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#20 #ErneuerbareEnergien #Interview

Energiewende mit größtem Vergnügen

Claudia Kemfert ist eine der einflussreichsten Ökonom°innen Deutschlands. Im Treibhauspost-Interview rechnet sie mit atomaren Power-Point-Technologien und den nervigsten Argumenten gegen erneuerbare Energien ab. ~ 8 Minuten Lesezeit

Die Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien ist wohl die vielversprechendste Maßnahme überhaupt, um Emissionen einzusparen. Die Stichworte fliegen uns jeden Tag in den Headlines entgegen: 10H-Abstandsregel, EEG-Umlage, EU-Taxonomie. Häufig komplex und abstrakt. 

Um die Übersicht zu behalten, haben wir mit einer gesprochen, die vielleicht wie keine andere den Durchblick bei diesen wichtigen Themen hat.

Seit über 20 Jahren forscht sie zu Energie und Klima. Sie ist Abteilungsleiterin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Bei Anne Will legt sie sich mit Christian Lindner an. Und über die sozialen Medien erreicht sie zehntausende Menschen. Ein Gespräch mit einer der einflussreichsten Ökonom°innen Deutschlands.

Willkommen, Claudia Kemfert. Du hast bestimmt schon Don’t Look Up gesehen, oder?

Ja, über Weihnachten. Ein sehr interessanter Film!

Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence warnen als Wissenschaftler°innen vor einer globalen Katastrophe und werden weder von den Medien noch von der Politik ernst genommen, bevor es zu spät ist. Wie hast du dich gefühlt als du den Film geguckt hast?

Leider, leider hat dieser grandiose Film so viele wahre Kerne, dass ich mich als Wissenschaftlerin darin oft wiedergefunden habe. Der Film macht auf vielen unterschiedlichen Ebenen deutlich, warum wir bei der Bewältigung der Klimakrise scheitern.

Welche Ebenen sind das?

Da ist zum einen die Wissenschaftskommunikation: Es gibt schwerwiegende, bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse, dass der Planet bedroht ist. Doch dieses Wissen so zu kommunizieren, dass es die breite Öffentlichkeit versteht und daraus zielgerichtete und effektive Handlungen abgeleitet werden – das ist eine gewaltige Herausforderung!

Die Regeln der Kommunikation innerhalb der Wissenschaft entsprechen nicht denen der Medien. Das ist das eine. Das andere ist, dass die Politik ebenso eigene Regeln verfolgt: Sei es, dass Wahlen gewonnen werden müssen, sei es, dass wirtschaftliche Interessen effizienten Lösungen entgegenstehen.

Liegt der Widerstand vielleicht auch daran, dass die Wissenschaft hier keine Raketen oder Medikamente, sondern immer nur neue Probleme verkündet?

Überbringer°innen schlechter Nachrichten sind nie gern gesehen. Aber beim Thema Klimaschutz und Energiewende werden manche Wissenschaftler°innen gezielt verunglimpft – von denjenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen jeden Wandel aufhalten wollen.

Auch dieses Prinzip macht der Film eindrücklich deutlich. Dass im Film die Politik – oder besser gesagt, die Präsidentin im Trump-Stil – am Ende den völlig abgedrehten Ideen eines mächtigen Software-CEOs folgt, ist absurd komisch und traurig zugleich. Es ist überzeichnet, aber nicht falsch.

Was müsste aus deiner Sicht in den nächsten Jahren passieren, damit die Wissenschaft mehr Gehör findet?

An Transparenz mangelt es in der Wissenschaft sicher nicht; es wird sehr viel und auch sehr breit kommuniziert. Gerade im Bereich der Klimawissenschaft rückt neben den unzähligen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und der üblichen Wissenschaftskommunikation endlich die populäre Wissensvermittlung in den Fokus.

