Cannes ist zwar vorbei, aber ohne ein paar letzte Nachbetrachtungen wollen wir diese Ausgabe mit ihrer überraschenden Preisträgerin dann doch nicht ziehen lassen. Wer von Cannes genug hat, dem empfehlen wir ins Kino zu gehen  -  dort läuft nicht nur endlich Thomas Vinterbergs 'Der Rausch' an, sondern mit den 'Olchis' auch ordentliches Kinderkino. Unser Film der Woche ist allerdings eine Tragikomödie aus dem Gaza-Streifen -  'Gaza mon amour', die sich so ziemlich allen Nahost-Stereotypen entzieht und das fast ideale Pendant zu einer israelischen Miniserie auf arte ist, die dem Alltag  einer 49-jährigen von Wechseljahren, Kindern, Job und Libido geplagten Drehbuchautorin folgt.

74. Internationale Filmfestspiele von Cannes:

Neue Kritiken:

  • Gaza mon amour (Palästina/F/D/P 2020) So erlösend wie ein Lachen: Die Tragikomödie der Nasser-Brüder entzieht sich so klug wie überraschend allen Nahost-Stereotypen, ist aber dennoch gesellschaftspolitisch relevant und auch noch an Liebe interessiert – Kritik von Axel Timo Purr
  • Die Olchis – Willkommen in Schmuddelfing (D/B 2021) Kontrolliert die Sau rauslassen: Die Verfilmung eines der erfolgreichsten Kinderbücher macht das Beste aus der literarischen Vorlage, aber ein wenig mehr anarchisches Chaos hätte schon sein dürfen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der Rausch (Druk) (DK 2020) Der optimale Pegel oder Club der trunkenen Lehrer: Durch Thomas Vinterbergs rauschhaften und preisgekrönten Film weht auch ein Hauch von Dogma-Geist – Kritiken von Gregor Torinus und Rüdiger Suchsland

Neue Serie:

  • Baustelle Leben Die arte-Miniserie Hamishim – Fünfzig über eine 49-jährige von Wechseljahren, Kindern, Job und Libido geplagte Drehbuchautorin ist ein Glücksfall: fast ohne Männer erzählt sie doch über Beziehungen und völlig im israelischen Alltagsleben verhaftet, ist sie dennoch politisch – von Axel Timo Purr
Kommentare sind nur für Mitglieder zugänglich. Nimm an der Diskussion teil …