Quo vadis Bosnia, im Streamingkanal, Festivals & Lovemobil | artechock 15.04.–21.04.2021

Wir eröffnen die Filmwoche mit einem Text über Jasmila Žbanics Srebrenica-Film Quo Vadis, Aida?, seine Oscar-Nominierung und die realpolitischen Folgen, weisen auf das gelungene Programm der 32. Türkischen Filmtage  und auf die Perlen des argentinischen Filmfestivals "Invasion" hin. Im Streaming-Kanal läuft Alankrita Shivastavas  wütende #MeToo-Serie  Bombay Begums und We Are Who We Are von Call-Me-By-Your-Name-Regisseur Luca Guadagnino. Außerdem ist der Kurzfilm  Two Distant Strangers mit dabei, der "Black Lives Matter" auf einen tragikomischen Punkt bringt. Und natürlich geht es noch einmal um die Lovemobil-Debatte, der wir dieses Mal ein wenig Komik abgewinnen.

Quo vadis, Aida

  • Jasmila Žbanics Srebrenica-Film, eine Oscar-Nominierung und die Frage Quo vadis, Bosnia? Die bosnische Regisseurin Jasmila Žbanić hat sich an eine Verfilmung des Genozids in Srebrenica gewagt und für Quo vadis, Aida? eine Oscar-Nominierung erhalten. Der Film richtet sich gegen das Vergessen und für die Versöhnung – und er vermittelt politisch wirkungsvoll zwischen Hollywoodpublikum und post-jugoslawischer Realität... –  von Miranda Jakiša

Festivals

  • Ein gelungener Husarenritt: Das moderne türkische Kunstkino kennt vor allem zwei Pole: das Politische und das Private. Beides findet sich in den diesjährigen, 32. Türkischen Filmtagen wieder, die Bandbreite der Filme ist vielfältig, sie fordern den Zuschauer immer wieder heraus, ohne ihn vor den Kopf zu stoßen oder hoffnungslos zurückzulassen. – von Sedat Aslan
  • Das Leben in Argentinien: Insgesamt sind es nur vier Filme, die jetzt aus dem Festival "Invasion. Das Argentinische Filmfestival" ausgelagert und digital gegen eine Eintrittsgebühr zu sehen sind. Alles Dokumentarfilme, sehr verschieden, und sie lohnen sich alle. –  von Rüdiger Suchsland

Im Streamingkanal

  • Bombay Begums: Wen das vor einer Woche in der New York Times publi­zierte Statement über sexuelle Beläs­ti­gung am Arbeits­platz der Program­mie­rerin Emi Nietfeld beim Welt-Konzern Google fassungslos gemacht hat, der sollte sich unbedingt ein paar Anleitungen zum Widerstand bei Alankrita Shrivastavas Serie einholen, ein wütendes feministisches Manifest, das es trotz mancher Schwächen verdient hat, umarmt zu werden. Und das nicht nur in Indien... – von Axel Timo Purr
  • We Are Who We Are: In seiner ersten Serie  erzählt Call-Me-By-Your-Name-Regisseur Luca Guadagnino in einem amerikanischen Militärstützpunkt in Italien von jugendlicher Gender-Fluidität. Eine Serie voller Leben mit einem ganz eigenen Beat. – von Jens Balkenborg
  • Two Distant Strangers: Auch Netflix macht (Wirtschafts-) Politik. Rechtzeitig zum George-Floyd-Prozess hat Netflix Travon Frees und Martin Desmond Roes‘ AAFCA-ausgezeichneten und Oscar-nominierten Kurzfilm in den Katalog platziert.  Der 28 Minuten lange Zeitschleifenfilm ist ein tragikomisches Destillat, das nicht nur »Black Lives Matter« auf den Punkt bringt... – von Axel Timo Purr

Debatte: Lovemobil

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