Heißt einerseits: Allgemeinverständliche Bücher und Beiträge in Print, Funk, Fernsehen und sozialen Medien. Heißt aber auch: verschiedenste Debattenformate zu nutzen, Podiumsdiskussionen, Streitgespräche, TED-Talks oder Vorträge. Das galt lange insbesondere in der deutschen – im Gegensatz zur internationalen – Wissenschaft als „nicht standesgemäß“. Aber das ändert sich hier seit einiger Zeit glücklicherweise.

Inwiefern?

Inzwischen sind auch renommierte Helmholtz- oder Max-Planck-Forschende auf Twitter oder Instagram unterwegs. Früher wurde ich häufig belächelt für meine zielgerichtete Kommunikation außerhalb der Wissenschafts-Blase. Heute gelte ich immer öfter als Role Model der Wissenschaftskommunikation. Erst vor kurzem habe ich einen Beitrag über den „begeisternden Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit“ veröffentlicht.

Zusammen mit dem MDR nimmst du alle zwei Wochen Kemferts Klima-Podcast auf. Dort ordnest du aktuelle klimapolitische Entscheidungen ein. War der Corona-Podcast mit Christian Drosten ein Vorbild?

Wissenschafts-Podcasts sind keine ganz neue Erfindung. Es gab schon 2018 eine amerikanische Studie dazu, die zeigt wie beliebt dieses Format zur Zeit ist. Als der MDR mich im letzten Herbst anfragte, ob ich für einen solchen Podcast zur Verfügung stünde, habe ich gern zugesagt. 

Das Konzept hat mich überzeugt, weil ich hier endlich länger und ausführlicher als sonst über Forschungserkenntnisse informieren kann. Aber vor allem begeistert mich, dass unglaublich viele, beeindruckende und fundierte Publikumsfragen gestellt werden.

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Brauchen wir mehr von solchen regelmäßigen Formaten?

Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen eine große Sehnsucht nach Substanz haben und sich ausgewogene, ruhige und sachliche Information wünschen. 

Unser Podcast ist das Gegenteil von schnellem, affektivem Clickbaiting, nämlich ein ruhiges, reflektierendes Gespräch. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen: Sehr viel mehr Menschen als weithin angenommen schätzen solche Formate mit wissenschaftlichem Fundament.

Kommen wir zum Kern deiner Arbeit. Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass wir einen schnellstmöglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien brauchen, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Trotzdem wurden in den letzten Jahren Wind- und Solarenergie immer wieder ausgebremst. Wie gehst du damit um?

Ausgebremst wird ja schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Genau deswegen habe ich zwei Sachbücher zu genau diesem Thema veröffentlicht. Darin erläutere ich, wie die Lobby der Vergangenheit argumentiert und welche Mythen verbreitet werden. Aber ich erkläre eben auch, wie diese vermeintlichen Argumente wissenschaftlich einzuordnen und zu widerlegen sind.

Hast du ein Beispiel? Welches Argument nervt dich am meisten?

Der gängigste Mythos ist wohl: „Die Energiewende lässt die Strompreise explodieren.“

Und was ist das Gegenargument?

Die Anschubfinanzierung der erneuerbaren Energien wurde über den Strompreis finanziert – politisch gewollt. Die Menschen hatten also erstmal höhere Stromrechnungen im Briefkasten. Das war bei Atomkraft anders und bei Kohle auch: Die wurden und werden immer noch mit Steuergeldern subventioniert. Die Folgekosten werden also quasi heimlich aus dem Staatshaushalt gezahlt. So entsteht der Eindruck, Ökostrom sei ein Luxusgut.

"Ich werde nicht müde und werde wenn nötig diese Inhalte noch weitere tausend Mal erläutern."

Dass zudem die sogenannte EEG-Umlage permanent gestiegen ist, war ebenfalls politisch motiviert. Tatsächlich wirken erneuerbare Energien nämlich preissenkend auf den Börsenstrompreis. Aber in der EEG-Umlage wurde verwirrenderweise genau das zur Bemessungsgrundlage: Je niedriger der Börsenstrompreis, desto höher die EEG-Umlage.

