https://sinnfoll.podigee.io/4-beyond-human-design

SINNFOLLE ESTHETIK - der Podcast über Gestaltung und Ermächtigung

mit Laurin Kilbert über sein Projekt "Symbiotic Spaces" [@symbiotic_spaces]

EIN HAUFEN BÜCHER ZUR INSPIRATION

Donna Haraway:

- Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene (2016)

- When Species Meet (2007)

E.O. Wilson:

- The Diversity of Life (1992)

- Consilience: The Unity of Knowledge (1998)

- The Future Of Life (2002)

Stacy Jo Scott:

Gesprächsprotokoll

Themenübersicht

Luise:

Hallo und herzlich Willkommen zu sinnfolle esthetik, dem Podcast über Gestaltung und Ermächtigung. Heute beschäftigen wir uns mit dem Design für andere Spezies. Wir sprechen mit Laurin Kilbert, der ursprünglich aus der Schmuckgestaltung kommt. Wir sprechen mit ihm über sein Projekt „symbiotic spaces“, einem Konzept für Multispezies-Habitate. Weil sein Projekt sehr transdisziplinär ist, schauen wir uns an wie er selbst Disziplinen und Begriffe in seinem Projekt aus- und verhandelt und, wie er sich als Künstler/Designer Themen und Thesen aus den Wissenschaften aneignet, um schließlich Lebensräume für nichtmenschliche Arten zu gestalten. Wir sprechen über das Artensterben und welche Rolle Gestalter*innen in Kunst und Design dabei spielen können. Spannend wird es auch für 3D-Druck Freunde, denn wir reden auch über den Umgang und das Codieren seines Keramik-Druckers und warum Algorithmen ebenfalls eine kulturelle Prägung innewohnt. Viel Spaß beim Anhören!

Vorstellung Laurin Kilbert

Manuel:

2015 schloss Laurin Kilbert sein Studium in Metallgestaltung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hildesheim ab und eröffnete sein Studio für zeitgenössische Schmuckkunst. Nach verschiedenen Ausstellungen, Auftragsarbeiten und Publikationen studierte er von 2018 bis 2021 den Master in Design in Hildesheim, wobei er aus handwerklichen und körperbezogenen Perspektiven die Sinnlichkeit von Digitalität, organischen Algorithmen und additiven Verfahren erforscht. Lehrtätigkeiten in verschiedensten Kursen und Studien des Transformationsdesigns an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig prägten sein Gestaltungsverständnis. Aktuell entwickelt er im Rahmen seines Master-Abschlussprojektes mit dem Titel symbiotic spaces Multispezies-Habitate, 3D-gedruckt in Ton, für urbane Räume. Wir freuen ihn uns heute im Podcast begrüßen zu dürfen. Herzlich Willkommen Laurin Kilbert.

Laurin:

Hallo, schön hier zu sein!

Luise:

Ich habe Laurin über Instagram entdeckt, tatsächlich direkt das Projekt. Es hat mich formästhetisch von den Bildern her sofort gecatcht. Ich habe das alles so ein bisschen mitverfolgt, bis ich gemerkt habe, dass hinter diesen Gebilden, die ich an sich noch gar nicht einordnen konnte, auch ein System steckt und ein Theorieteil dazu gehört. Also hatten wir uns gedacht, dass wir Laurin mal anschreiben und fragen, ob er zu uns in den Podcast kommen möchte. Ihr habt dann auch in den Shownotes die Möglichkeit direkt auf Instagram zu gehen. Dort könnt ihr euch das selbst einmal anschauen. Ich würde ihn jetzt gerne erst einmal selbst etwas über sein Projekt erzählen lassen. Kannst du das kurz zusammenfassen? Kannst du es uns ein bisschen erzählen, sodass die zuhörenden Personen ein Bild davon bekommen, über was wir heute sprechen werden?

Das Projekt "symbiotic spaces"

Laurin:

Ja, ich freue mich auch mega über die Anfrage von euch. Ich habe mich total darüber gefreut, dass Interesse zu dem Projekt, zu der Arbeit da ist. Um die Zuhörenden mal in’s Bild zu setzen… Ich habe eine 3D-gedruckte, architektonische Situation gestaltet. Die erste Installation ist an einem See. Dort habe ich Module aus Ton gedruckt, die man übereinander stapeln kann. Die wachsen dann sozusagen aus dem Wasser heraus. Teils sind sie unter Wasser, dann wachsen sie über die Uferkante hinaus und immer höher. Es sind verschiedene Module, jedes Modul hat seine eigene Funktion und insgesamt sind es Behausungen für ganz verschiedene Lebewesen. Teilweise können dort Amphibien Laich anbinden oder sich verstecken. Wildinsekten können darin nisten, unter anderem die gemeine Mauerbiene. Dann gibt es noch verschiedene Objekte, die für Vögel eine Nistmöglichkeit bieten oder für kleinere Säugetiere in Bodennähe. Das ganze ist eine experimentelle Arbeit, so würde ich das sagen. Ich habe was gesucht, was den Menschen nicht im Mittelpunkt hat, sondern ihn als Teil von einem Netzwerk betrachtet. Da die Stadt ein super stark von Menschen kontrollierter Raum ist, dachte ich, dass es interessant sein könnte einen Ort zu gestalten, der irgendwie Technologie mit einbezieht, der verschiedene Spezies mit einbezieht, aber auch den Raum und auch die Menschen. Das sind Grundpfeiler der Arbeit. Als Material habe ich Ton verwendet. Ich habe Experimente gemacht um auch lokalen Ton zu verwenden, die Tonerde aufzubereiten und das mit dem 3D-Drucker zu verdrucken.

Manuel:

Vielen Dank für die Antwort. Luise hatte ja schon erwähnt, dass sie dieses Exposè, in dem man die Konstrukte auch sieht, dass wir das auch verlinken werden in unseren Shownotes. Bei der Durchsicht und auch im Vorgespräch kam von unserer Seite die Frage auf, ob das Konstrukt schon einen Namen hat. Kannst du vielleicht nochmal darauf eingehen, was die Schwierigkeit bei der Namensfindung für dich ist?

Ursprung der Idee

Laurin:

