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"data is the new oil" 2022 mixed media/wood 40 x 37 cm

Hallo! Herzlich Willkommen zum Newsletter Nr. 2

Diese Woche werde ich viele meiner Bilder einpacken und nach Braunschweig fahren, um dort im Konsumverein meine Ausstellung aufzubauen.

Ein schöner Moment, wenn die Arbeit in die Welt geht. Ich bin gespannt auf den Katalog, der hoffentlich rechtzeitig fertig wird. Und ich bin auch ein bisschen aufgeregt, da der Ausstellungsraum dieses Mal eine Herausforderung darstellt. Ich werde Bilder schicken und berichten.

Heute schicke ich ein Bild, welches ich 2020 gemalt habe.

In all den Workshops und auch Coachings an denen ich in den letzten 2 Monaten teilgenommen habe, ging es um die Notwendigkeit, als Künstler in den social Media präsent zu sein und REICHWEITE zu generieren. Um in Kontakt zu potenziellen Kunstkäufern, Galerien oder Kuratoren zu kommen ist es heute nötig im Netz präsent zu sein.

Als ich mich mit den Regularien einer weltweit operierenden online Galerie auseinandergesetzt habe, stellte ich fest, dass die Anzahl der Follower auf Instagram abgefragt wurden.

Ich habe seit einer Weile ein Konto auf Instagram und habe dort immer wieder Bilder gepostet. Auch mir hat es tatsächlich gutgetan, dass Menschen mit rückmelden, dass sie meine Arbeite gut finden. Ich habe spannende Kunst von anderen Künstlern gefunden, und das als anregend und bereichernd empfunden. Inzwischen habe ich gelernt, dass es nicht reicht, Bilder und die dazugehörigen Informationen zu „teilen“.

Menschen möchten Geschichten, Menschen möchten die Person, welche hinter den Bildern steht, sie möchten den Arbeitsraum sehen, im Video den Arbeitsprozess begleiten. Zusätzlich sollten andere coole Dinge gepostet werden, man kann Teilhaben lassen an seinem persönlichen coolen Alltag, coolen Locations, die man besucht, wichtige coole Veranstaltungen an denen man teilnimmt.

Durch regelmäßige Präsenz soll, darf, kann man sich also Reichweite erarbeiten – die dann später eventuell belohnt wird, durch z.B. Kontakte, Anfragen, …..

Natürlich steht man in Konkurrenz, mit all den anderen Menschen, die gerne ihre (in diesem Fall) Kunst – und sich selbst präsentieren.

Ich habe mich also dazu entschlossen, mich darauf einzulassen und es auszuprobieren.

Ich stellen fest, dass ich es sehr ermüdend finde, dass es mir absurd vorkommt, mehrmals täglich zu checken, ob irgendjemand meinen Content liked. Noch immer poste ich keine Selfies.

Es fällt mir nicht leicht, meine Kunst zu vermarkten. Und doch möchte ich neue Wege finden, meine Bilder in die Welt zu schicken, sie zu verkaufen, um davon meinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Ich genieße die Möglichkeit, in Podcasts und Hörbüchern zu schwelgen, ich sehe manchmal Sendungen in Mediatheken, ich informiere mich über Ausstellungen, und nicht zuletzt während meiner krankheitsbedingten Isolation habe ich ungemein von der Möglichkeit, mit der Welt in Kontakt zu sein, profitiert.

Das Bild heißt DATA IS THE NEW OIL.

Uns allen ist hinlänglich bekannt, dass all die kostenlosen APPs nicht kostenlos sind. Wir bezahlen mit unseren Daten, mit unserer Spur der Suche im Netz, unserem trackbaren Verhalten. Menschliches Handeln wird sichtbar, vorhersehbar, beeinflussbar. Reservieren, Buchen, Kaufen, Zahlen, sich registrieren, sich informieren, die Organisation des Alltags, zunehmend auch die zu erledigenden Bürokratie ist nur mit Smartphone oder Computer und der aktuellen Software möglich. Noch können wir beim analogen Einkaufen mit Geld bezahlen.

Eine ungeheure Menge an Informationen strömt täglich auf uns ein, wir müssen irgendwie (unter welchen Kriterien?) entscheiden, was relevant ist, wir müssen entscheiden, wie viel Zeit wir auf Bildschirmen starren, wieviel Zeit wir noch analog mit einem echten Gegenüber verbringen, welchen Einfluss dieser Wandel in unserem täglichen Leben hat.

Ich limitiere ich die Freiheit unserer Kinder im Internet, es gibt Zeitlimits, bestimmte Inhalte sind nicht zugänglich.

Wie kann ich mir sicher sein, wie sinnvoll, richtig und gesund mein eigenes Leben im weltweiten Netz ist?

Ich freue mich auf eure Gedanken

und schicke herzliche Grüße

*** Julia von Troschke

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