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Scheiße im Bett

Hallo,

wer jetzt hier irgendwelche sexuellen Bekenntnisse erwartet, denkt falsch. Der Hund hatte Durchfall, und diese Worte deuten schon an, dass diese Geschichte hier in keine schöne Richtung geht. Also, der gute Herr Hund hatte seinen jährlichen Durchfall. Er hat das irgendwie jedes Jahr. Wir waren beim Arzt, jetzt ist er wieder fit und alles ist gut. Der Hund ist ein sehr freundliches Tier, er “sagt” Bescheid wenn er raus muss. Das heißt, entweder er trappelt um das Bett herum, oder er nutzt seine große Nase, um die Frau oder mich anzustupsen um rauszugehen. Das ist nachts um drei oder vier Uhr zwar nicht schön, aber doch besser als von üblen Gerüchen aufzuwachen und dann putzen zu müssen.

Nun, am letzten Samstag hat das leider nicht funktioniert. Es war etwa halb zwei, ich war gerade dabei einzuschlafen, als es sich am Hund, der unter meiner Decke lag, irgendwie feucht anfühlte. Ich zog also meine Hand nach oben und sah irgendeine dunkle Substanz. Licht an, Kacke. Decke zur Seite, aufstehen, Schwamm holen. Es war nur ein ganz kleiner Fleck. Etwas, das echt nicht schön ist, sich aber ohne große Umbauarbeiten, mit einem Schwamm und Handtüchern, zumindest bis zum nächsten Morgen lösen ließe, ohne auch noch die Frau zu wecken.

Naja, als ich mit dem feuchten Schwamm aus dem Bad zurück kam, war die Scheiße überall. Das Hundchen musste sich reingesetzt haben und hatte im Anschluss daran eine Runde durchs Bett gedreht, am Kissen der Frau vorbei und im Anschluss noch auf meine Decke. Mein, vermutlich leicht gequältes “Och Nö”, in Verbindung mit dem Einschalten des Lichtes, brachten dann auch die Frau dazu aufzuwachen und zu fragen was los sei? “Der Hund hat ins Bett gekackt.” “Schlimm?” “Ja!” Wir verständigten uns dann darauf, dass ich mit dem Hund rausgehe, damit er den Rest auch erledigen kann, und die Frau das Bett neu bezieht.

Ich ging also raus, der Hund hatte ziemlich genaue Vorstellungen davon, wo er hinwollte, und nach einer halben Stunde im strömenden Regen kamen wir wieder am Haus an, und beim Blick nach oben, sah ich Licht aus dem Schlafzimmer, machte ein Foto, und freute mich darüber, gleich eine wache Frau zu treffen. Als wir oben waren, der Hund abgetrocknet war und so weiter, blieb mir gar nicht die Zeit das zu erzählen, weil die Frau mir erzählte, dass sie sich freut, dass niemand von uns mit dem Hund fürs Kacken geschimpft hat.

Wenn du Nachts um halb drei, mit Frau und Hund im unfreiwillig frisch bezogenen Bett sitzt, und niemand ist in der Situation wirklich genervt. Dann ist gerade wirklich was gut. Und das macht mich froh.

Weniger froh macht mich alles andere. Womit wir bei meiner Arbeit wären.

In Oberhausen gab es im Sommer 2022 einen Sprengstoffanschlag auf das Büro der Linkspartei. Die Ermittlungen wurden zwischendurch mal eingestellt, jetzt sind aber Tatverdächtige festgenommen worden (Öffnet in neuem Fenster). Ein Nazi-Pärchen, das in der Nähe des Tatorts wohnt.