Ich bin von biologischen Theorien ausgegangen. Ich habe mich viel mit Symbiose und Endosymbiose und solchen Theorien und Perspektiven beschäftigt. Dann bin ich auf den Namen symbiotic spaces gekommen. Das beschreibt das ganze im Endeffekt ganz gut. Symbiose auch als Prozess und nicht nur wie „du hilfst mir und ich helfe dir, dann sind wir in Symbiose“, sondern über die Forschung der Endosymbiose. Auch im englischen Sprachraum hat sich das Symbiose-Verständnis in der Biologie verändert, bzw. gibt es verschiedene Perspektiven darauf. Man kann das auch allgemeiner fassen. So, dass Leben weiteres Leben ermöglicht und verschiedene Lebewesen in Beziehungen zueinander stehen, wenn sie sich dabei in irgend einer Art und Weise erhalten. „Einander ermöglichen“ ist vielleicht so ein ganz guter Satz, den ich von Donna Haraway’s Buch „Staying with the Trouble“, habe. (https://www.jstor.org/stable/j.ctv11cw25q) Das war auch eine ganz starke Basis für diese Arbeit, weil es darum geht, wie man diese Verbindungen zu anderen Lebewesen aufbauen kann. Zu diesen Lebewesen, zu denen wir auch in einer evolutionären Historie verwandt sind. Mit denen wir auch verknüpft sind und in Austausch stehen und die uns auch ermöglichen. Wir brauchen auch anderes Leben, um überhaupt leben zu können. Gleichzeit habe ich eine technologische Praxis und ein Designverständnis kennengelernt, was die Beziehungen gar nicht vorsieht. Die kommen, nicht mal absichtlich, gar nicht vor. Es ist einfach komplexer das anzusteuern. Deswegen habe ich gedacht, dass ich so eine Art…. Ich probiere und denke in Form und Gestalt und versuche darüber Fragen zu entwickeln. So sehe ich diese Spaces, die symbiotic spaces. Das sind jetzt 3D-gedruckte Keramikmodule, theoretisch kann symbiotic space aber auch etwas anderes sein. Es könnte auch anders aussehen. Was ich mir für die Zukunft wünsche ist, dass es sich noch weiter entwickelt, dass diese Formen noch morphen, dass sich die Plätze noch verändern. Das liegt ja auch nicht nur ganz in meiner Hand, wie die sich entwickeln. Das finde ich daran auch total spannend.

Luise:

Du hast gerade gesagt: Leben ermöglicht weiteres Leben. Dieses Symbiotische, was du jetzt sehr schön und ausführlich beschrieben hast, wie hängt das denn mit dem Artensterben zusammen, das wir gerade haben? Wie ordnest du da diese Gestaltung ein? Wenn wir schon auch bei Donna Haraway sind, wie kannst du das für dich verordnen als Mensch, der Gegenstände in die Welt setzt?

Wohin mit dem Mensch als Gestaltendem?

Laurin:

Das Artensterben ist zumindest nach der aktuellen Forschung das sechste große Artensterben und es ist zum großen Teil vom Menschen verursacht. Das heißt, dass es vorher auch schon verschiedene Artensterben, teilweise durch Bakterien oder Algen verursacht, gab. Ich finde das natürlich nicht gut, dass die Komplexität abnimmt, dass so viele Lebewesen einfach durch das menschliche Handeln sterben. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass die Information da ist, dass sich aber niemand hinstellt und sagt: Lass uns diese ganzen Lebewesen vernichten! Es passiert nebenbei. Vielleicht so, wie Zyanobakterien aus Versehen die Erde mit Sauerstoff geflutet haben und dabei ganz viele Arten gestorben sind, passiert das jetzt so nebenbei, dass wir ganz viele Lebewesen töten oder ausrotten. Das ist schon so drastisch. Das heißt, dass wir aber eher ein Werteproblem haben. Das heißt, dass wir - ich sage jetzt mal Zentraleuropa - zumindest die Praxis, die ich so kennen gelernt habe, die technologische, da ist die Abwägung oft so, dass natürliche Prozesse eine geringe Rolle spielen. Ich glaube, dass es damit zusammenhängt, welche Erfahrungen wir mit anderen Lebewesen, mit anderen Habitaten, mit anderen Ökosystemen machen. Auch, wie wir die vom Menschen so stark kontrollierten Lebensräume gestalten. Deswegen denke ich, dass das ein Schritt in eine andere gedankliche Richtung sein kann. So etwas zu gestalten. Gestalten werden Menschen so oder so. Wir werden das weiterhin machen und deswegen frage ich mich nicht, ob ich gestalten soll, sondern was. Das ist eher so die Frage und was es auch hinterlässt.

Manuel:

Als du über diese Themen nachgedacht hast, sowohl im Zuge deines Studiums, als auch als du an diesem Projekt hast angefangen zu arbeiten, hat sich deine Sicht auf die Welt während der Entwicklung des Konzeptes auch verändert?

Laurin:

Ja, klar. Das ist auch ein Prozess, der schon über mehrer Jahre geht. Ich habe auch schon viel Zeit draußen, auch in der Wildnis verbracht. Beim Zelten, Wandern und dort, wo es wilde Räume gibt. Es hat sich Stück für Stück über Lektüre, aber auch durch diese Erfahrungen heraus kristallisiert. Ich bin mit meinem engen Freund, Stefan Gerig , der Biologe ist, aufgewachsen und Stück für Stück hat er mir auch ganz viele Sachen gezeigt und Verbindungen offengelegt. Ich habe dann auch angefangen verschiedene Bücher zu lesen, zum Beispiel E.O. Wilson (https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_O._Wilson), der ganz spanned Sozialität untersucht hat, verschiedene Sozialitätsstrukturen des Tierreichs, dann auch Homosapiens, Bienen und Insekten miteinander verglichen hat. Über diese Lektüre hat sich mein Weg auch total verändert. Donna Haraway bringt das wie vielleicht auch Linn Marge in eine andere gesellschaftliche Ebene. Gerade Donna Haraway ist schon auch eher kulturwissenschaftlich. Das hat auf jeden Fall mein Selbstverständnis als Mensch, als Lebewesen verändert. Das Verständnis vom Individuum hat sich bei mir auch total verändert.

Luise:

Als ich auf deine Webseite geschaut hatte, du kommst ja aus der Schmuckkunst, fand ich die Verbindung total spannend. Du hast schon immer die Verbindung Menschen und andere, wie das mit der Gesellschaft zusammen hängt, drin gehabt. Was ich auf Instagram noch auf deiner persönlichen Seite gesehen habe: Die Frösche, die du dann in Broschen umgesetzt hast.

Laurin:

Broschen und Ketten, ja.

Luise:

Das ist ja schon ein ganz naher Gestaltungsansatz, der sich nicht nur mit einer Vorstellung von Sozialität auseinandersetzt, sondern du gehst explorativ vor. Du guckst um dich herum, was du findest und suchst wie du das einordnen kannst. Das fand ich total spannend. Was mich jetzt bei symbiotic spaces interessieren würde ist, wie du hierfür die Daten erhoben hast. Wir haben ja im Vorgespräch schon drüber gesprochen, dass du Fotos gemacht hast. Wie ist dieser Prozess abgelaufen? Wie hast du deine Daten erhoben? Wie bist du an deine Sammlung geraten?

Laurin:

Du meinst jetzt die Sammlung zu den Daten, zu den verschiedenen Arten, oder auch zu den Formen?

Luise:

Mir geht es darum: Du gestaltest ja für andere Spezies, die man nicht interviewen kann. Die kann man nicht fragen wie uns Menschen: Wie willst du leben? Wie willst du wohnen? Was gefällt dir? Welche Farbe soll die Wand haben? Zieht das da, wenn ich an der Stelle eine Tür auf mache? Du musst das ja nonverbal irgendwie greifbar machen. Wie hast du das gemacht?

Woher die Bedürfnisse und Anforderungen anderer Arten kennen?

