T wie Teilen (8/11)

Weitererzählen und kleiner machen - Folge 8 des Newsletters zur Anleitung zum Unkreativsein ist ein Teekesselchen: T wie Teilen 

Ein Wort: Teilen

Manchmal hat ein Wort mehrere Bedeutungen. Der Begriff Teilen bezieht sich beispielsweise auf die Idee des Mitteilens und kann auch das Zerlegen beschreiben. Um beide Aspekte geht es in dieser Folge, die zum Start vor allem darauf hinweisen will, dass die Doppeldeutigkeit von Begriffen sehr helfen kann, um neue Perspektiven zu erlangen. Im Buch handelt ein ganzer Schwerpunkt von der metaphorischen Sprache, zu der ich Ihnen diesen Vortrag von James Geary empfehle

Es ist hilfreich diese Form des Sprechens und Denkens zu üben, um neue Perspektive zu erlangen: Der Gedanke "Diese Situation ist wie ..." ist nicht selten schon ein erster Schritt zur Lösung.

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Eine Übung: Machen Sie es kleiner - und erzählen Sie davon!

Beginnen wir mit dem Zerlegen des Teil-Begriffs: Teillösungen sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem Ergebnis, manchmal sind sie gar selbst die Lösung. Deshalb ist es wichtig, Aufgaben in kleine Teile zu zerlegen - und die Fragestellung zu verändern. Im Buch ist dies an der Erfindung des Kreisverkehrs illustriert, der den Verkehrsfluss an einer Straßenkreuzung regelt. Der zentrale kreative Trick auf dem Weg zu einer Lösung: die Aufgabe verkleinern! Es geht nicht mehr darum, eine Lösung für ALLE Fahrzeuge zu finden, sondern für jeweils eins.

Der zweite Aspekt des Teilens liegt im Weitererzählen. Im Prozess des Design Thinkings ist dieses Erzählen ein eigener wichtiger Schritt, weil er hilft, Ideen zu schärfen. Ich habe das Kapitel im "Design Thinking"-Schwerpunkt deshalb auch "Erfinden um davon zu erzählen" genannt, weil ich glaube, dass das Mitteilen ein zentraler Schritt auf dem Weg zu einer Lösung ist. 

Die konkrete Übung lautet deshalb: Beginnen Sie im kreativen Prozess mit einer Pressemitteilungen, die zusammenfasst, was Sie zu erfinden gedenken ;-)

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Eine Frage: Wie geht es weiter?

Stefan hat das Buch bereits gelesen und fragt: Was kommt jetzt? "Danke für das tolle Buch, ich hab es mit Freude gelesen. Die Illustrationen sind super, die Übungen sehr hilfreich - aber was mach ich jetzt?"

Fang an, lautet meine einfache Antwort. Nutze das Ideentagebuch und schreibe dir jeden Tag eine Idee, eine Beobachtung oder eine Frage auf. Bleibe dabei geduldig und ausdauernd und du wirst nach vier, fünf Wochen erstaunliche Ergebnisse bemerken. 

Darüberhinaus habe ich im Buch aber noch einen zweiten Weitermach-Tipp versteckt: Die Danksagung besteht einzig aus Sätzen, die ich aus Büchern geliehen habe, die mich inspiriert haben. Da kann man weiterlesen!

Ein Wort, eine Übung, eine Frage - drei Gedanken zum Thema Kreativität erscheint jeden Montag. Wenn Sie nicht bis zur nächsten Folge warten wollen: Die Anleitung zum Unkreativsein ist jetzt im Handel.

Wenn Sie eine Frage haben: Schreiben Sie mir!