Postkartengrüsse aus Oslo!

Liebe Leser:innen, es ist Samstag Abend und um mich herum tobt der Sommerabend an der beeindruckenden Architektur der Osloer Oper. Es ist laut, es ist mild. Es ist Pilgerpause.

In den letzten sieben Wochen bin ich 1500 km gelaufen. Erschöpft fühle ich mich. Nach dem Hallandsleden, den ich euch im letzten Brief so ans Herz gelegt habe, folgte der Bohusleden. Wunderschön: Seen, aus denen man trinken kann und baden zugleich, Wald, der nie endet, Shelter, die einladend Schutz bieten. Der Bohusleden ist auch eine echte körperliche Herausforderung, wenn man, wie ich, an den 30 Tageskilometern festhält.

 Mit den Sheltern war es in Norwegen vorbei, mit den Bergen nicht. Dafür gab es in jedem Ort an den Fjorden Badestellen, die sehr luxuriös mit Sanitäranlagen ausgestattet sind, oft inklusive warmer Duschen. Ein Traum für erschöpfte Wanderinnen!

Jetzt in Oslo muss ich feststellen: Nachhaltig bin ich mit meinen Ressourcen nicht umgegangen.

Pilgerpause in Oslo heißt, die Gastfreundschaft meines Cousins zu genießen, auszuruhen, zu zeichnen und darüber nachzudenken, wie es weitergeht.

Nachhaltig mit meinen Kräften umgehen steht ganz oben auf meiner Agenda. Also langsamer laufen. Ich habe einen Pilgerführer, ich kann also absehen, was mich erwartet. Der Weg ist in 32 Etappen aufgeteilt, manchmal sind es nur 20 Tageskilometer. Ich will mich daran halten.

Weitere Punkte, die ich auf dem Olafsweg, dem Höhepunkt meiner diesjährigen Pilgerreise wichtig nehmen möchte, sind:

Die Freude am Laufen genießen

Pause machen, bevor ich nicht mehr weiter kann

Zeit und Gelegenheit haben, jeden Tag meine Comics zu zeichnen

im Gespräch mit Frau G. bleiben

mit Menno Spaß haben. 

Klingt nach einem guten Plan, oder?

Morgen (Montag) früh geht es los und ihr werdet erfahren, wie erfolgreich ich bin mit meinen Plänen, gesund und munter in Trondheim anzukommen.

Heute aber feiern Menno und ich, dass wir es bis Oslo geschafft haben. Zu Fuß!

An diesem Gefühl, an diesem Feiertag möchten wir euch so gern teilhaben lassen! Stoßt mit uns an auf das, was ihr in den letzten Tagen oder Wochen erreicht habt! Da gibt es auf jeden Fall Dinge. Benennt sie und feiert sie! Das vergessen wir allzu oft: Das Erreichte zu sehen und zu feiern.

In diesem Sinn: Prost! Mit oder ohne Alkohol.

Danke, dass es euch gibt und auf zu neuen Abenteuern und den letzten 650 km nach Trondheim

Felice und Menno

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