Laurin:

Ich habe verschiedene Anläufe genommen, um die Anforderungen an das, was ich gestalten möchte - ich wusste ja Anfangs gar nicht genau, was das eigentlich wird - festzulegen. Irgendwie musste ich ja Parameter rauskristallisieren, was es braucht und worauf es ankommt. Der erste Schritt war schon auch ganz viel Recherche in Foren und Naturkundebüchern und solchen Geschichten. Teilweise Fachliteratur, teilweise Laienbücher. Es gibt im deutschsprachigen Raum fantastische Vereine, die sich zum Beispiel mit Insekten beschäftigen. Von denen bekommt man ganz tolle Informationen. Es gibt auch unterschiedliche Lager, aber das ist ein spannendes Feld. Dort werden dann zum Beispiel Fragen beantwortet wie: Wie groß muss ein Loch für eine rostrote Mauerbiene sein und wie tief muss das sein? Solche Geschichten bekommt man da raus. Dann habe ich natürlich aus einer Designperspektive versucht meine Arbeit mit Zahlen zu untermauern und zu legitimieren. So wie das auch zum guten Ton dazugehört. Oder wie man natürlich auch überprüfen muss, ob das sinnig ist, was man da überhaupt macht. Dann habe ich im Niedersächsischen Landesministerium für Umwelt und Natur, das hat eine ganz lange Abkürzung, angerufen, hatte einen Biologen am Telefon und habe gefragt, ob sie Daten zu der Biodiversität in Hildesheim im Vergleich zum Umfeld oder im Verlaufe der Zeit haben. Er hat meine Frage überhaupt nicht verstanden. Er meinte, dass er mit dieser Frage nichts anfangen und mir auch nicht den riesigen Datensatz schicken kann. Dann haben wir zehn Minuten lang uns immer wieder knapp verfehlt. Irgendwann habe ich dann gefragt: Können sie mir denn eine hypothetische Frage stellen, die sie brauchen um ihren Datensatz zu interpretieren? Dann war er ganz dankbar und wir kamen Stück für Stück zueinander. Dann habe ich erst gemerkt, dass Biodiversität ein sehr komplexer Begriff ist, den man zwar in jeder Zeitschrift lesen kann, der aber aus biologischer Perspektive sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt - organismische und genetische Biodiversität usw. Da gibt es viele Kriterien. Dann muss man nach ganz speziellen Spezies usw. fragen. Ich habe dann auch mit Stefan gesprochen und gefragt, wie er das einschätzt. Er war natürlich gleich Feuer und Flamme. Ich habe dann gemerkt, dass das jetzt Datensatzanalyse bedeutet. Es bedeutet als Designer in eine empirische Methodik reinzugucken. Aber davon habe ich ja gar keinen Plan. Ich kann Dinge gestalten, aber ich kann keine Datenanalyse machen, auch wenn ich es gerne kennen würde. Ich habe die Methodik nicht, ich habe das Kontextwissen einfach gar nicht zur Hand. Dann habe ich entschieden etwas experimentelles zu machen, mich also anhand der Recherche aus der Fachliteratur, was gewisse Spezies benötigen, und natürlich mich an den verschiedenen entomologischen (=die Insektenkunde betreffende) Vereinen zu orientieren. Das habe ich alles für mich geordnet und sortiert und hatte am Ende ein Set von Parametern, die für mich wichtig waren. Dann habe ich gesagt, dass das irgendwann mal so fruchtbar wird, dass ich mit Leuten zusammen arbeiten kann, die diese Datenanalyse machen können. Dann geht es vielleicht auch irgendwann darum, gefährdete Arten zu schützen oder in solche Richtungen zu arbeiten. Gerade geht es aber um die Beziehung zwischen Mensch und Nichtmensch. Dann kann das auch etwas experimentelles sein. Dann kann es eine gestalterische Fragestellung sein. Das ganze wurde total von so einer anderen Art und Weise des Arbeitens unterfüttert. Erst später habe ich festgestellt, dass ich das automatisch gemacht habe und das auch bei Donna Haraway gelesen habe. Sie verweist dort auf Hannah Arendt: “Einander besuchen gehen”. Damit meint sie etwas ganz Spezielles. Ich besuche den, die oder das Andere mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es viele Dinge gibt, die ich über das Andere nicht weiß. Das bedeutet, dass die Erfahrung auf eine gewisse Art und Weise geöffnet wird. Ich gehe auch am liebsten alleine in den Wald oder auch in’s Museum, außer ich habe Leute, die das gleiche Tempo wie ich haben, weil ich unglaublich langsam bin, denn es gibt sehr viel zu entdecken . Während des Arbeitsstresses bin ich in den Wald gegangen und habe Stück für Stück angefangen, diese Habitate zu fotografieren, habe dann gemerkt, dass da etwas drinsteckt und dann waren da verschiedene nicht-menschliche Architekturen, die sich dort entfaltet haben. Da war eine kleine Höhle mit einer Überdachung. Da konnte man sich gut sonnen. Es lag eine kleine Snack-Nuss daneben. Da hat halt eine kleine Feldmaus gewohnt, die sich sonnen konnte. Wenns regnet, konnte sie sich aber auch unterstellen. Falls jemand kommt, konnte sie sich aber auch verstecken. Das sind irgendwie so anthropomorphe Herangehensweisen an solche Sachen. Ich sehe mich aber auch als Künstler und als Designer. Dann ist es für mich auch ok, nicht rein empirisch zu arbeiten, sondern auch über meine Erfahrung, dass es verschiedene Arten und Weisen gibt, an Wissen zu gelangen. Am besten sind diese Arten und Weisen vielfältig und unterschiedlich. Ich habe dann eine ganz große Sammlung an nicht-menschlichen Architekturen und Behausungen angelegt. Habe mir das angeguckt und versucht mich einzufühlen. Diese Vereine, natürlich diese Datensätze - Sackgassen muss man ja auch abgehen - und dieses „Besuchen gehen“.

Die Grenzen von Kunst, Design und Wissenschaft

Luise:

Wenn du von Sackgasse sprichst, dann denke ich mir, dass das am Ende ja keine Sackgasse, sondern eine Sprache ist, die du in dem Moment noch nicht nutzen kannst, weil du sie noch nicht gelernt hast. Aber es ist ja alles da. Ich frage mich an der Stelle, wo du die Grenzen ziehst. Wenn du sagst, du siehst dich als Künstler und Designer. Wo sind da die Grenzen zwischen Kunst, Design und Wissenschaft? Wie unterteilst du das für dich?

Laurin:

Ich habe über die Frage auch gestern nochmal nachgedacht. Das ist eine Gretchenfrage, gerade was Kunst und Design angeht. Die beste Definition, mit der ich bisher gefahren bin war: Design hat immer einen Auftrag, ein Ziel. Vielleicht ist die Gestalt noch nicht klar, aber das Ziel ist es auf eine gewisse Art und Weise. Natürlich kommen während des Prozesses neue Erkenntnisse, aber diese Zielsetzung ist sehr zentral für die meisten Designdisziplinen.

Luise:

Ist es aber in der Kunst nicht auch so, wenn ich zum Beispiel an Auftragsarbeiten denke. Wie kann man das noch unterschieden?

