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Sonntags-Update #15

Wir lassen diese Woche langsam angehen. Budgetfreundliche Stellplätze für Wohnmobile sind an der Costa del Sol selten, weshalb wir in Benalmádena auf viele Gleichgesinnte treffen. Es wird sogar gemunkelt, dass ALLE Camper und Wohnmobile, die entlang der Ostküste unterwegs sind, hier vorbeikommen. Wir bleiben für zwei Nächte und arbeiten auch etwas für die restliche Woche vor. Anschließend geht es die letzten Kilometer an der Mittelmeerküste entlang, aber die Straße ist weniger spektakulär als erwartet, weshalb wir eher zügig unterwegs sind. Bei einem eher unscheinbaren Plätzchen entscheiden wir uns spontan Rast zu machen, gehen an den Strand und bleiben dann mit guter Aussicht aufs Meer auch gleich über Nacht. Anschließend geht‘s weiter zum südlichsten Teil Spaniens. Vor Gibraltar legen wir noch einen Dusch- und Strom-Stopp ein um danach mit vollgeladenem Akku Gibraltar zu besichtigen.

Gibraltar

Am Weg vom Parkplatz zur Grenze geht so stark der Wind. Die Sandkörner in der Luft sind wie kleine Nadelstiche auf unserer Haut und als wir später unsere Schuhe entleeren, schaut es aus, als wären wir damit Sandschaufeln gewesen. Die Einreise nach Gibraltar verläuft so richtig mit Grenzkontrolle und Reisepass herzeigen. Gleich nach der Grenze muss man über das Flugfeld Gibraltars spazieren – etwas ungewohnt. Ampel und Schranken zeigen an, wenn einmal tatsächlich ein Flugzeug starten oder landen sollte (was auf unserem Rückweg auch der Fall ist). Wir spazieren ins Zentrum (eigentlich gibt es hier ja auch nichts anderes 😊), die meisten Schilder sind jetzt zweisprachig, manches auch einfach nur Englisch und an vielen Ecken wird tatsächlich British English gesprochen. Bald biegen wir nach links ab und machen uns an die Besteigung des berüchtigten Affenfelsens. Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht besser. Für uns sehr überraschend steht plötzlich ein Kassahäuschen am Wegesrand. Da wir niemanden sehen, gehen wir weiter, werden aber zurückgerufen – und vom Eintrittspreis doch ziemlich überrascht, insbesondere da der Preis in Pfund angegeben ist und das in Euro ja nochmal ein Eck mehr ist. Hinein wollen wir natürlich trotzdem. Und es rentiert sich! Bald treffen wir auf die ersten Makaken-Affen am Wegesrand. Sie sehen so unfassbar menschlich aus! Spielen miteinander, lausen sich, essen oder sitzen einfach da und wundern sich über die aufgeregten Tourist:innen. Angreifen ist übrigens nicht erlaubt und die Affen machen sich meist auch aus dem Staub, wenn man ihre Privatsphäre nicht respektiert. Neben den Affen bietet der Nationalpark auch einige historische Monumente aka Kriegserinnerungen sowie eine Hängebrücke und schöne Aussichtsplätze. Und eine Grotte! Ein wunderschönes Höhlensystem in dem auch eine Musik-Lichter-Show stattfindet. Wer den Affenfelsen nicht zu Fuß erklimmen möchte, kann auch mit der Gondel nach oben fahren. Bei der Bergstation gibt es noch einige Informationen über die Makaken und als wir auf die Aussichtsplattform kommen, ist auch dort ein Affe. Er verspeist genüsslich einen Apfel und Lorenz legt ihm den zweiten Apfel vom Boden auch noch hin. Dafür interessiert er sich erst gar nicht, erst als zwei kleine Affen über die Außenmauer heraufkommen und sich den Apfel schnappen wollen, faucht er und erklärt den zweiten Apfel somit zu seinem Eigentum. Die kleinen Affen beginnen daraufhin (aus Spaß?) zu kämpfen und einer springt schutzsuchend an Lorenz hoch. Kurzer Schreck haha! Wir machen uns dann wieder auf den Weg nach unten – insbesondere, weil der Hunger immer größer wird. In Gibraltar wird ja alles in Pfund angeschrieben und wirklich alles ist teurer als in Spanien – außer Sprit, der ist vergleichsweise echt günstig. Nach einem guten Abendessen fahren wir noch weiter nach Tarifa (der südlichste Punkt Spaniens) und suchen bereits im Dunkeln einen Übernachtungsplatz – den wir auch finden: zwischen einer Menge anderer Wohnmobile direkt am Strand!

Tarifa

Viel haben wir über diesen kleinen Ort bereits gehört. Wir werden jedoch nur zwei Nächte bleiben, denn die Nächte sind sehr schaukelig und das Wetter eher so mäßig. Sand und Salz sind überall. Für einen langen Strandspaziergang bis nach Tarifa reicht die Zeit aber dennoch. Der starke und konstante Wind hat aus dem Sandstrand ein ganz besonderes Kunstwerk gezaubert: überall, wo kleine Steinchen gelegen sind, hat der Wind links und rechts daneben den Sand weggeblasen, wodurch „Kometenschweife“ hinter den Steinchen zurückgeblieben sind (Könnt ihr euch das in etwa vorstellen?). Die Altstadt von Tarifa ist recht putzig und direkt hinter der Brücke, die zur Burg und zum Leuchtturm führt, zeigen Kite-Surf-Profis ihre Skills und fliegen teilweise mehrere Meter weit durch die Luft. Wir machen uns auf den langen Rückweg und kommen ein paar Minuten nach Sonnenuntergang wieder beim Ducato an. Der Sonnenuntergang hat trotz ein paar Wolken etwas ganz Besonderes an sich. Die Sonne verschwindet am Horizont hinter einem Frachtschiff, dass sich auf den Weg in den Atlantik gemacht hat.

Cadíz

Unser nächster Stopp ist Cadíz. Wir suchen gefühlt eine Ewigkeit Parkplatz, weil wir den Parkplatz bei der Stadteinfahrt nicht nehmen wollten und es auf der Hauptstraße auch keine direkte Wendemöglichkeit gab. Wo sind die (sonst immer in unnötig hoher Anzahl vorhandenen) Kreisverkehre, wenn man einmal einen braucht? Schlussendlich kehren wir am Ende der Stadt um und fahren genau dorthin zurück. Ein (fake?) Einweiser winkt uns, wir haben uns da aber schon für einen anderen Parkplatz entschieden und parken ein. Der Mann kommt in unsere Nähe und grüßt freundlich. Mehr sagt er nicht, er bleibt aber ewig lange in der Nähe unseres Ducatos und wir fürchten uns ehrlich gesagt ein etwas um unser Auto. Das gleiche Verhalten legt er auch anderen Ankommenden gegenüber an den Tag, was uns immerhin etwas beruhigt. Irgendwann machen wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg in die Stadt. Wir radeln die Strandpromenade entlang und landen direkt bei der Kathedrale. Ab hier schieben wir die Räder durch die nette Altstadt, bevor wir mit den Rädern unsere Runde an der Küste fortsetzen.

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