Die Antwort ist deutlich länger als der Mythos …

Wissenschaft lässt sich selten auf einen simplen Slogan reduzieren. Die Erfahrung zeigt: Je knackiger das Argument, desto skeptischer sollte man sein.

Kannst du das Kostenargument trotzdem nochmal auf den Punkt bringen?

Fakt ist: Es sind fossile und atomare Energien, die gigantische Kosten verursachen. Nur werden diese Kosten nicht über den Strompreis, sondern quasi heimlich, also durch verborgene Finanzflüsse bezahlt oder die Kosten auf die Zukunft vertagt. Die horrende Rechnung für den Atommüll zahlen wir noch Jahrtausende lang.

Welches andere Argument gegen erneuerbare Energien nervt dich besonders?

Lange Zeit besonders beliebt war der Blackout, der uns angeblich droht, wenn wir auf erneuerbare Energien setzen. Populäres Stichwort: „Dunkelflaute“. Ebenfalls ein Mythos.

"Ich mache kein Unterhaltungsprogramm. Ich bin Wissenschaftlerin."

Auch mit einer Vollversorgung erneuerbarer Energien kann eine sichere Versorgung gewährleistet werden – das zeigen zahlreiche Studien. Hier werden an der falschen Stelle Ängste geschürt. 

Denn in Wahrheit sind es derzeit eher die maroden Atomkraftwerke, die hohe Ausfallzeiten haben und so zum Beispiel das atom-fixierte Frankreich zwischenzeitlich in Versorgungsnöte bringen.

Wirst du nicht müde, solche Mythen zu widerlegen?

Nein. Ich werde nicht müde und werde wenn nötig diese Inhalte noch weitere tausend Mal erläutern. Das ist es wert. Ich mache kein Unterhaltungsprogramm. Ich bin Wissenschaftlerin. Ich erforsche die Fakten. Und die ändern sich eben nicht jeden Tag.

Von Mythen zu Maßnahmen: Welche Instrumente sind aktuell besonders wichtig für eine klima-kompatible Energiewende?

Als Erstes müssen wir den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv beschleunigen. Wir brauchen mindestens eine Verdreifachung des aktuellen Ausbautempos. Zweitens müssen wir ausreichend Flächen, insbesondere für Windenergie bereitstellen – zwei Prozent der Fläche in jedem Bundesland. Pauschale Abstandsregelung wie beispielsweise die 10H-Regelung in Bayern sollten ersatzlos gestrichen werden. 

Und drittens benötigen wir vereinfachte Genehmigungsverfahren und mehr finanzielle Beteiligungsmodelle. Die Erfahrung zeigt: Wenn Kommunen am Gewinn ihrer Windräder beteiligt werden, erhöht sich die Akzeptanz.

Zu den Kosten des Klimaschutzes hat Bestseller-Autor Yuval Harari kürzlich ausgerechnet, dass eine Klimakatastrophe mit nur zwei Prozent des globalen BIPs aufgehalten werden könnte. Das klingt unfassbar günstig.

Genau! Viele Klima-Ökonom°innen haben dargelegt, dass die Weltrettung nicht teuer ist. Ich habe die Kosten mit meinem Team schon vor über 20 Jahren für Deutschland durchgerechnet. Das Ergebnis: Klimaschutz kostet weniger als kein Klimaschutz. Aber je länger wir warten, desto teurer wird es. Der Klimawandel und die damit verbundenen extremen Klima-Ereignisse führen nämlich zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden.

Warum fangen wir dann nicht einfach an mit ernsthaftem Klimaschutz?

Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.

Kannst du das kurz erläutern?

Da sind wir wieder bei Don’t Look Up, dem anfangs erwähnten Film. Effektive Klimaschutzpolitik ist deswegen schwer durchzusetzen, weil es in den letzten 30 Jahren intensive, aufwändige und gezielte PR-Kampagnen gab, um Zweifel zu säen. Zum Beispiel durch die beiden gerade beschriebenen Mythen.

"Klimaschutz kostet weniger als kein Klimaschutz."