Am Montag ist uns eine Pressemitteilung von “Deportation Alarm” in den Mail-Eingang geflattert. Die zählen seit ein paar Jahren Sammelabschiebungen und dokumentieren, welche Airlines die durchgeführt haben. Die Bundesregierung möchte das nämlich nicht mehr sagen. Nun, für 2023 zählen sie einen massiven Anstieg und befürchten für 2024 Schlimmeres. (Öffnet in neuem Fenster)

Der politische Aschermittwoch (Öffnet in neuem Fenster) gehört jetzt nicht zu meinen Lieblingsthemen. Und als ich in den Stream der Linken in Passau geschaut habe und da so bayerische Musik lief, habe ich mich ein bisschen geschämt. Aber gut, man sollte anderen Kulturen gegenüber nicht zu voreingenommen sein. Überschattet wurde die ganze Sauf- und Pöbelshow von Protesten gegen die Grünen in Biberach. Faschos und rechte Landwirt*innen hatten die Halle belagert. Die Grünen haben ihre Veranstaltung beendet. Wenn man, kurz bevor die Nachricht reinkam, noch Markus Söder zugehört hat, der von Bayern als wokenessfreier Zone gequatscht und ordentlich gegen die Grünen gepöbelt hat, dann fällt es nicht schwer, eine Linie von Söder in Passau nach Biberach (Öffnet in neuem Fenster) zu ziehen. Und das ist schlecht. Auch für Söder und Co. selbst. Denn für Faschist*innen ist ein Söder im Endeffekt ein Feind und kein Verbündeter.

Warum die Grünen ein besonderes Feindbild sind und wie Kritik an ihnen aussehen müsste, war mir noch einen extra Kommentar (Öffnet in neuem Fenster) wert.

Am kommenden Montag jährt sich das rassistische Attentat von Hanau. Ich hab damals wenige Tage nach der Tat die unglaubliche Trauer in der Stadt gespürt. In den kommenden Tagen gibt es viele Demos, die an Hanau erinnern. Geht da hin, das ist wichtig. Für ganz, ganz viele Menschen, die Migrationsgeschichte haben, war Hanau ein krasser Einschnitt. Das spüren wir Sebastians und Henriettes vielleicht nicht auf Anhieb. Aber wir können genug politisches Bewusstsein haben, um uns solidarisch zu zeigen. Übrigens, der Vater des Attentäters belästigt weiter Opferangehörige und hat offenbar ein Weltbild, dass dem seines Sohnes arg ähnelt. Ich hab das kurz zusammengefasst. (Öffnet in neuem Fenster)

Dinge, auf die ich euch noch aufmerksam machen mag:

Lars Fischer, dem ihr eh auf allen Social Media Plattformen folgen solltet, hat in einem Kommentar (Öffnet in neuem Fenster) auf zwei Meldungen aufmerksam gemacht, die klar machen wie unberechenbar die Zukunft durch den Klimawandel wird.

Bei LTO gibt es eine Betrachtung (Öffnet in neuem Fenster) dazu, was Björn Höcke daran hindern würde, irgendwelche Faschist*innen in Spitzenämter zu heben. Es ist leider nicht viel.

Ein Konstruktivekritikstorm hat die Dortmunder Polizei dazu gebracht etwas anders zu machen. Vor etwa anderthalb Wochen war die Polizei auf X in die Kritik geraten. Nach einem für eine Fußgängerin tödlichen Unfall hatte eine Nutzerin die Polizei gefragt, ob sie Konsequenzen aus dem Unfall ziehe und etwa die tägliche Meldung von Stellen, an denen geblitzt wird, einstellt, weil Blitzermeldungen zum Rasen andernorts verleiten können. Der Polizei-Account reagierte erregt, schrieb, die Nutzerin solle ihre Zeit für etwas Konstruktiveres als “Hass” auf Autofahrer nutzen. Diese Antwort provozierte sehr viele kritische Reaktionen. Auf die hat die Polizei jetzt offenbar reagiert. Auf Facebook meldete sie (Öffnet in neuem Fenster) am Donnerstag, dass sie ihre Blitzer-Ankündigungen einstellt.

Das war´s für diese Woche.