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SodaKlub Weekly 

Mia / Introversion 

Ich wusste lange nicht, was es bedeutet, introvertiert zu sein. Ich dachte introvertiert hieße schüchtern. Aber ich redete immer schon gern und viel, war überhaupt nicht schüchtern, sondern achtete im Gegenteil routiniert darauf, mein Mundwerk im Zaum zu halten, damit es nicht die sozial akzeptierten Abstandsregeln sprengte. Und obwohl ich sehr gerne alleine war, brauchte ich mindestens einmal am Tag menschlichen Kontakt.

Als ich dann nüchtern wurde, stellte ich seltsame Sachen an mir fest. Ich fand es auf eine neue Art anstrengend, lange irgendwo zu sein, wo die Post abging. Eigentlich sollte ich doch fitter sein und besser performen, jetzt, wo ich nicht mehr trinke? Ich beobachtete mich dabei, wie ich häufig die Toiletten benutzte, obwohl ich gar nicht pinkeln musste, um dann einfach ein paar Minuten dort herumzuhängen, bevor ich wieder genug Kraft gesammelt hatte, um mich zurück in die Veranstaltung zu werfen. Kraft?, dachte ich, wozu brauche ich denn Kraft?

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