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14. Oktober 2022

Liebe Lesende,

es klingt so einfach wie revolutionär: Stadtentwicklung von der Mobilität her zu denken! Damit haben Stadtplaner in dieser Woche ihr Modell von einer Dahmestadt begründet. Die Idee: Will man Entwicklung in der Boom-Region im Norden des Landkreises gestalten, muss man sie von der Mobilität her denken. Herzstück so einer Stadt ist eine Mobilitätstrasse, die die vielen Menschen bequem und nachhaltig an ihre Arbeits- und Wohnplätze verteilt.

Warum die Entwicklung im Regionalen Wachstumskern Schönefeld - Königs Wusterhausen - Wildau überhaupt neu gedacht werden muss, machte KWs Bürgermeisterin Michaela Wiezorek eingangs deutlich: Bei insgesamt rund 65.000 Einwohnern in den drei Kommunen gibt es zwischen 67 und 95 Prozent Einpendler. Die Einwohnerzahlen schnellen weiter nach oben. In Schönefeld wurde eben der städteplanerische Wettbewerb für ein Wohngebiet für rund 10.000 Menschen abgeschlossen, in KW stehen im Königspark 60 Hektar  für Wohnen, Gewerbe, einen Schulcampus und möglicherweise die Ausbildungszentrale der Handwerkskammer bereit. In Wildau gibt es, neben bereits bestehenden oder bevorstehenden Projekten, noch acht Hektar Entwicklungsfläche am Dahme-Nordufer. Aktuelle Projektentwicklungen verdichten das Gebiet rund um den Flughafen in den nächsten Jahren um fünf bis sechs Millionen Quadratmeter Bruttogeschossfläche.

Die Chancen und Belastungen so einer Entwicklung zu erkennen, abzuwägen und zu guten Entscheidungen zu führen, sei nun die Herausforderung, so Michaela Wiezorek. Ihr Credo: Gestalten, nicht nur verwalten, und nicht an der Gemarkungsgrenze haltmachen. Deshalb haben die drei Kommunen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald eine Vertiefungsstudie zum bereits bestehenden Weißbuch Neocity, das den Boom-Korridor zwischen Berliner Ostbahnhof, Flughafenregion und Tesla in Grünheide betrachtet, in Auftrag gegeben. Diese wurde am Dienstag vorgestellt.

Innerhalb des Weißbuchs Neocity wird die Region um den Flughafen als Airport Area definiert. Diesen Teilraum auf Ebene zwischen der lokalen Projektumsetzung und einer Gesamterzählung für den Boom-Korridor auszubuchstabieren, war Aufgabe der Vertiefung. Die Analyse zeige, so Benjamin Herkommer, Projektentwickler beim Auftragnehmer Realace, dass in der Region die Querverbindungen fehlen. "Die Verbindung nach Berlin funktioniert, aber hier vor Ort braucht man für manche Strecken unfassbar lange", so sein Fazit. 

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