Laut gedacht: Unterschätzen wir die Freundschaft?

Über Grenzen von Beziehungen und Social Media Freundschaften

Liebe Freundinnen und Freunde des Wandels,

diese Woche wird endlich wieder laut gedacht - und zwar über die Freundschaft. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir ist gerade während der Pandemie noch deutlicher geworden, wie wichtig mir meine Freunde sind und wie wenig selbstverständlich es ist, einander zu haben. In unserer (westlichen) Gesellschaft hingegen, steht die romantische Beziehung oft über der Freundschaft - oder erhält zumindest medial mehr (mediale) Aufmerksamkeit. "Die große Liebe" gilt es schließlich zu finden, weise zu wählen und zu pflegen. Aber was ist mit der Freundschaft? Eine Beziehungsform, die bislang unterschätzt wird?! Vielleicht. Um das herauszufinden, habe ich mich gemeinsam mit Journalistin Luisa Thomé und den Autor Fikri Anıl Altıntaş im Podcast unterhalten...

Auf die Ohren, aus dem Sinn

“Die Freundschaft gehört zum Notwendigsten in unserem Leben. Denn ohne Freunde möchte niemand leben, auch wenn er die übrigen Güter alle zusammen besäße”, schreibt Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik. Für den Philosoph ist sie die „Urzelle des Politischen“, weil sie überhaupt erst Zusammenleben schafft. Aber was macht gute Freundschaft eigentlich aus? Was unterscheidet sie von romantischen Beziehungen? Und wie verändert sich unser Verständnis von Freundschaft in Zeiten von Social Media und Co.? Um dem Wesen der Freundschaft auf die Spur zu kommen, habe ich  zwei bereits bekannte Gäste in den Podcast eingeladen: Die Journalistin Luisa Thomé und den Autor Fikri Anıl Altıntaş.

Gern Gelesen

Was bedeutet es, sich zu Hause zu fühlen? Wer bin ich eigentlich? Wer möchte ich sein? Diesen Fragen stellt sich sich eine junge Frau in Lin Hierses Debüt „Wovon wir träumen“. Feinfülig, poetisch und mutig erzählt der Roman die Geschichte einer Beziehung zwischen Mutter und Tochter und den Fragen nach Identität, Nähe und Abgrenzung. Dabei spielt auch ihre deutsch-chinesische Geschichte eine Rolle, auf welche Spuren sich die junge Frau in der Geschichte begibt. Ein Buch, das mich beim Lesen berührt und bewegt hat - in jedem Fall lesenswert.

Wait a second!

Apropos Träumen: manchmal helfen uns die Sozialen Medien dabei, indem sie inspiration und Perspektivwechsel bieten. Anderseits sind Instagram, Twitter und Co. ganz schöne Zeitfresser, die mich oft eher vom Träumen abhalten. Deshalb an dieser Stelle eine kleine Entdeckung von Freund und Sinneswandel-Supporter Daniele Lauriola, die sowohl zum Durchatmen als auch zum Reflektieren einläd: One Sec, eine App die vor dem Öffnen anderer Apps - bei mir ist es i.d.R. Instagram - mit der Aufforderung tief durchzuatmen anspringt und einen zum Reflektieren der Intention des Öffnens auffordert.  Zwölf lange Sekunden mit einem schönen Farbverlauf, verbleiben mir dann, um zu überlegen, ob ich das wirklich wirklich möchte. Vielleicht die Chance für mehr Zeit zum Träumen und Leben! 

(Anti-)Social Media

Für einen kritisch reflektierten Umgang mit sozialen Medien, schaut auch gerne in die aktuelle Ausgabe des fluter Magazins. Darin wird sich die Frage gestellt: Wie sähen wirklich soziale Soziale Medien aus? Denn so wichtig und allgegenwärtig Soziale Medien sind, zeigen ihre inneren Widersprüche und Geschäftsmodelle doch, dass da noch Entscheidendes fehlt. Schließlich sind die Plattformen kein Schicksal, sie gehören zu Verhältnissen, die verändert werden können.

Vielen Dank für eure Unterstützung und viel Freude beim Hören! Eure Marilena

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