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Nicht-Stimulanzien bei ADHS

Alte Medikation mit neuer Verwendung ?

Es ist eigentlich hinreichend bekannt, dass alle Welt nach einer wirksamen und nebenwirkungsfreien Möglichkeit der Pharmakotherapie bei ADHS sucht. 

Die nicht-medikamentösen Optionen haben mehr oder weniger gefloppt. Sie werden als Mittel der 3. bis 4. Wahl eingesetzt, wenn es Gegenanzeigen gegen Psychostimulanzien gibt (z.B. Suchtprobleme in der Familie) oder aber Nebenwirkungen und fehlende Wirksamkeit dazu führen, solche Alternativen zu erproben. Am häufigsten ist ja wohl dann Atomoxetin = Strattera am Start. Heute dann auch mit Nachahmerprodukten / Generika. Dieses Medikament war als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer als Antidepressivum gefloppt, also nicht ausreichend wirksam für eine Markteinführung. Guanfacin = Intuniv ist ein ur-ur-uraltes Mittel gegen Bluthochdruck. Wo sich plötzlich mit ADHS ein neuer Markt ergeben sollte. Und nun gibt es seit April 2021 zumindest in den USA ein weiteres Präparat aus der Reste-Wiederverwertungsabteilung. Es war mit dem Wirkstoff Viloxazin (Markenname Vivalan) für Depressionen und die Nebengebiete Bettnessen (Enuresis) oder Narkolepsie auf dem Markt. Wie früher Reboxetin (Edronax) gehört es eben auch wie Strattera zu den selektiven Noradreanlin-Wiederaufnahme-Hemmern. Auch hier wieder das Dilemma, dass es als Antidepressivum nicht markttauglich war und jetzt von AstraZeneca bei ADHS als Quelbree verkauft wird. Zumindest eben mit der amerikanischen Zulassung. Ich bin halt irgendwie bei diesem Vorgehen skeptisch. Sicher kann es ähnlich wie Strattera / Atomoxetin wirken. Aber wohl auch nicht besser bzw. mit anderem Nebenwirkungsprofil. Die große neue Hoffnung ist es wohl also nicht...

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