das Kreuz-und-quer-Rennen, das Laufen durch die Stadt mit oder ohne festes Ziel: sich laufend in die Straßenkurven legen; nicht wissen, was einen an der nächsten Ecke erwartet; genau wissen, was einen da erwartet; das erhabene Gefühl: mit den anderen Fortbewegungsmitteln mithalten zu können. [...] Merken, dass die Schönheit der Stadt eines ist, der Wert, den sie beim Durchlaufen erhält, ein anderes.

Ein Exemplar von „Im Rhythmus des Laufens“ kannst du bei TROPS gewinnen (zugegebenermaßen das, was ich schon vorsichtig durchgelesen habe). Schick' mir einfach bis zum Sonntag einen Tipp, der auch was für die anderen TROPS-Abonnent:innen sein könnte: egal ob Buch, Film, Podcast oder was auch immer. Dann bist du im Lostopf! 🔥

Das Video der Ausgabe 📺

Paige Tobin ist sechs Jahre alt, lebt in Australien und fährt gerne Skateboard. Auf ihrem Instagram-Account posten ihre Eltern immer wieder mal Fotos und Videos. Vor ein paar Tagen ist dieses Video viral gegangen und ja, es ist ziemlich krass. Sie rast in eine „12ft Bowl“, also in ein Becken, das über 3 Meter tief ist. 🛹

https://www.youtube.com/watch?v=z0eyoCXgwNw

So, das war die Nummer 12 von TROPS! Kennst du noch Leute, für die der Newsletter spannend wäre? Dann kannst du ihn gerne weiterleiten.

Ich freue mich auf jeden Fall, dass du mit dabei bist und den Newsletter liest. 

Bis in zwei Wochen, dann gibt es die Ausgabe Nummer 13! ✌️

Herzlichen Gruß dein Laurenz