Das ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Naomi Oreskes und Eric M. Conway haben in ihrem sehr lesenswerten Buch „Merchants of Doubt“ eindrücklich dargelegt, welche Mechanismen des Zweifel-Säens genutzt werden, um politische Prozesse zu verzögern. 

Das war übrigens bei der Einführung des Rauchverbots nicht anders. Es werden Zweifel gesät, um die vergangenen Geschäftsmodelle möglichst lange aufrechtzuerhalten. Und es funktioniert: Klimaschutz wird nach wie vor effektiv behindert.

In der öffentlichen Debatte geht es häufig um Klimaschutz-Maßnahmen innerhalb Deutschlands. Was sind wichtige nächste Schritte, um Entwicklungsländer beim Ausbau der Erneuerbaren Energien zu unterstützen?

Deutsche Klimaschutzmaßnahmen wirken nicht allein in Deutschland. Die Tatsache, dass dank deutscher Pionierarbeit und frühzeitiger Förderung die Kosten für erneuerbare Energien massiv gesunken sind, hilft auch und gerade den Entwicklungsländern.

Das klingt erstmal überraschend.

Erstmal schon – aber dadurch können dort heute erneuerbare Energien sehr kostengünstig ausgebaut werden. Die Investitionskosten in Wind- und Solarenergie sinken kontinuierlich, das hilft diesen Ländern enorm. Erneuerbare Energien schaffen Wohlstand und Frieden. Deswegen sollte uns allen daran gelegen sein, diese Energien so schnell wie möglich weltweit auszubauen.

Und wie können wir das globale Ausbautempo erhöhen?

Um global schneller voranzukommen, sind meines Erachtens zwei Dinge wichtig. Erstens, gezielte Entwicklungspartnerschaften. In der Deutschland-Südafrika-Kooperation wird etwa der südafrikanische Kohleausstieg mit deutschem Geld und Know-how durch einen deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien begleitet.

Zweitens, Finanzfonds oder bilaterale Vereinbarungen für internationale Klima-Investitionen: Daraus ließen sich vielfältige Projekte für erneuerbare Energien finanzieren.

Zurück nach Europa – die EU plant Erdgas und Atomenergie als klimafreundliche Brückentechnologie zu deklarieren und somit Investitionen zu begünstigen. Ein Fehler?

Auf jeden Fall. Die EU-Taxonomie-Vorschläge zu Atom und Gas sind falsch und rückwärtsgewandt. Beide Technologien sind weder nachhaltig noch grün. Die Finanzierung von fossilem Erdgas verursacht hohe Mengen Treibhausgas und ist nicht kompatibel mit den Pariser Klimabeschlüssen. 

Der Bau von Atomkraftwerken ist nicht nur enorm teuer, sondern dauert auch viel zu lange. Dabei benötigen wir so schnell wie möglich eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien.

Wie wichtig ist es, dass Deutschland und andere Länder ohne Atomkraft wie Italien und Österreich eine Vorreiterrolle einnehmen für einen internationalen Atomausstieg?

Sehr wichtig. Atomenergie ist höchst riskant und hinterlässt Müllkosten für Jahrtausende. So schafft man Stranded Investments. Dabei sinken die Kosten für die Energiewende kontinuierlich. Der Umstieg hin zu erneuerbaren Energien ist ohnehin unumkehrbar. Das zeigen alle Studien mittlerweile weltweit. 

"Wir führen Gespenster-Debatten, die uns wieder einmal nur aufhalten."

Daher hätte man in der Taxonomie auf beides, Atom und Gas, besser verzichtet und stattdessen nur echte grüne und nachhaltige Technologien benannt – also erneuerbare Energien, Energiespeicher, Elektromobilität oder Energiesparlösungen.

Die Diskussionen um die EU-Taxonomie sind einfach nur ärgerlich. Sie kosten Nerven, aber vor allem Zeit. Das ist wohl Sinn und Zweck der Debatte: Sie behindern und verzögern die ökologische Transformation. Wir führen Gespenster-Debatten, die uns wieder einmal nur aufhalten.

