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Weltverbessern für Anfänger: Weniger Fleisch – Teil 3

Gesellschaften sind träge: Wir haben eine starke Tendenz, lieber alles beim Alten zu belassen. Für wirkliche Veränderungen brauchen wir also Strategien. Welche könnten das sein? Damit hat sich der Forscher Lukas Fesenfeld beschäftigt:

Erstens müsste die Politik neue Interessengruppen schaffen. So könnte man den großen Playern, z.B. Fleischproduzenten, etwas entgegensetzen. Denkbar wäre eine Förderung für Hersteller, die auf pflanzenbasierte Produktion, auch Fleischersatzprodukte, umsteigen. Auch alternative Geschäftsmodelle für Bauern können notwendige Reformen einfacher machen.

Zweitens müssen Alternativen angeboten werden. In Kantinen sollte es eine größere Auswahl an vegetarischen Gerichten geben. Je mehr Erfahrungen man mit guten (!) Alternativen macht, desto höher ist die Bereitschaft, weniger Fleisch zu essen. Auch bei denjenigen, die Fleischprodukte so sehr lieben, dass sie nur ungern darauf verzichten.

Drittens sind große Reformen wahrscheinlich effektiver als kleine. Eine Steuer auf Fleisch zeigt alleine womöglich nicht so viel Wirkung wie ein ganzes Reformpaket. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor.

Viertens kommt es auf die Kommunikation im öffentlichen Diskurs an. Möglichst viele Interessen und Gruppen müssen angesprochen werden. Es sollte also nicht nur um das Tierwohl gehen, sondern auch um den Klimaschutz, Ernährungssicherheit in der Zukunft und gesundheitliche Aspekte. So sichert man sich die Unterstützung von Klimaforschern oder Ärztinnen.

Fünftens müssen Institutionen geschaffen werden. Wir brauchen breite Bündnisse, die gemeinsam Vorschläge erarbeiten. Dafür wäre in Deutschland beispielsweise die Borchert-Kommission oder die Zukunftskommission Landwirtschaft ein Vorbild.

Es ist schon einiges in Bewegung. Der Fleischkonsum ist vor allem in der jungen Generation stark gesunken und Einzelhändler setzen zunehmend auf pflanzenbasierte Ernährung. Auf der anderen Seite stehen unsere Esskultur, unsere Traditionen sowie starke Lobbys und Ängste der Veränderung im Weg. Wenn die Politik aber klug und mutig handelt, kann sie Prozesse auslösen, die sich selbst verstärken. Dann könnte der Wandel schneller gehen, als viele denken.

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000139118653/vergesst-den-veggie-day-der-gruenen-so-essen-wir-kuenftig?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Foto von Deryn Macey auf Unsplash

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