Laurin:

Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern das kommt von Siri Hustvedt, sie hat gesagt: Die Kunst, die braucht das Rätsel, sonst langweilt mich mein eigenes Verstehen. Das fand ich total passend. Bei einem designten Objekt zum Beispiel will ich das Rätsel vielleicht gar nicht. Ich will, dass es zurück tritt und dass es mir auf eine gewisse Art und Weise entgegen kommt. Kunst operiert unter unterschiedlichen Vorzeichen. Wissenschaft, da kommt es natürlich auch wieder darauf an, ob es Natur- oder Geisteswissenschaften sind, da sind ja auch krasse Unterschiede in der Methodik und es entwickeln sich unterschiedliche Perspektiven. Ich mag sie alle. Ich bin in dem Sinne kein Wissenschaftler, auch wenn ich Wissen erzeugen kann. Die Art und Weise, wie Wissenschaften Wissen erzeugen, ist anders als die Art und Weise, die ich nutze. Wie ich mich in diesem Ganzen positioniere ist folgendes: Ich habe ja lange Schmuck gemacht. Bei Schmuck gibt es auf eine gewisse Art und Weise Ziele. Die sind aber auch sehr unterschiedlich. Die Funktionen von Schmuck sind nur kulturelle. Die ganzen Funktionstheorien sind total schwer anwendbar auf Schmuck, weil es um Kommunikation über Objekte am Körper oder in Körperbezug geht. Das bedeutet, dass die gestaltende Person etwas entwirft, im nächsten Schritt kommt aber ein Mensch dazu und gibt den Kontext. Der Kontext, da passieren auch auf symbiotischer Ebene total spannende Sachen, definiert am Ende auch ganz viel von dem, was das Objekt bedeutet. Das heißt, dass ich als Schmuckgestalter nur bis zu einem gewissen Grad das Ziel definieren kann. Das heißt, dass ich beide Schwerter brauche. Ich brauche das Design und ich brauche die Kunst um zumindest in meinem Verständnis diesen Schmuck zu machen. Ich glaube, diese Perspektive zeichnet sich auch in der Arbeit, die ich jetzt gemacht habe, den symbiotic spaces, ab. Wo ich etwas gestaltet habe, das einen neuen Kontext entstehen lässt durch die Lebewesen, die das bewohnen werden. Vielleicht auch auf eine gewisse Art und Weise verändern und prägen werden. Diesen Leerraum für Veränderungen würde ich gerne noch flexibler gestalten. Das braucht noch ein bisschen mehr gestalterische Forschung.

Luise:

Ich muss noch eine ganz kurze Nachfrage stellen. Wie überprüfst du das denn? Wenn du diese architektonischen Situationen aufgebaut hast, wie überprüfst du was da passiert? In dem Moment, in dem du wieder ran trittst, Fotos machst, in dem dringst du ja nochmal in diesen Raum ein. Wie gehst du damit um? Lässt du das jetzt für ein Jahr stehen und guckst dann nochmal?

Laurin:

Gerade sieht es ja so aus: Da, wo ich diese Bilder gemacht habe, da stehen die Objekte nicht mehr. Das war nur temporär. Das ist ein beliebter See und ich habe keinen „TÜV“ für diese Objekte.

Luise:

Sowas braucht man? Oh Gott.

Laurin:

Wenn man in öffentlichen Räumen Dinge aufstellen möchte, dann muss man sicher gehen, dass dort keine Kinder zu Schade kommen und so weiter. Das muss halt irgendwie gewissen baulichen Maßnahmen entsprechen. Das heißt, dass ich gerade auch im Austausch stehe mit dem NABU Hildesheim und spreche dort mit ihnen. Es gibt hier ein Amphibienbiotop. Dafür würde ich gerne etwas entwerfen. Dort würde ich gerne eine dauerhafte Installation aufstellen und schauen, wie sich das entwickelt. In meinem Wunschkonzert sind natürlich Leute aus der Umweltsicherung dabei, die empirische Daten darüber entwickeln. Dann sind dort vielleicht Menschen, die sowieso eine Führung durch das Biotop machen, vielleicht mit Kindern oder wer auch immer Interesse an diesen Lebensräumen hat, sodass dann diese Arbeit auch mit eingebunden wird. Ich suche gerade ein bisschen nach halb öffentlichen Räumen um diese architektonische Situation in einem Schutzrahmen aufbauen zu können, wo ich nicht erstmal durch ganze Behördenprozesse gehen muss und so weiter.

Manuel:

Jetzt hattest du ja schon so Institutionen erzählt wie den NABU und den Umweltschutz oder die Umweltsicherung war es glaube ich. Welche Rolle spielen denn Institutionen für dein Projekt?

Laurin:

Mhmm… Ich brauche natürlich Institutionen, wenn ich mit öffentlichen oder halböffentlichen Räumen in Kontrakt treten möchte. Das ist auch ganz interessant. Ich bin gerade dabei das alles zu finanzieren und Fördermittel zu beantragen und Projektanträge zu schreiben für solche Geschichten. Die Arbeit oszilliert zwischen Kunst, Design und Umweltschutz. Es ist irgendwie alles davon. Gleichzeitig ist es auch nichts in dem Sinne, was konkret einordnenbar wäre. Keiner sagt.. wobei doch. Es gibt auch Leute, die sagen, dass das perfekt ist. Ich brauche die Institutionen und ich bin auch froh, dass es die gibt. Es ist auch spannend, wenn ich mich nicht um alles kümmern muss und wenn es Leute gibt, die eigene Impulse reinbringen. Die vielleicht eigene Vorstellungen vom Lebensraum haben und den bereits gestaltet haben, wie bei dem Biotop. Oder auch andere Spezies.

Manuel:

Was wäre denn eine Summe, mit der du das Projekt verwirklichen kannst? Wenn wir jetzt mal ganz konkret werden.

Laurin:

Je mehr, desto besser.

Luise:

Ich glaube so etwas fällt dann unter’s Betriebsgeheimnis.

Manuel:

Ja?

Laurin:

Würde ich auch sagen.

Manuel:

Ok. Über Geld spricht man nicht.

Luise:

Was mir jetzt schon wieder auffällt, dass es kompliziert wird, sobald es um Projekte geht, die transdisziplinär sind, weil die Leute das nicht so genau einordnen können. Dann muss es in seiner Aussage so krass deutlich sein. Am Ende muss dann Umweltschutz oder so drüber stehen, damit die Leute es auch leichter greifen können. So habe ich zumindest manchmal den Eindruck. Für mich macht das Projekt unheimlich verschiedene Facetten auf, an denen man merkt wo - deswegen vorhin auch die Frage mit der Grenzziehung -  diese verschiedenen Disziplinen aneinander geraten und wo man merkt  (um es jetzt mal polemisch zu sagen): Um die Welt retten zu können, braucht man diese Verschmelzung von allen Sachen. Man braucht die ganzen Disziplinen. Man braucht Kunst, Design und Wissenschaft, um Wissen zu generieren. Das zeigt sich total krass in dem, was du uns auch schon im Vorgespräch erzählt hast. Wenn es darum geht wie der künstlerische Prozess abläuft. Was mich noch interessieren würde. wäre was denn das Codieren, also die technische Arbeit mit dem 3D-Drucker, mit deinem Prozess zu tun hat.

