Was wir jetzt tun können 

Dir wurde dieser Newsletter weitergeleitet? Smart Casual liefert montags bis freitags die wichtigsten Nachrichten aus Wirtschaft und Technologie. Hier abonnieren!

Keine Panik auf der Watchlist

Not gonna lie, ich meditiere viel zu unregelmäßig. Aber gestern, nachdem ich meine Depots gecheckt hatte, musste ich doch mal wieder meine Headspace-App anstarten. Denn die aktuelle Situation an den Börsen ruft bei vielen Anleger:innen Panik hervor – aber genau das sollten wir laut Expert:innen vermeiden: "Es ist immer schwierig, zu reagieren, während sich die Dinge gerade entwickeln. Es macht keinen Sinn, jetzt noch panikartig zu verkaufen. Dafür sind die Kurse nun schon zu stark gefallen", sagt etwa Martin Lück, Chefstratege bei Blackrock, der FAZ.  Auch Finanzjournalistin Jessica Schwarzer beruhigt: "Die Krise als Chance zu sehen, fühlt sich oft irgendwie falsch an. Man stellt sich gegen die aktuelle Marktmeinung. Alle scheinen zu verkaufen, man selbst greift zu. Wir legen also antizyklisch an. Doch genau das ist an der Börse eine ziemlich gute Idee." 

Wer nicht untätig sein will, der findet hier und hier einige Strategietipps und Empfehlungen, um das Portfolio für Krisenzeiten aufzustellen. Die Analyst:innen sind sich jedenfalls einig, dass nicht absehbar ist, wie lange die Talfahrt andauern wird: "Allerdings rechnen die meisten Kapitalmarktexperten bisher nicht mit langfristigen Verwerfungen. In der Vergangenheit hätten kriegerische Auseinandersetzungen meist nur kurzfristige Rücksetzer an den Aktienmärkten zur Folge gehabt."

Heute zeigen die ersten Zeichen, dass der Börsentag nicht ganz so rot wie gestern wird. Sowohl Bitcoin als auch Ethereum sind heute morgen zweistellig im Plus. Einen guten Überblick über das, was jetzt noch passieren könnte, bietet die aktuelle Folge des "Alles auf Aktien"-Podcasts.  

An dieser Stelle wieder mal der Hinweis, dass die Inhalte dieses Newsletter keine Anlageberatung darstellen und rein der Information und Unterhaltung dienen. 

Fragen, die ich mir persönlich heute als Anlegerin nach meiner Meditationssession gestellt habe und mir zumindest vorübergehend Klarheit gebracht haben:

  • Sind Unternehmen in meinem Portfolio direkt von der russischen Invasion und den bisher bekannten Sanktionen betroffen? 
  • Kann ich die aktuellen, teils massiven Kursverluste aussitzen?
  • Welche Sanktionen könnten noch kommen und wie werden sich diese auf die Wirtschaft auswirken?
  • Welche Value-Aktien in meinem Portfolio könnte ich nachkaufen, sobald sich die Situation beruhigt? 
  • Bei welchen Aktien auf meiner Watchlist ergeben sich gute Einstiegspreise, sobald sich die Situation beruhigt?

Hilfe für die Ukraine

Die Finanzberaterin Larissa Kravitz hat auf Instagram sehr treffend erklärt, warum es okay ist, trotz des menschlichen Leids auch an das eigene Geld zu denken: "Wer sich in sicheren Zeiten ein Vermögen aufbaut, kann in unsicheren (und eigentlich auch in sicheren) Zeiten an Menschen spenden, die wirklich dringend Hilfe benötigen."

In diesem Sinne hier eine unvollständige Liste von Hilfsorganisationen, die Spenden für die Ukraine sammeln: 

Libereco Partnership for Human Rights – Humanitäre Soforthilfe

Verein Hope – Spenden für ukrainische Kinder mit schweren Erkrankungen

Come Back Alive – Unterstützung für das ukrainische Militär

Caritas Österreich und Caritas International

Diakonie Katastrophenhilfe

Ärzte ohne Grenzen Österreich und Deutschland

Deutsches Rotes Kreuz und Österreichisches Rotes Kreuz

UNICEF

UN Humanitarian Fund für die Ukraine

Ukraine-Hilfe Berlin

SOS Kinderdorf – Unterstützung für Kinder und Familien

Wer die Journalist:innen vor Ort unterstützen möchte, The Kyiv Independent bittet ebenfalls um Spenden.

Weitere News

Warum der Ausschluss Russlands aus dem Swift-Zahlungsverkehr noch immer nicht umgesetzt wird, erklärt Wifo-Chef Gabriel Felbermayr: "Ein Swift-Ausschluss würde auch bedeuten, dass europäische Forderungen gegenüber Russland nicht mehr beglichen werden können. Europäische Banken haben Kredite in Milliardenhöhe gewährt, die dann nicht mehr zurückgezahlt werden können." (Spiegel)

Sollte Russland tatsächlich vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten werden, könnte die Regierung Kryptowährungen einsetzen: "The Russian government is developing its own central bank digital currency, a so-called digital ruble that it hopes to use to trade directly with other countries willing to accept it without first converting it into dollars. Hacking techniques like ransomware could help Russian actors steal digital currencies and make up revenue lost to sanctions." (NYT)

Indes gehen auch die Cyber-Attacken gegen die Ukraine weiter, mit noch überschaubaren Auswirkungen. (ZDNet)

Die ukrainische Regierung sucht deshalb Hilfe aus der Hacker-Community, um sich vor den Attacken zu schützen. (Reuters)

Die russische Invasion könnte die Chip-Lieferengpässe verstärken. (CNBC)

Der gesamte Kryptomarkt hat am ersten Tag der russischen Invasion neun Prozent verloren. (Coindesk)

Ex-Bild-Chefredakteur Julian Reichelt will einen TV-Sender aufbauen. (Standard)

Die einzig gute Nachricht: Gwen Stefani launcht endlich ihre eigene Kosmetikmarke, GXVE. (WWD)

Fürs Wochenende

Zum Sehen: Fünf Filme, die sich mit dem Ukraine-Russland-Konflikt beschäftigen.

Zum Hören: Warum Spotify sich gegen Neil Young und für Joe Rogan entschieden hat, erklärt der Business Casual Podcast.

Und ein Song als Reminder: If you tolerate this your children will be next

https://www.youtube.com/watch?v=cX8szNPgrEs

Schönes Wochenende und count your blessings!

Lisa

Wenn euch Smart Casual gefällt, leitet den Newsletter euren wirtschaftsinteressierten (oder nicht interessierten) Freund:innen weiter, und/oder unterstützt uns mit einer Mitgliedschaft!

Nur Mitglieder, die Zugang zu diesem Post haben, können Kommentare lesen und schreiben.