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Dein She Drives Mobility Update vom 5. Juni

Ihr Lieben, entschuldigt bitte, dass ich euch am letzten Wochenende nicht geschrieben habe, aber ich war am Limit. Nicht durch die Dinge, die ich alltäglich und vor allem auch bei meiner Lesereise erlebe, sondern ausgerechnet durch unseren Kanzler. Was war passiert? Olaf Scholz war auf dem Katholikentag und wurde dort von Aktivist:innen der Letzten Generation "gestört". Das reichte aus, um ihn zu Äußerungen zu verleiten, die mich einfach nur schockiert haben. Eine der Bewegung nahe Person hat mir das entsprechende Snippet zugeschickt, es wurde mehrere Millionen Mal abgerufen - und zeigt auf, wie wichtig eben doch auch Social Media sein können, um solche aus meiner Sicht entgleisenden verbalen Äußerungen zu dokumentieren.

Hier der Snippet.

https://twitter.com/_Katja_Diehl_/status/1530497502830542849?s=20&t=pkoTHuTzeAXmiRL8kQygqg

Hier die Analyse von Luisa Neubauer.

https://twitter.com/Luisamneubauer/status/1530985031568707585?s=20&t=C5BTkohpEh4dyRkmaFDUEA

Hier die Petition, die an Olaf Scholz den Wunsch nach Klarheit adressiert.

https://weact.campact.de/petitions/scholz-vergleicht-klimaaktivist-innen-mit-nazis-wir-fordern-klarheit

Das Spannende an diesem Vorfall?

Olaf Scholz hat seinen Vergleich bekräftigt und die Medien berichteten fast nur darüber, dass Luisa ihm einen Nazivergleich vorhält. Nicht analysiert wurde medial der Vorfall an sich. Es mag unwichtig erscheinen, aber das fühle ich so nicht. Ich finde das, was Scholz gesagt hat, entsetzlich, nicht nur, weil Blockaden der Letzten Generation meist ad hoc körperliche Gewalt gegenüber den Protestierenden geinhalten. Männer steigen aus ihren Autos und schlagen jungen Menschen direkt ins Gesicht. Was soll ich da tun? Wenn ein Bundeskanzler so agiert (dass er Bundeskanzler werden konnte, versteht hier in Hamburg eh nie, wir hatten mit ihm Tote durch Brechmittel, G20 und Wirecard/CumEx), dass er alle Türen öffnet, um Menschen zu diffamieren, die aus Sorge um die sich schließende Möglichkeit, die Klimakatastrophe abzuwenden, protestieren, als problematischer angesehen werden als die Katastrophe.

Gute Analyse fand ich hier:

https://taz.de/Scholz-Aeusserung-ueber-Klimaaktivismus/!5854954/
Warum gieren eigentlich alle nach autonomem Fahren, um Personal  einzusparen, während sich parallel in 20.000 Arbeitsplätze im Tagebau  verkrallt wird?

Natürlich beschäftigt mich auch das 9-Euro-Ticket. Das von Bundesverkehrsminister Wissing schon als endliche Maßnahme angekündigt wurde. Ich finde, das sollten wir nicht akzeptieren. Denn bei aller Kritik, die ich an der Etablierung "von oben herab" habe, deutschlandweit ohne Ticketzonen zu reisen, findet Anklang.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nahverkehr-kommunen-fordern-dauerhaft-guenstiges-ticket-fuer-busse-und-bahnen/28399940.html

Der Danni Pilger ist derjenige, der es sich zum Job gemacht hat, alle Blockaden zu begleiten und der dafür Sorge trägt, dass die Gewalt, die hier geschieht, dokumentiert wird. Er war aber auch in München dabei, als ich mit Katrin Habenschaden, 2. Bürgermeisterin von München, im Talk war und Zuschauer:innenfragen beantwortet habe.

https://www.youtube.com/watch?v=RWfazvvbm0Y

How to degrowth the transport sector – and regain liveable cities and regions.

Eine neue Folge #SheDrivesMobility - auf englisch. 

Over the last 16 months, Degrowth Vienna, an austrian collective, has  been working on a book in collaboration with over forty authors from  both academic and activist contexts. It deals with the core question of  how a socio-ecological transformation can be achieved and will be  published in about two months. The book is an essential contribution to  current debates on degrowth and socio-ecological transformation, in  which the question of strategy has often been neglected. My guest John  is PhD Candidate at the Central European University and Junior Fellow at  the Centre for Economic and Regional Studies.

Together with Thomas Smith and Leon Leuser, John wrote Chapter 15  about Mobility & Transport. It tackles questions of degrowth  transformation in the mobility sector and investigates different  directions, from technology based scenarios, to others that question  mobility in itself. It also assesses the extent to which car sharing may  represent a satisfying degrowth strategy, focussing on a Paris based  example.

I talk with John about the four approaches of degrowth in mobility and transport.

  • Taming transportation
  • Dismantling the transportation system
  • Resisting the transportation system
  • Escaping transportation
https://katja-diehl.de/how-to-degrowth-the-transport-sector-and-regain-liveable-cities-and-regions/

Die Folge zuvor haben Tino Pfaff und ich unseren "Auftritt" vor dem Petitionsauschuss reflektiert.

https://katja-diehl.de/ungehoert-im-petitionsauschuss-etwas-licht-viel-schatten-und-ein-breites-buendnis/

Und was mich auch Kraft kostet: Die Stimmen mehren sich, dass ich die radikalste und emotionalste Person auf Bühnen bin. Ob beim Panel der #TÜVmobility Konferenz oder bei meiner Keynote auf der #micromobility in Hannover: Im Anschluss kamen gleich mehrere Menschen auf mich zu und  dankten mit, dass ich so klar kommuniziere und „nicht so  stromlinienförmig“ sei. Danke! Doch was bedeutet das für den Austausch auf solchen Konferenzen? Gehen wir 2022 immer noch nicht dahin, wo es wehtut: Raus aus der Komfortzone? Stellen wir uns immer noch nicht den immer drängenderen Fragen der Transformation im Anblick der Klimakatastrophe? Denn das, was ich kommuniziere, ist nicht neu, nicht überraschend, sondern lange bekannt.

Die nächsten Termine von mir:

7. Juni Lesung in Dörverden

9. Juni Lübeck Keynote zum Festakt Emobilität in Lübeck

10. Juni re:publica: Plädoyer für eine inklusive und klimagerechte Verkehrswende

13. Juni in Leipzig Klimabuchmesse mit Volker Wissing, Raul Krauthausen und Benjamin Schwarz

Danke für euren Support, der mir ermöglicht, Menschen zu bezahlen, die mir bei meiner Arbeit helfen. Freue mich auf euer Feedback! Eure Katja

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