Zum Lernprozess rund um den 3D-Druck der Habitate

Laurin:

Die Frage nach dem Code.. Ich muss erst mal noch einwerfen, dass ganz viele von diesen Überlegungen, von Verknüpfungen von verschiedenen Disziplinen, da hat mich auch das MIT matter lab , also die Arbeiten, die unter Neri Oxman entstanden sind, total inspiriert. (https://mediatedmattergroup.com/about) Sie hat ja auch diesen Krebs Cycle of Creativity (https://jods.mitpress.mit.edu/pub/ageofentanglement/release/1), der ständig aktualisiert wird. Da sind auch total viele Disziplinen miteinander in Austausch gebracht. Wer Interesse hat, der kann sich das auf jeden Fall angucken. Es ist total spannend. Code spielt für mich erst einmal eine total wichtige Rolle. Überhaupt die Maschine und auch die maschinelle Welt, weil ich denke, dass wir als Menschen eben aus diesen evolutionären Prozess entstanden sind und somit auch unsere Maschinen. Wir gehören zur Natur dazu und auch die Maschinen gehören zur Natur dazu. Das bedeutet, dass auch dieser Podcast Teil eines natürlichen Prozesses ist, auf eine gewisse Art und Weise. Dieser Naturbegriff ist einfach problematisch, finde ich. Dann frage ich mich was die Natur des Codes ist. Was ist das eigentlich? Ich habe früher viel auf dem Werkbrett gearbeitet. Ich habe ganz viel abgegossen. Ich habe ganz viel geschliffen, gefeilt, gesägt, gehämmert, geschmiedet.  Dann habe ich irgendwann angefangen über ein VR-Projekt, wo ich mich für Interfaces interessiert habe, die ersten Zeilen Code geschrieben. Ich war richtig baff. Es war für mich total erleuchtend, dass ich ein paar Zeilen schreibe und dadurch mit dem Computer sprechen kann. Dann habe ich gemerkt, dass je tiefer ich in das Coding rein ging, das Coding auch vom Menschen gemacht wurde. Hinter diesen Menschen stehen gewisse Vorstellungen von der Welt. Das heißt auch in diesem Code ist kulturelles Wissen drin, unter anderem auch Mathe und Naturwissenschaften. Wie kommen die Naturwissenschaften zusammen? Die gehen raus und gucken sich Dinge an und systematisieren das. Dann landet man plötzlich in ganz verrückten Internetblasen, in denen es um Algorithmen geht, um Geometrie. Ist auch total spannend! Ich kann zum Beispiel nicht so Calculus. Das beherrsche ich gar nicht. Aber ich habe ein geometrisches Vorstellungsvermögen und kann so schon parametrisch [SE1] arbeiten. Ich sehe auf eine gewisse Art und Weise, dass auch immer wieder Prinzipien, die man im Wald bei verschiedenen Organismen finden kann, alleine wie die gewachsen sind (das Fraktale spielt da eine ganz große Rolle!) [SE2], dass das ganz schlaue Prinzipien sind. Die sind super smart. Das ist super techie, was da draußen abgeht, nur ist es biologisch. Deshalb ist es ein bisschen außerhalb dieses gedanklichen Raums. Dann habe ich mich viel mit natürlichen, organischen Algorithmen auseinandergesetzt und habe die in meine Arbeit einfließen lassen, Auch habe ich eine größere Research-Map über algorithmische Pattern angelegt. Sagen wir mal so, ein Algorithmus beschreibt ja immer etwas. Er ist eine Modellierung von etwas, was eigentlich viel komplexer ist. Wenn ich einen Schwarm modelliere, dann ist das natürlich nicht der Schwarm, den ich da im Computer habe. Oder wenn ich einen Berg visualisiere oder simuliere, ist das nicht der Berg, aber er trägt gewisse, prägnante Eigenschaften des Berges in sich. Diese Simulation. Da ist auch ein tieferes Wissen in den Simulationen drin. Wenn ich ein Computerspiel spiele, das super realistisch animiert ist, oder so einen Film sehe, dann steckt in diesem Code ganz viel Wissen über unsere Wirklichkeit. Das ist natürlich nicht in Bildern festgeschrieben, sondern in anderen Sprachen, in zum Beispiel Java. Ich benutze visuelle Programmiersachen wie Rhino Grasshopper auch total gerne. Es gibt einen fantastischen Artikel über Clayprinting und den Code von Stacy Jo Scott. Er heißt „Ephemeral Material“. Wenn man den liest… Das ist einer der schönsten Craft-Artikel, den ich jemals gelesen habe. Der ist wirklich ganz fantastisch. Darin steht auch ganz viel über dieses Spannungsfeld von: der Code ist statisch, aber trotzdem beinhaltet er tiefere Dynamiken. Das fasziniert mich auf jeden Fall sehr stark, dieser Code und diese Art Formen zu erzeugen.

Manuel:

Der Code ist sozusagen die Basis dafür, dass du überhaupt erst mit dem Druck anfangen kannst. So wie ich das jetzt verstanden habe. Du brauchst den Code, damit du den 3D-Drucker in irgend einer Form vorgeben kannst, was er denn zu machen hat. Ganz praktisch im Vorgang, ne?

Laurin:

Nein, zu erst musst du mal dem Drucker sagen, dass er ein Drucker ist. Du musst ihm sagen, wie viele Arme und Motoren, wie viele Gelenke er hat und wie groß er eigentlich ist. Das war bei mir der erste Schritt. Ich habe einen Kunststoffdrucker gehackt und den dann umgebaut. Natürlich mit Hilfe aus der Open Source Community, auch mit Hilfe von Joana Schmitz und geh28, die stellen Drucker her. Ich habe auch ein Sponsoring bekommen aus München von stoneflower3D. Das habe ich auch noch ein bisschen angepasst und alles zusammen gewurstelt. Ich habe auch die Maschine kennen gelernt. Es war sehr frustrierend und ein ziemlich krasser Prozess. Dann gab’s Updates und Bugs.. ich als Noob war mir dann natürlich auch nicht sicher, wo die Fehlerquelle ist. Am Ende lief dann dieser Drucker und ich war so happy.

Manuel:

Wie lange hat das gebraucht, bis er dann lief?

Laurin:

Also ich sage mal von der ersten Recherche, wie diese 3D Drucker für Keramik funktionieren… also ich wollte eigentlich einen Keramikdrucker haben, weil man das Material selber bestimmen kann. Ich wollte jetzt nicht in Kunststoff oder sowas drucken, sondern gerne schauen, auch von den Arbeiten des MIT matter Labs inspiriert, dass ich es hinbekomme, Kontrolle über das Material zu bekommen. Ich will da reintauchen, ich will wissen, was das ist und will das verstehen. Ich würde sagen, ich habe im April letzten Jahres angefangen und im Oktober hatte ich den ersten erfolgreichen Druck. Das war schon die Hauptbeschäftigung. Das hat schon ein bisschen gebraucht, weil ich auch wirklich keine Ahnung von 3D-Druckern hatte. Aber irgendwann ging es und dann ist er ganz schön gelaufen. Dieser Drucker, der Deltadrucker, den ich jetzt habe vielleicht nicht so, denken in x-y-z. So wie Mathe auch im kathesischen Koordinatensystem. Also zumindest ….

Manuel:

Das beschreibt die Achsen, oder?

