Willkommen in der Zukunft, in der noch die letzte Beziehung eine ökonomische ist, wir in alle und in alles investiert sind und der letzte Akt des Widerstands Hinlegen ist.

Der pandemische Sommer ist in vollem Gange – und hier kommt der Newsletter. Ich bin Ole, ich empfehle einmal die Woche die Links, die mir beim Verstehen der Medien- und Internetzukunft helfen. Viel Spaß!

»A Weird Summer«

Johannes Klingebiel hat ein Monocle-artiges Zine rausgebracht, 24 Seiten voller Internet-Kultur. Mit Kurzgeschichte und Spotify-Playlist und Kanelbullar-Rezpt und und und. Es ist die perfekte Sommerlektüre für Menschen, die nicht völlig offline gehen, aber vielleicht Twitter ein- zwei Wochen ausmachen.

Die Welt, in der wir leben

Sehr, sehr Internet

Brutal

  • Cryptocurrencies’ dream of escaping the global financial system is crumbling: Eine kleine Geschichte der Crypto-Währung im Guardian, in der auch die AfD eine Rolle spielt. Bitcoin ist gebaut in dem Glauben, der Staat mische sich ungebührlich ein und habe sich besser rauszuhalten – eine Absage an demokratisch kontrollierte Märkte und staatliche Interventionen, die mittlerweile heißt: Identität verschleiern, keine Steuern zahlen, möglichst schnell reich werden.
  • The NFT Funhouse Mirror: If NFTs are the future of art, so far they only reflect (and crystallize) the problems of the past. Auch hier wieder – nicht so neu alles, aber ein guter Text, mit etwas Abstand und etwas mehr Ruhe.
  • You Really Need to Quit Twitter: Social Media macht süchtig, Silicon Valley ist evil, ich ertrage ungefähr einen dieser Texte im Jahr. Caitlin Flanagan über Twitter ist dieses Jahr dieser Text:

»I had suspected for a while that my reading problems had something to do with Twitter, and several times I’d tried leaving the phone in another room—but it was no good. Twitter didn’t live in the phone. It lived in me. And that’s when I realized what those bastards in Silicon Valley had done to me. They’d wormed their way into my brain, found the thing that was more important to me than Twitter, and cut the connection.«

Klima wird ja auch immer wichtiger™

You got a problem with that?

So hat sich Weird 1997 die Zukunft vorgestellt. Klar, hinterher immer schlauer, aber wie hier eine schöne neue Welt herbeigeschrieben wird, ist schon... »At the time it looks brutal: busting unions, selling off state-owned industries, and dismantling the welfare state. In hindsight, the pain pays off.« ...wild. Die Kapitalismus- und Technologie-Gläubigkeit der Weird ist nun kein Geheimnis, aber einige Texte altern einfach noch schlechter als andere.

Internet Explorer

Okay. Bye now.

Lying down is really good Lying down is wonderful Lying down is the right thing to do Lie down so you won’t fall anymore Lying down means never falling down

Das war Ausgabe #69 von THEFUTURE, dem Newsletter über das wilde Internet und die Zukunft der Medien von Ole Reißmann.

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