Zum Hauptinhalt springen

Emotionale Dysregulation bei ADHS 

Emotionale Dysregulation (ED), obwohl von den DSM-5-Kriterien ausgeschlossen, ist ein Kernmerkmal von ADHS, das sich in zwei Bereiche unterteilen lässt: emotionale Ausbrüche und emotionale Labilität, die bei Frauen häufiger vorkommt. Dies ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie, die im Journal of Attention Disorders veröffentlicht wurde,die herausfand, dass die Self-Reported Wender-Reimherr Adult Attention Deficit Disorder Scale (SR-WRAADDS) das breite Spektrum an Symptomen, die mit ADHS bei Erwachsenen verbunden sind, einschließlich ED, zuverlässig und genau erfasst.

Die Studienteilnehmer - 369 Erwachsene mit ADHS und 251 Kontrollpersonen - füllten die SR-WRAADDS und Fragebögen zu ADHS, Depression und ED aus. Es gibt zwar mehrere andere Instrumente zur Beurteilung von ED, diese wurden jedoch nicht für klinische Populationen entwickelt und spiegeln daher nicht die spezifischen Aspekte von ED bei ADHS wider. Der SR-WRAADDS ist in dieser Hinsicht einzigartig.

Bei der Untersuchung der SR-WRAADDS-Daten entdeckten die Forscher eine Komponente "Emotionale Impulsivität mit Ausbrüchen", die mit ED in Verbindung mit Wutausbrüchen, Wutanfällen und Reizbarkeit bei Erwachsenen mit ADHS steht. Dieser Befund bestätigt die Prävalenz von ED und dass Impulsivität große soziale und emotionale Konsequenzen für Erwachsene mit ADHS hat. "Emotionale Labilität" - oder emotionale Fluktuationen, zyklothymische Merkmale und Stressanfälligkeit - war unabhängig mit dem weiblichen Geschlecht und der Vorgeschichte von Depressionen assoziiert.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der SR-WRAADDS ein feinkörniges Bild der ED-Symptome bei Erwachsenen mit ADHS liefert. Die Bestimmung spezifischer ADHS-Symptome und die Unterscheidung von Facetten der ED können helfen, die Betreuung der Patienten anzupassen und ihnen Strategien zur Bewältigung der Symptome und zur Verringerung der funktionellen Belastung durch die ED an die Hand zu geben.

Sources

 Weibel S, Bicego F, Muller S, et al. Two Facets of Emotion Dysregulation Are Core Symptomatic Domains in Adult ADHD: Results from the SR-WRAADDS, a Broad Symptom Self-Report Questionnaire. Journal of Attention Disorders. June 2021. doi:10.1177/10870547211027647 Den Artikel habe ich bei Additudemag gefunden und übersetzt, weil ich ihn wichtig finde. Bisher wird die emotionale Dysregulation eben viel zu wenig im Zusammenhang mit ADHS (aber auch anderen psychiatrischen Syndromen) gesehen

Nur Mitglieder, die Zugang zu diesem Post haben, können Kommentare lesen und schreiben.