Laurin:

Genau, das sind die Achsen des Koordinatensystems. Darin verorten sich dann irgendwie Kurven, Punkte, Flächen, verschiedene Arten von Körper. Das heißt, dass du diesem Drucker irgendwie.. wenn ich jetzt etwas gestalte in Rhino Grasshopper, dann sehe ich direkt was, wenn ich eine Zahl eingebe, dann sehe ich direkt, was sich verändert. Das ist nicht in jedem Programm so. Im Endeffekt steht dahinter eine mathematisch Repräsentation dieser Körper.

Manuel:

Die ja aber auch übersetzt wird, oder? Diese Achsen, die du erwähnt hattest, werden ja sozusagen in die Achsen des Druckers, also seine Bewegungen nach Länge, Breite, Höhe, übersetzt.

Laurin:

Genau, das ist der g-code. Das ist der Code, den der Drucker versteht. Dann rechnet er das nochmal auf seinem Motherboard um. Es gibt verschiedene Parameter. G-code ist nochmal so eine eigene Programmiersprache. Da kann man direkt mit dem Drucker sprechen. Ich habe auch noch ein Foto vom ersten Licht, das er gezeigt hat. Gerade diese Delta-Drucker sind sehr elegant in ihrer Bewegung. Sie haben drei Achsen, die sich nur hoch und runter bewegen. Dadurch tanzt dieser Druckkopf die ganze Zeit hin und her. Man muss sich das mal in einem Video angucken. Es ist ein bisschen schwer das jetzt zu erklären. Das ist schon eine spannende Maschine und eine spannende Art und Weise Material anzuordnen. Wenn man dann diese Gedankenkette nachvollzieht von: Ich bin irgendwie aus diesem evolutionären Prozess entstanden, genau so wie dieser Delta-Drucker, genau so wie diese Maschine, genau so wie auch der Computer in dem ich die Form erzeuge, genau so auch die Algorithmen, die organischen, die aus der Naturbeobachtungen heraus genommen wurden und diese Verwandtschaft auch noch versuchen aufrecht zu erhalten. Dann diese Kontinuität auch in einer Form zu haben und einen Ort in einem Objekt in der Gestaltung. Das ist das, was mich so daran gereizt hat. Diese Linie aufrecht zu erhalten und die verschiedenen Instanzen miteinander zu verweben und zu verflechten.

Luise:

Ich versuche das gerade so ein bisschen auch in meinem Kopf zusammenzufassen, was du uns alles erzählst. Die Dinge die du beschreibst, quasi dieser empathische Umgang nicht nur mit Tieren oder anderen Lebewesen, sondern auch mit deinem Drucker. So wie du das erzählst, ist das ja auch eine Art von Vermenschlichung, würde ich jetzt sagen. Das ist in dem Sinne ja gar nicht schlecht. Es ist ja eher ein “spürbar und nahbar machen” einer Identität, die man selbst erfunden hat. Was mich dann interessieren würde wäre noch, welche Vorstellung du von der Gegenüberstellung von Natur und Kultur hast. Oder wie du das vielleicht früher hattest und wie das jetzt, nachdem du dich jetzt so krass damit theoretisch auseinander gesetzt hast, ist? Wie hat sich das verändert, von der Vorstellung her? Hat sich das verändert? Es kann ja auch sein, dass du schon immer diese eine gleiche Meinung hattest.

Laurin:

Ich glaube vorweg muss ich nochmal klarstellen, dass ich schon sehe, dass der Mensch irgendwie auch ein eigenartiges Tier ist. Wir sind schon auch anders als andere Tiere. Ich will nicht alles gleich stellen. Diese Diversität, die schätze ich. Diese Art von ausgeprägter Kultur, die sehe ich vor allem beim Menschen. Aus den biologischen Perspektiven, ich sage es eher mal so: E.O. Wilson sieht Kultur als die Summe der Kommunikationsebenen, die wir haben. Auf eine gewisse Art und Weise. Das heißt, dass in Kultur alles rein fließt. Musik, Kunst und Sprache und auch Handel auf eine gewisse Art und Weise. Weil die so stark ausgeprägt ist beim Menschen, ist er so anpassungsfähig. Wohingegen bei den meisten Tieren das Verhalten viel über Instinkte geregelt wird. Zumindest sagt er das so. Die Inhalte von Kultur sind total unterschiedlich. Je nachdem welche Bedürfnisse die Populationen vor Ort haben. So in diesem Maß sehe ich das beim Menschen besonders ausgeprägt. Natürlich lernen auch andere Tiere so etwas wie Traditionen. Es gibt auch verschiedenen Experimente mit Primaten und Vögeln. Bei denen werden schon auch Sachen tradiert, die irgendwann keine Relevanz mehr haben und dann als Fragmente innerhalb der Population aufrecht erhalten werden und sind somit auch Kit für diese Population. Kultur ist auch soziales Verständigungsmittel. Diese Art von Verständigung ist natürlich unterschiedlich ausgeprägt. Für Menschen, hochsoziale Tiere, ist Kultur auch als Medium ein praktisches, ein sehr flexibles Medium um sich an das anzupassen, was geschehen muss. Deswegen denke ich auch, dass sich unsere Kultur (wen meine ich damit?), „westliche“ Extraktions- und Industriekultur, auch verändern kann. Natürlich sind wir gewissen Pfadabhängigkeiten ausgeliefert und gewissen Zwängen. Aber trotzdem haben wir auch die Möglichkeit uns anzupassen und wir müssen uns auch anpassen. Wir müssen unser Verhalten ändern, sonst sterben wir aus. Mit uns auch noch ganz viele andere. Das ist die Konsequenz. Das wünsche ich mir auf jeden Fall nicht. Ich wünsche mir, dass es auf jeden Fall anders geht und ich denke, dass es anders geht. Eine Möglichkeit ist natürlich auch aufmerksam auf ganz viele Missstände zu machen. Es ist ganz wichtig, dass diese Arbeit gemacht wird und auch Daten über Dinge, die falsch laufen, zu erheben. Dann braucht es aber auch Leute, die an Visionen stricken, an Handlungsmöglichkeiten, an Experimenten. Da sehe ich mich gerade. Das ist das woran ich gerne wirken möchte.

Wie ist etwas als "Habitat" lesbar für die Menschen?

Manuel:

Ich würde gerne noch auf ein Beispiel zurück kommen, das du im Vorgespräch gebracht hattest und zwar von einem Bekannten von dir, der dir die Zweck-Frage gestellt hat. Was bringt denn jetzt dieses Konstrukt symbiotic spaces im Kontext oder im Kontrast dazu, wenn man zum Beispiel einen Schutthaufen oder einen Haufen Äste hinlegen würde. Wie würdest du da jetzt nochmal drauf antworten?

