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ADHS Routinen

Sleep Eat Work Move Relax Repeat

So oder so ähnlich könnte man das Leben zusammenfassen. Also Schlafen, Essen, Arbeiten, Bewegung, Entspannung und dann wieder von vorne. Aber gerade die scheinbar einfachen / selbstverständlichen Dinge klappen halt bei ADHS selten.

Und logo : Wenn der Schlaf nicht reicht bzw. gestört ist, fehlt uns der Antrieb bzw. schon die innere Grundspannung / Vigilanz für konzentrierte Tätigkeiten, Selbstaktivierung und Selbstkontrolle. Im Coaching geht es mir daher häufig zunächst gerade um diese ganz basalen Geschichten.  Natürlich hauen da aber eben gerade die Exekutivfunktionsprobleme im Sinne von Selbstaktivierung, Gedächtnis (dran DENKEN, woran man DENKEN sollte), Rhythmisierung / Ausdauer und nicht die Intoleranz gegen Regeln / Fremdbestimmung negativ rein. Wir wissen, dass es sinnvoll wäre, sich an diese Struktur bzw. Rhythmisierung im Alltag zu halten. Und gleichzeitig sträubt sich so ziemlich alles dagegen an. Tagesablauf auf REPEAT

Also erst das Schlafen bzw. die Tag-Nacht-Rhythmik wieder verbessern. Und das bedeutet eben auch feste Zeiten für das Schlafen und für das Aufstehen (7 Tage die Woche) mit Ziel von mindestens 6,5 h

Dann dran Denken (bzw. abends schon Vorbereitungen treffen), dass Frühstück und möglichst auch ein Mittagessen / Abendessen dem Tag eine Struktur gibt.  Das ist nicht zuletzt auch für eine Medikamentenwirkung der Stimulanzien wichtig.  Aber mindestens genauso wichtig ist eben die Unterteilung des Tages selber. Und eine gewisse Regelmässigkeit, damit es nicht abends dann zu Heißhungerattacken von Junkfood kommen muss...

Von der Schule sind wir ja dann einen "Wochenplan" zumindest von Mo bis Freitag jeweils mit eine Stundenplan gewohnt gewesen. Wenn man sich dann selber organisieren und damit auch strukturieren soll, kann es für Auszubildende oder Studierende zur Krise kommen. Noch schlimmer ist es aber, wenn durch Arbeitslosigkeit (oder später dann Krankschreibungen / Rente) eine Vor-Strukturierung durch Arbeit wegfällt. (Ein Grund, warum ich eine Erwerbsminderungsrente bei ADHSlern für sehr unsinnig bzw. gefährlich halte). Ed Hallowell hat irgendwann mal gesagt : "Structure by Meaning" Die Aufgaben, die uns gestellt werden bzw. der Arbeitstag mit den hoffentlich sinnerfüllenden Tätigkeiten geben uns eine Vor-Strukturierung.

Ich selber bin ja bekennender Sportmuffel. Aber 30 min Bewegung am Tag (am besten draussen in der Natur) ist eigentlich ein "Muss". Einmal, weil es gesund sein soll. Dann aber auch, weil es schlicht für das Gehirn notwendig ist. Die Zeitspanne von 30 min hat sich beispielsweise als therapeutisch wirksam bei Stress, aber auch Depressionen oder Angststörungen erwiesen. Es muss also kein Fittness-Studio oder ein Trainings-Marathon sein.  Hauptsache klein bzw. kurz, aber dafür möglichst in die Routine (und damit regelmässig) machen!

Entspannung. Schön und gut. Hier denke ich an kleine "Aus-Zeiten", in denen das Gehirn "runterfahren" soll und kann. Die meisten meiner Klienten fangen spätestens hier an, sich unwohl zu fühlen. Denn das bedeutet ja auch, dass man nach einer Unterbrechung wieder "hochfahren" müsste. Also wieder in einen produktiven Modus kommen soll. Was ja alles andere als leicht ist. Klar ist aber auch, dass man nicht in Daueranspannung ohne bleibende gesundliche und auch mentale Folgen zurecht kommt. 

Repeat = Wiederhole diesen Ablauf Auch nicht gerade eine Spezialität des neurodiversen Gehirns, da Wiederholungen und damit Monotonie mit Langeweile bzw. totalem Unbehagen verbunden sein kann.

Wenn Du selber Interesse an einem Coaching hast (1:1 Online-Coaching oder meine Gruppe) dann melde dich bei mir unter winkler.orga@gmail.com

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