Für die Atomenergie werden neue Lösungsansätze wie Small Modular Reactors (SMRs) diskutiert. Bill Gates beispielsweise investiert in Start-ups, die diese Technologie verfolgen. Was hälst du davon?

Es sind Start-ups am Werk, die versprechen, mit SMRs risikoarme Atomenergie quasi im Vorgarten zu produzieren. Das Ganze ist aber vollkommen illusorisch. Vollmundiges Start-up-Marketing, das kurzfristig Geld in die Kassen der Gründer°innen spült. Derlei phantastische Power-Point-Technologie, die so gut wie nicht erforscht ist, mag ein paar wissenschaftsferne Milliardäre zu riskanten Investitionen verleiten.

Das wissenschaftliche Fazit aber ist eindeutig: Atomenergie ist zu teuer, zu unsicher und die neuesten Versprechungen kommen zu spät. Die Kosten sind zudem noch höher als bei großen Kernkraftwerken. Auch das ungelöste Problem der Endlagerung gibt es weiterhin, genauso wie das Risiko der Proliferation, also der Nutzung des Atommülls für militärische Zwecke.

Du bist bei den Scientists for Future (S4F) aktiv – einem Zusammenschluss aus Tausenden Wissenschaftler°innen, die sich öffentlich hinter die Fridays-Bewegung stellt. Was hat dich dazu bewegt?

Wir leben in einer Zeit, in der Fake News im Aufschwung sind. In der fossiles Kapital aufgewendet wird, um die öffentliche Meinung und politische Entscheidungen zu beeinflussen und so die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen zu verlangsamen. Umso wichtiger ist es, dass sich Wissenschaftler°innen Gehör verschaffen, sich vernetzen und ihre Fakten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Und: Wir sind nicht zuletzt durch die Steuergelder, die in unsere Forschung fließen, dazu verpflichtet, unsere Erkenntnisse der breiten Öffentlichkeit zu erläutern. Und genau das machen wir mit den Scientists for Future.

"Werde aktiv, egal wo! Bring dich ein, egal an welcher Stelle!"

Würdest du sagen, S4F könnte in der Bewältigung der Klimakrise das Bindeglied sein zwischen der Fridays Bewegung der jungen Menschen und einer breiten Gesellschaftsschicht?

Ja, auf jeden Fall. Immer mehr Menschen lassen sich für Klima- und Naturschutz begeistern. Es gibt ja mittlerweile viele unterschiedliche „for Future“-Gruppierungen. Neben den Scientists und den Fridays gibt es auch Health, Architects, Engineers und sogar „Omas4Future“ und vielzählige mehr.

In meinem aktuellen Buch „Mondays for Future“ wende ich mich gezielt an alle diese Menschen. Sie wollen nicht an einer verklärten Vergangenheit festhalten, sondern eine faire, demokratische und ökologische Zukunft gestalten.

Und was sagst du denen?

Ich sage: Lass dich für die vielfältigen Aspekte des Klimaschutzes begeistern! Werde aktiv, egal wo! Bring dich ein, egal an welcher Stelle! Es ist schließlich nicht mehr und nicht weniger als ein Menschheitsthema, das uns alle zusammenbindet.

Wie gehst du persönlich mit dem Wissen um, dass es sehr sehr knapp wird, in den nächsten Jahrzehnten einer Klimakatastrophe zu entgehen?

Optimistisch bleiben. Wissenschaftlich arbeiten. Erkenntnisse sammeln. Vernetzen. Expertisen einbringen. Kommunizieren. Kenntnisse dem breiten Publikum erläutern. Und wieder erläutern. Immer wieder erläutern.

Also wie gehabt?

Genau. Das mache ich seit über 20 Jahren. Und werde es auch weiter machen. Mit größtem Vergnügen!

Vielen Dank für das Gespräch.

Wenn Du mehr von Claudia Kemfert lesen und hören willst, können wir Dir folgende Veröffentlichungen ans Herz legen:

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