Laurin:

Also ein Schutthaufen oder ein Haufen Äste ist eine super Sache für ganz viele Tiere und andere Lebewesen. Gleichzeitig sind wir aber hier. Ich sitze in Hildesheim, in einer Stadt. Die ist in jeder Ecke von uns Menschen gestaltet. Dann gibt es andere Lebewesen, die sich gewisse Lebensräume wieder zurück erobern. Dann kommt der Mensch und reguliert wieder auf eine Art und Weise. Dieses Ökosystem ist stark vom Menschen kontrolliert. Das heißt, wenn ich da einen Schutthaufen abwerfe, dann gibt das kulturell keinen Sinn. Das hat keinen Platz, das ist nicht als Habitat lesbar. Das ist nicht entzifferbar als: Oh, da gibt’s noch andere als die Menschen, die dort leben. Sondern es wird als Müll, als ungenutzter Raum gesehen. Als Nicht-Ort auf eine gewisse Art und Weise. Das bedeutet, dass wir diesen Raum gestalten und ich will ihn mitgestalten. Wenn ich ihn mitgestalte, dann muss ich mir überlegen, wie er gestaltet sein soll, wie er aussehen soll und was darin vorkommen soll. Dann möchte ich sowas. Ich habe mir überlegt, was ich denn eigentlich coden will. Was will ich denn drucken? Was will ich materialisieren? Dann bin ich auf diese Themen gestoßen, Stück für Stück. Davon denke ich, dass es wichtig und auch gut ist. Natürlich ist es kein unschuldiges Handeln. Es wird immer auch irgendwo Fehler in dem ganzen Konzept geben, gar keine Frage. Trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, irgendwie dies gestalterischen Fragestellungen aufzuwerfen.

Luise:

Dann würde ich gleich direkt nochmal nachfragen. Ich habe eigentlich zwei Fragen. Weil du gerade gesagt hast, dass da auch Fehler drin sein können. Das, was du jetzt erzählt hast, ergibt für mich ein Bild von einer Welt, wo der Mensch alles unter Kontrolle hat und alles kontrollieren will. Aber ich habe einen anderen Eindruck. Dadurch, dass wir jetzt in der Klimakrise stecken, generell dieses Artensterben einsetzt usw., ist ja eigentlich der Beweis dafür gebracht, dass der Mensch das nicht kontrollieren kann. Allein schon diese Pseudo-Vorstellung: Wir haben etwas in der Hand, dass wir etwas machen können, dass wir die Natur kontrollieren können und daraus wird dann Kultur. Zum Beispiel dieser Schutthaufen, dass der nicht lesbar ist. Ich finde das ganz interessant, weil du ja dann wirklich diese Dichotomie aufmachst, wenn wir deine Arbeiten anschauen. Deren Inhalte, deine Formensprache und so weiter ist ja abhängig von dem, was du erlebst, was du draußen erlebst. Das ist ja nicht nur ein erweiterter Kulturbegriff, sondern es ist ja, dass du versuchst die Kultur der anderen Spezies mitzudenken. Mein Gedanke jetzt dazu: Dass die Kultur, die wir anderen Wesen zusprechen, obwohl wir sie gar nicht lesen könne… Wir wissen nicht, was ein Hase unter Kultur versteht und was die alles an kulturellen Dingen tun, weil wir ja dieses Wort erfunden haben. Aber wir denken die ja dann trotzdem schon mit, auch wenn ich an Hunde denke. Da gibt es nicht nur Industriesachen, die für Hunde entwickelt werden, sondern die Tier-Mensch-Beziehung ist ein wechselseitiges Aufeinanderzugehen. Ich finde den Gedanken total spannend, den du anfangs schon erwähnt hattest, dass Leben weitere Leben ermöglicht. Dann haben wir aber wiederum die Überlegung zu sagen, dass wir aktiv was in unserem Handeln ändern müssen, dass andere Leben besser leben können und so weiter. Dieser symbiotische Gedanke ist total von der Vorstellung durchwachsen, dass wir etwas verbessern, etwas richtig machen müssen. Wir müssen gute Erdenbürger sein. Hier würde mich interessieren, an was man das fest macht. Wie funktioniert die Ethik dahinter? Wie kannst du dir das vorstellen, wo da dein moralischer Aspekt ist? Wie kannst du das messen? Wie kannst du das für dich und deine Arbeiten greifbar machen? War jetzt etwas kompliziert. Ich hoffe es kam rüber.

Laurin:

Ich versuche es gerade nochmal zusammen zu fassen. Das heißt deine Frage ist, in wie weit ich praktisch denke, Gutes zu tun, durch die Arbeit?

Luise:

Nicht nur wie du das empfindest, sondern welche Parameter du für dich benutzt um dein Handeln, deine Gestaltung moralisch einschätzen zu können.

Laurin:

Ah, ja ok. Also einmal ist das Projekt natürlich noch sehr jung. Ich kann das noch gar nicht richtig einschätzen, ob das eine gute Sache ist. Man kann ja nie an alles denken. Man muss Dinge ja auch ausprobieren, um Erkenntnisse zu bekommen und Erfahrungen zu machen. Erst mal noch einen Schritt zurück: Warum ist es besser einen Urwald zu haben, als eine Monokultur? Gibt es da etwas grundsätzlich besseres an dem einen oder anderen? Ich würde sagen, dass das auf einer kosmischen Ebene egal ist. Natürlich wird alles vergehen. Das Universum ist einfach so uralt und wird noch älter. Wir sind wirklich nur so ein Moment drin. Gleichzeitig, wenn ich diese Erfahrung mache von einem komplexen Ökosystem, in dem ganz viele Lebewesen in Austausch gehen, sich fressen, verdauen, helfen, was auch immer. Ich habe gar nicht die Vokabeln das alles zu beschreiben, was da so passiert. Dann kann ich das nur bewundern. An dieser Komplexität, an der kann ich mich erfreuen und ich merke, dass das was mit mir macht. Auch die Natur ist nicht unschuldig. Nicht die Natur, sondern die anderen Lebewesen, die sind auch nicht unschuldig. Die machen auch Dinge, die wir vielleicht als böse bezeichnen würden. Jeder Mensch, der mal eine Katze mit einer Maus spielen hat sehen, kann das wahrscheinlich bestätigten. Warum wollen wir eher einen lebendigen Wald haben, als eine Monokultur? Ich denke einfach, weil das lebendiger ist und auf eine gewisse Art und Weise hat das seinen Wert. Das ist ein Wert an sich. Natürlich als nächster Schritt ist das auch Überlebenssicherung. Wir können ja keine Photosynthese machen wie andere Lebewesen. Wir sind nicht so genügsam. Wir brauchen andere Lebewesen, um überhaupt zu leben, um zu atmen, um zu verdauen. Alleine für den Verdauungsprozess brauchen wir andere Organismen. Und da ist noch nicht mal das drin, was wir zu uns nehmen. Das heißt, dass wir strukturell von anderem Leben abhängig sind. Nicht alle Menschen sind gleich, nicht alle Communities sind gleich, nicht alle Länder sind gleich, aber global betrachtet könnten wir auf jeden Fall einiges besser machen. Es ist noch nicht klar, wir sind ja auch eine total junge Spezies. Die ältesten Funde sind 300.000 Jahre. Es ist auch noch nicht klar, ob unser Verhalten, klar haben wir Computer gemacht und sind total anpassungsfähig… Klar, wir haben uns über alle Kontinente ausgebreitet, aber es gibt Lebewesen, die so viel älter als wir sind. Quallen und Haie und Oktopusse und Bakterien und alle möglichen Pilze. Es gibt so viele Lebewesen, die es schon viel länger geschafft haben dem evolutionären Friedhof aus dem Weg zu gehen als wir. Und das ist noch keine abgeschlossene Frage. Gerade rasen wir aber schon auf auslöschen zu. Leider irgendwie. Zumindest ist es eine krasse Dezimierung. Damit nehmen wir ganz viele Arten mit. Dann denke ich mir, dass wir es vielleicht anders machen können. Und wenn ja, wie kann das aussehen? Dann ist das ein kleiner Schritt. Das, was ich entworfen habe ist so ein kleiner Satz in einem kollektiven Gespräch. So sehe ich das und da muss ich jetzt gucken wie das weiter geht.

