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Sonntags-Update #08

Den Montag verbringen wir damit, nicht abzufackeln. Kein Spaß. Wir wollten morgens losfahren, aber der Motor wollte nicht wirklich anspringen und nach dem zigsten Versuch hat es plötzlich im Fahrerhäuschen gequalmt. Kein schöner Anblick. Zum Glück haben wir einen Feuerlöscher und zum Glück haben wir ihn nicht gebraucht. Die Fehleranalyse hat ergeben: das Kupplungsseil wird heiß und es fließt Strom durch – zwei Dinge, die so definitiv nicht gehören, immerhin sollte das Kupplungsseil mechanisch funktionieren. Wir waren de facto den ganzen Tag damit beschäftigt, herauszufinden, wie der Strom dort hinkommt und ob wir irgendwo ein Kabel hängen haben, dass Strom an die Karosserie abgibt. So wirklich einen Fehler konnten wir nicht finden, aber am Ende des Tages haben wir die Inneneinrichtung einmal komplett zerlegt, sämtliche Kabel gecheckt, ein Kabel geflickt und wie durch ein Wunder Dinge wieder zum Funktionieren gebracht, von denen wir gar nicht wussten, dass sie noch gehen. Die Blinkerleuchte sowie die Lampen im Handschuhfach und beim Wassertankmanagement zum Beispiel. Dafür ist die Leselampe am Beifahrersitz jetzt nicht mehr funktionstüchtig, na ja.

Unsere Reise geht weiter und nach einem Supermarktbesuch und der verzweifelten Suche nach einer Chemietoilettenentsorgungsstelle (wenn man sie nicht braucht, kommen sie alle paar Kilometer...) landen wir schließlich etwas von der Küste entfernt beim Lac du Saint Suzanne. Dort verbringen wir die nächsten beiden Nächte und sind erstaunt, in welch schöne Umgebung uns die App Park4Night hier gebracht hat. Wir wandern einmal um den See bis zum Wasserfall und besteigen am Rückweg eher unbeabsichtigt einen kleinen Berg, von dem aus wir eine richtig schöne Aussicht haben. In der Nähe befindet sich auch das Städtchen Cotignac, in das wir eigentlich nur einkaufen fahren wollten. Doch dann entdecken wir die Stiegen und Mauern in der riesigen Steinwand und werden neugierig. Leider ist um diese Jahreszeit keine Besichtigung möglich, aber auch von herunten, ist der Anblick beeindruckend. Und davon abgesehen ist ganz Cotignac ein supersüßes kleines Städtchen. Lorenz erklimmt noch den Berg La vigie du Gros Bessillon mit dem Mountainbike und danach geht’s für uns weiter in den Nationalpark Sainte Baume. Dort spazieren wir zur Maria Magdalena Grotte und genießen den Sonnenuntergang.

Nächster Halt, next stop: Calanques. 

Von unserem Stellplatz aus sind es gut 19 km bis zum Nationalpark, die wir mit den Rädern zurücklegen. Wir sind mit Winterjacken und Westen gestartet, doch bereits in Cassis ist klar: es herrscht hier eher Badewetter als Wintereinbruch. Da liegen doch tatsächlich Menschen am Strand und ja, die gehen hier auch baden. Laut Wetterbericht hat es 16° C, aber ok, die Sonne macht ja schließlich die Sommerstimmung. Wir radeln in den Nationalpark, unterschätzen, dass das Schild tatsächlich meint, dass man hier NUR wandern kann, und schleppen die Räder über etliche Stufen und Steine. Bei einer kleinen Bucht machen wir Mittagspause und ärgern uns, dass wir statt den Jacken keine Badesachen eingepackt haben. Zurück wählen wir den vermeintlich besser befahrbaren Weg, der ein blutiges Knie beschert.

Unser nächstes Ziel ist der schönste Ort Frankreichs: Saint Guilhem le desért und die Brücke des Teufels. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, außer: der Ort hat den Namen verdient. Auch hier sind wir wieder mit den Rädern unterwegs, mit Ducato und der damit verbundenen Parkplatzsuche hätten wir es hier nicht so lustig gehabt. Am Rückweg fahren wir durch herbstliche Weingärten und machen bei einem Winzerbetrieb Halt, wo wir einen Wein aus der Gegend inkl. Höhenmeterangabe kaufen und abends genießen.

Wo waren wir noch?

Unseren letzten Tag in Frankreich haben wir in Beziers, einer Stadt, die wohl bei Schönwetter mehr zu bieten und uns jetzt nicht so ungehauen hat, und in dem Örtchen Le Somail verbracht. In Le Somail gibt es einen Kanal, schöne Steinhäuschen und eine alte Buchhandlung, die aber leider geschlossen hatte. Dafür haben wir jede Menge Tiere getroffen: die verspielteste Katze überhaupt, eine Graugänse-Familie und ein Biber-Pärchen.

So, und jetzt geht’s ab nach Spanien! Mit dem schönsten Pyrenäen-Ausblick ever!

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