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Sonntags-Update #14

Die Talfahrt von der Sierra Nevada Richtung Granada gestaltet sich fast so abenteuerlich wie das Hinauffahren. Wir lernen viel über die Funktionsweise unseres Bremskraftverstärkers und legen einige Pausen ein. Wir starten langsam ins neue Jahr, legen erstmal einen Einkaufs- und Waschtag ein und finden durch Zufall „Los Cahorros“. Wir verbringen einen ganzen Nachmittag dort und gehen mehr zu Fuß als geplant. Der Weg führt uns über 3 Hängebrücken durch die Klamm nach oben und über einen richtig schmalen, ungesicherten Weg weiter hinein in die Klamm. Wir sind froh, dass sich hier ein Einbahnverkehr gebildet hat und wir daher keinen Gegenverkehr haben. Zurück gehen wir sozusagen „obenrum“, über die savannenartigen Hügel.

Granada

Über Nacht hatten wir zum ersten Mal 0° C, daher waren wir nicht sicher, ob unser Ducato in der Früh auch anspringt. Aber wir hatten Glück! Wir konnten beim ersten Versuch starten. Also ab nach Granada! Tickets für die Alhambra haben wir uns natürlich schon im Vorhinein besorgt und das war dann auch gleich unser erster Stopp. Die Alhambra war viel größer als wir dachten. Wir haben in den Gärten begonnen und sind dann kurz im Museum gewesen, bevor wir Mittagspause in der Schlange für die Nazaríes Paläste gemacht haben. Trotz Eintrittszeit sind wir ein paar Minuten angestanden, war aber halb so wild. In den Palästen, aber auch generell in der Alhambra, gab es überall wunderschöne Verzierungen, Höfe und an vielen Stellen waren Wasserrinnen in den Boden eingelassen, genauso wie kleine Brunnen. Viele Säulen und Bögen, aber auch verzierte und geschmückte Decken machen die alten Mauern zu wahren Palästen. Bei all dem begleitet uns mal wieder die pralle Sonne. Deshalb gehen wir anschließend noch einmal ins Museum bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machen. Wir gehen noch zu einer Aussichtsplattform gegenüber der Alhambra, von wo aus wir die Alhambra mit der Sierra Nevada im Hintergrund sehen können – das Touri-Foto schlechthin, aber es ist ja auch ein richtig schöner Anblick.

Wir spazieren durch die Altstadt und machen uns dann auf den Weg zum 3-Königs-Umzug. Hier in Spanien bringen ja die Heiligen Drei Könige den Großteil der Weihnachtsgeschenke und der 6. Jänner ist ein dementsprechend wichtiger Feiertag. Bereits am 5. Jänner finden die 3-Königs-Umzüge in den Städten statt. Der Beginn des Umzugs ist schnell gefunden, wir brauchen dafür nur den Luftballonverkäufern und den aufgeregten Kindern folgen. Der Umzug an sich ist ähnlich wie ein Faschingsumzug. Nacheinander fahren verschiedenste Gefährte vor, begleitet von live oder Lautsprechermusik, teilweise wird auch getanzt. Dabei gibt es tolle Verkleidungen, nicht nur die Heiligen Drei Könige marschieren hier auf, nein, auch Super Mario, weiße Pferde, ägyptische Tempelritter, Königinnen und Pawpatrol sind vertreten. Dabei werden fleißig Zuckerl in die Menge geschmissen und von aufgeregten Kinderhänden eingesammelt. Die Stimmung ist sehr locker. Allerdings steht neben uns eine Familie, die mit einem Regenschirm Süßigkeiten einsammelt und sich so einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft, sehr zum Unmut der Umstehenden. Schnell bildet sich eine Gruppe Super-Mamas, die lautstark ruft: „Werft es zu uns, nicht in den Regenschirm!“ :D

Nach über einer Dreiviertelstunde ist der Spaß vorbei und auch wir haben ein paar Zuckerl abbekommen. Anschließend gehen wir noch Churros con Chocolate essen – und zwar nicht die kleinen Stangerl, sondern die richtig guten, dicken. Hier sehen wir nochmal etwa die Hälfte des Umzugs vorbeiziehen und als er auch hier zu Ende ist, wird die Churreria wortwörtlich von den Einheimischen gestürmt.

Alhama de Granada

Abends fahren wir noch weiter in das Dorf Alhama de Granada. Es sind wieder mehr Höhenmeter als gedacht, aber immerhin ist es schon relativ spät, sodass wir den Verkehr nicht wirklich aufhalten hätten können. Erst möchte uns ein Polizist nicht zum Stellplatz alias Marktplatz abbiegen lassen, aber dann winkt er uns doch durch. Nur wenig später zieht auch hier lautstark ein 3-Königs-Umzug vorbei. Am nächsten Tag findet ein Markt am Platz statt und wir kaufen viel Gemüse und den angeblich besten Honig Spaniens – direkt aus dem Ort. Wir machen uns nach dem Mittagessen und der netten Bekanntschaft mit einem reisenden Schweden in einem echt süßen Wohnmobil auf den Weg und schaffen es gleich nach der ersten Abbiegung außerhalb des Ortes wieder auf eine unglaublich steile Nebenstraße zu gelangen. Mit den tollen Google-Maps „Abkürzungen“ gibt es wohl immer wieder derartige Erfahrungen. Es darf also mal wieder der erste Gang voll ausgefahren werden. Oben angekommen haben wir dafür im Rückspiegel noch einmal einen richtig tollen Ausblick auf die Sierra Nevada, und von hier aus versteht man auch, warum sie Beschneite Wüste genannt wird. Wir machen nochmal Fotos und mit diesem Panorama im Rücken geht es weiter über die Hochebene. Nach einer Weile fahren wir durch eine Einengung zwischen zwei Hügeln hindurch und vor uns ergibt sich ein tiefes Tal und wir sehen bis zum Meer. Die Hügel neben uns werden zu Bergen und wir dürfen wieder viele Höhenmeter bewältigen. Diesmal jedoch bergab über eine malerische Kurvenstraße.

Málaga

Unser nächstes Schlaflager schlagen wir vor Málaga auf. Direkt zwischen einer großen Straße und der Strandpromenade beim Meer. Es sind echt viele andere Wohnmobile dort, auch ein österreichisches, es ist aber auch echt ein guter Platz, um die Stadt zu erkunden.

Wir spazieren zu Fuß in die Stadt, was nun doch etwas länger dauert als gedacht. Wir besichtigen das Castillo de Gibralfaro und die Alcazaba, von wo aus man eine gute Aussicht über die Stadt hat. Auch hier gibt es unzählige Verzierungen und Wasserläufe im Boden (mit der Alhambra kann es aber natürlich nicht mithalten). Außerdem gibt es hier viel Grün. Wir sehen zweimal ein Eichhörnchen und unzählige Papageien. Danach strawanzen wir durch Málagas Altstadt, es gibt so viele kleine Geschäfte und Restaurants und alles hat einen orientalischen Touch. Beim Mercado Central holen wir uns viel zu viel Mittagessen und picknicken auf einem Platz. Am Rückweg sehen wir wieder die ganzen kleinen Grillhüttchen vor den Restaurants am Strand, wo natürlich Fisch gegrillt wird (bzw. wurde, denn während unseres jetzt noch viel längeren Rückwegs ist gerade Siesta – kein Scherz, die findet hier zwischen 17 und 20 Uhr statt haha).

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