Luise:

Wenn du dann sagst, dass dieses Aussterben oder das Vergehen gerade sehr schnell geht und so weiter: Ist das der Sinn? Wir sind jetzt schon ein bisschen weit weg von der Gestaltung, deshalb versuche ich es wieder zurück zu holen. Weil mich das aber auch selbst beschäftigt: Diese Vorstellung von Vergehen oder Aufrechterhalten oder vielleicht auch für die Ewigkeiten konservieren, sich ein Denkmal schaffen, je nach dem. Als wäre das was Schlimmes, wenn jetzt dieser eine Vogel mit den roten Federn ausstirbt. Das klingt erst mal drastisch, wenn ich das jetzt so sage. Aber so, wie du das ja jetzt schon beschrieben hast, auf kosmischer Ebene spielt das nicht unbedingt eine Rolle, sondern es spielt eine Rolle, wenn Bienen aussterben. Dann ist das ganz schlimm, weil wir dann irgendwann nichts mehr zum Essen haben, wenn nichts mehr bestäubt wird. Da würde mich dann aber noch interessieren, wenn wir den Bogen zur Gestaltung wieder schlagen, geht es ja immer darum: Als Gestalter, als Gestalterin will man ja immer die Welt verbessern. Man will ja etwas schaffen, was vorrangig den Menschen, in dem Fall andere Spezies, weiterbringt. Für mich ist es gerade noch sehr schwer nachzuvollziehen inwiefern du dann Qualität am Leben messen kannst, beziehungsweise inwiefern dann, und da sind wir dann vielleicht wirklich schon bei der Abschlussfrage, diese Habitate zur Verbesserung beitragen können. Dass du das uns vielleicht nochmal kurz und knapp zusammenfassen kannst.

Laurin:

Ok. Das hat verschiedene Ebenen. Einmal ist natürlich klar, wenn Habitate für andere Lebewesen geschaffen werden, sind das halt weitere Individuen, die leben können. Das spielt natürlich eine Rolle. Gleichzeitig denke ich auch, dass Objekte auch etwas kognitives sind, in denen ein kollektiver Prozess stattfindet. Ein kollektiver Denkprozess findet auch über Objekte statt. Dann kommen Leute, die sagen, dass das blöd ist, dass das gut ist, dass sie es lieber so haben wollen, dass man das doch so machen könnte… Irgendwie ein Kognitionsprozess, der angestoßen wird. Mit der Arbeit ist eine Frage in diesen kollektiven, kognitiven Raum gestellt worden. Für mich wäre es natürlich toll in einer Welt zu leben, in der es keinen Sinn macht, Glyphosat weiter zu verwenden, obwohl alle wissen, dass es schädlich ist. Dass wir auf gesellschaftlicher Ebene verstehen, dass solche Dingen keinen Sinn ergeben, dass es so absurd erscheint wie ein Aderlass heute. Das wäre gut. Ich weiß natürlich, dass diese Arbeit das nicht komplett alleine macht, aber es gibt ganz viele tolle Menschen auf der Welt, die gerade genau über diese Themen nachdenken. Ihr habt mich eingeladen, weil ihr ja auch davon berührt wart, oder weil euch ähnliche Gedanken umtreiben. Ich glaube so eine abschließende Antwort gibt es darauf nicht. Alleine, dass ich hier eingeladen wurde und dieser Prozess ein Stückchen weiter geht ist schon ein Schritt. Dann wird sich zeigen, wie das weiter geht und welche Fäden noch von anderen aufgenommen werden, wie sich das verwickeln kann. Es ist auf jeden Fall sehr experimentell.

Manuel:

So sind wir heute auch am Ende der Gesprächszeit angekommen. Laurin Kilbert als Künstler, als Lebensraumhersteller und disziplinärer Grenzen-Überwinder und vieles mehr natürlich noch. Damit haben sich deine Rollen noch nicht erschöpft. Wir bedanken uns jetzt erst mal für das tolle Gespräch und deine Zeit. Wir wünschen dir viel Erfolg für das Projekt, denn es ist hoch interessant und ich glaube ich spreche für uns alle, dass wir und wünschen, dass sich diese Objekte überall finden lassen. Herzlichen Dank für das Gespräch.

Aufruf Laurins zum Austausch und Kooperation

Laurin:

Vielen Dank, dass ich hier sein konnte. Darf ich noch ganz kurz was sagen? Ich möchte eine Einladung an alle Menschen und Zuhörer:innen aussprechen, die Lust und Interesse haben an diesem Projekt zu arbeiten. Ich bin auch total interessiert an unterschiedlichen Disziplinen. Es können auch Gedanken sein. Nehmt gerne Kontakt auf! Es sind gerade so Kooperationen im Anlauf, mit verschiedenen Leuten. Ich freue mich über alle, die dafür Interesse haben. Schreibt mir gerne.

Luise:

Mit dieser sehr netten Aufforderung verabschieden wir uns für diese Folge. Schaut auch gern bei Instagram vorbei, wo wir es uns zur Aufgabe gemacht haben einzelne Thematiken der Gespräche nochmal in kleinen Happen aufzubereiten. Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann könnt ihr das über Steady tun. Die Links zu den Kanälen, sowie Laurins Webseite, Projektaccount und Literatur, findet ihr in den Shownotes. Bis zum nächsten Mal!

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Fußnoten:

[SE1] parametrisch: Statistische Tests können grob gesagt in zwei Kategorien unterteilt werden: parametrische Tests und nicht-parametrische Tests.

Parametrisch bedeutet, dass der Test an Voraussetzungen gekoppelt ist. Die Formeln, die zur Berechnung der statistischen Signifikanz eingesetzt werden, „greifen“ nur, wenn die Daten eine bestimmte Form haben (meist ist hiermit die Form einer symmetrischen Normalverteilung gemeint). Wenn die Daten zu stark von dieser Voraussetzung abweichen, kann ein parametrisches Testverfahren zwar umgesetzt werden, das Ergebnis ist dann jedoch eigentlich aussagefrei. In solchen Fällen verwirft man den parametrischen Test und führt stattdessen einen nicht-parametrischen Test durch.

Nicht-parametrisch meint, dass das Testverfahren ganz unabhängig von der Verteilung der Daten durchgeführt werden kann. Die Daten können normalverteilt, aber auch linkssteil oder rechtssteil sein. Nicht-parametrische Verfahren heißen deshalb ebenfalls verteilungsfreie Verfahren.

[SE2] Fraktale: Fraktal ist ein vom Mathematiker Benoît Mandelbrot 1975 geprägter Begriff (lateinisch fractus ‚gebrochen‘, von lateinisch frangere‚ (in Stücke zer-)‚brechen‘), der bestimmte natürliche oder künstliche Gebilde oder geometrische Muster bezeichnet. Auszug aus Wikipedia.de

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