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Ein Paradigmenwechsel steht bevor. Der unendlich scrollende Newsfeed hat Facebook groß gemacht, Twitter, TikTok. Jetzt wird er abgelöst.

Die alte Welt: Die Content-Brocken sind im Überfluss vorhanden und schwimmen an uns vorbei. Wer nicht geistesgegenwärtig Permalinks speichert, findet kaum etwas wieder. Es soll Menschen geben, die ihr Mailpostfach als Strom begreifen, in dem Texte vorbeifließen. Hin und wieder tauchen sie ein. Google Docs ist auch nur ein Textfeed.

Die neue Welt: räumlich. Spatial. Was für das Metaverse eine Rolle spielen wird, aber bereits in 2D Anwendung findet. Zum Beispiel in Miro oder Mural, den kollaborativen Whiteboard-Tools. Oder dem Design-Werkzeug Figma (Öffnet in neuem Fenster). Der Notizapp Nototo (Öffnet in neuem Fenster). Zoom-Alternativen wie Gather (Öffnet in neuem Fenster). Das sind Interfaces zu einer Welt. Gelernt haben wir diese Art der Bedienung längst mit Google Maps.

Journalism

Web 3.0

Ich lese gerade Woche für Woche mehr über Web 3.0 / Crypto / NFT und teile hier völlig offen und ungeschützt den Prozess, wie sich mir das darstellt. Sicherlich checke ich was nicht. Sicherlich fehlen mir Schlüsseltexte. Hinweise sind immer gern willkommen. Los geht's:

Menschen geben richtig viel Geld für einigermaßen fälschungssichere Quittungen aus, die ihnen Bescheinigen, richtig viel Geld ausgegeben zu haben. Zum Beispiel für absurd schlechte (Öffnet in neuem Fenster) Kunst, oft Bilder. Die Bilder kann man millionenfach im Netz kopieren, die Quittung existiert nur einmal und hat einen ideellen Wert. So wie ein T-Shirt von Supreme drei Dollar kostet, aber das 600-fache Wert ist. Weil jemand bereit ist, das zu zahlen.

Genau: Mit NFTs werden digitale Güter künstlich verknappt. In der Theorie hilft das den Künstlern, die mit digitaler Kunst Geld machen können. In der Praxis muss man einer der wenigen, großen NFT-Plattformen vertrauen, Urheberrechte durchzusetzen und gegen Betrug vorzugehen. Und man muss ins Ether-Ökosystem rein, das nur so lange funktioniert, wie Menschen bereit sind, ihr reguläres Geld in Ether umzutauschen. Was aktuell noch sehr nach Schneeballsystem aussieht.

(Am Ende sind da ein paar Leute unterwegs, die vor ein paar Jahren in Crypto investiert haben und jetzt nicht wissen, wohin mit ihren Millionen.)

Was Web 3.0 außerdem ist: Der Versuch, alles als ökonomische Transaktion abzubilden. Das erlaubt geteilte ownership, was erstmal gut klingt, steht aber im Gegensatz zu Modellen wir den digital commons mit Wikis und Open Source.  

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Longread

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Das war Ausgabe #82 von THEFUTURE (Öffnet in neuem Fenster), dem Newsletter über das wilde Internet und die Zukunft der Medien von Ole Reißmann (Öffnet in neuem Fenster). Sharing is caring!