Zehn Milliarden Euro versenkt

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Also doch Nord Stream, bye? 

Vor einigen Tagen war ich noch nicht ganz sicher, ob Nord Stream 2 wirklich Geschichte ist, aber jetzt sieht es definitiver aus: Die Betreibergesellschaft Nord Stream 2 AG hat ein Konkursverfahren angemeldet und alle Mitarbeiter entlassen. Die in der Schweiz ansässige Tochter des russischen Konzerns Gazprom war unter anderem für das Genehmigungsverfahren zuständig, dass die deutsche Regierung vergangene Woche gestoppt hat. Die österreichische OMV sieht mittlerweile auch ein, dass sie das Projekt in dreistelliger Millionenhöhe abschreiben muss. Was jetzt aus der Pipeline, deren Umsetzung mehr als neun Milliarden Euro kostete, wird, darüber hat sich noch niemand von offizieller Seite geäußert. Viel lieber machen deutsche und österreichische Regierungsvertreter dieser Tage auf ihre Investitionen in Erneuerbare Energien aufmerksam. Hätten sie das schon vor zehn Jahren getan, hätten wir uns vielleicht einen zehn Milliarden Euro schweren Fehler erspart. 

Weitere News

Die österreichische Finanzmarktaufsicht hat der Europa-Tochter der russischen Sberbank den Geschäftsbetrieb untersagt, eine Insolvenz ist absehbar. (Kurier)

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert vom Kriegsstart und der Ankündigung der Bundesregierung, 100 Milliarden Euro in die Verteidigung zu investieren. Die Aktie ist in den vergangenen fünf Tagen um mehr als 60 Prozent gestiegen. Rheinmetall bietet dem Bund Ausrüstung im Wert von 42 Milliarden Euro an. Von der Ukraine soll es laut dem Unternehmen schon Anfragen geben, Russland wurde eigenen Angaben zufolge noch nie beliefert. (RP Online)

Apple unterbricht den Verkauf seiner Produkte in Russland und deaktiviert nach Google ebenfalls aktuelle Verkehrsinformationen in seinem Kartendienst. CEO Tim Cook kündigt außerdem Spenden für die Ukraine an. (Wired und The Verge)

BMW, Boeing und Exxon zählen zu den weiteren Unternehmen, die ihre Geschäfte in Russland unterbrechen. Die Raiffeisen Bank International hält indes weiter an ihren Russland-Geschäften fest. (FAZ, Business Insider und Standard

Die Weltbank will die Ukraine mit drei Milliarden US-Dollar unterstützen, 350 Millionen davon sollen schon diese Woche kommen. Der Internationale Währungsfonds bereitet ebenso finanzielle Hilfen vor. (Bloomberg)

Die Preise für Weizen sind auf dem höchsten Stand seit 2008. (WSJ)

Der Euro fiel gestern auf den niedrigsten Wert seit Juni 2020. (Reuters)

Serena Williams startet einen Risikokapitalfonds: Für Serena Ventures hat sie 111 Millionen US-Dollar aufgestellt, die in Technologieunternehmen investiert werden sollen. (NYT)

Uber will seinen Essenslieferdienst Uber Eats in Deutschland auf 70 Städte ausweiten. (Bloomberg)

Die US-Baseball-Liga MLB verschiebt erstmals ihren Saisonstart, weil die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft gescheitert sind. (The Athletic)

Scarlett Johansson ist der nächste Promi mit einer Hautpflegemarke, The Outset. (Hollywood Reporter)

Schönen Mittwoch! 

Lisa

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