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Der 02. Juli in der Geschichte

626 – Lǐ Shìmín findet es irgendwie doof, dass er für viele Erfolge seines Vaters Lǐ Yuān verantwortlich ist, aber trotzdem nicht zum Kronprinz gemacht wird. Also nimmt er sich des Problems selber an: Er bringt persönlich seinen Bruder um, den Kronprinz Li Jiancheng, und seine Leute beseitigen auch gleich noch seinen anderen Bruder und die Kinder der beiden. Seinen Vater fragt er im Anschluss »Du, wie lange wolltest du nochmal regieren?«, und spielt dabei zufällig mit einem Messer. Kurz darauf dankt Lǐ Yuān ab und Lǐ Shìmín wird unter dem Namen Taizong Herrscher der Tang-Dynastie.

1500 – Auf dem Reichstag zu Augsburg wird das Heilige Römische Reich Deutscher Nation in sechs Reichskreise eingeteilt. Heute würde man wohl Bundesländer sagen. Die Reichskreise sehen auf der Karte ein wenig so aus, als hätte der, die sie festlegte, dabei einen Schlaganfall gehabt, aber nun ... jedenfalls gibt es bis heute in Franken deswegen einen Feiertag, während alle anderen arbeiten müssen. Buh!

1505 – Martin Luther wird fast vom Blitz getroffen und gelobt Mönch zu werden. Ansonsten wäre er wahrscheinlich Anwalt geworden und wir müssten immer noch darauf hören, was der Papst zu sagen hat.

1566 – Der Arzt und Hellseher Michel de Nostredame, besser bekannt als Nostradamus, sagt: »Morgen, beim Sonnenaufgang, bin ich nicht mehr hier.« Da hat er zur Überraschung aller mal was ganz konkret richtig vorausgesagt.

1816 – Die französische Fregatte Méduse läuft vor der Küste Westafrikas auf Grund, weil die, die auf dem Schiff das Sagen haben, absolute Trottel sind. Da die Beiboote nicht für alle Personen an Bord ausreichen, bastelt man noch flugs ein Floß, auf dem 146 Männer und eine Frau unterkommen. Als man aber feststellt, dass das Floß wie ein Anker wirkt, schneidet man alle Leinen los und lässt die Leute auf offener See treiben. Nach einer Woche können noch 15 Überlebende des Floßes geborgen werden, die überraschend wenig hungrig sind und lediglich nach Zahnstochern fragen, um sich die Reste ihres Nachbarn aus den Zähnen pulen zu können.

1849 – In Venedig explodiert die erste Ballonbombe. Die österreichischen Truppen standen zuvor auf dem Festland, schauten nach Venedig und sagten sich: »Mann ey, unsere Kanonen schießen nicht soweit.« Feldmarschall Radetzky forderte darauf die ersten Ballonbomben an. Dummerweise ist der Wind nicht immer ein Freund der Österreicher. Im Endeffekt ist die Trefferquote so gering, dass man sich denkt: »Eh, lassen wir das.« Venedig ergibt sich trotzdem zwei Monate später.

1881 – Auf den amerikanischen Präsidenten James A. Garfield – keine Verwandtschaft zu übergewichtigen Katzen mit Vorliebe für italienische Ofengerichte – wird ein Attentat ausgeübt. Der Attentäter hatte vorher dem Präsidenten ungefragt mehrere Briefe mit Ratschlägen geschickt und wollte bei einem Wahlsieg Garfields den Posten des Generalkonsuls in Paris, denn ... warum auch nicht. Als ihm überraschenderweise niemand antwortete, beschloss er, Garfield in den Rücken zu schießen. Garfield verstarb erst elf Wochen später. Nicht direkt an der Kugel, sondern an einer Sepsis, die er sich durch unsaubere Instrumente bei der Operation der Kugel eingefangen hatte. Damit sicherte er sich Platz Nummer 2 auf der Liste der ermordeten US-Präsidenten.

1900 – Es ist zwar nicht das erste Luftschiff, aber der erste Zeppelin startet. Satte 18 Minuten dauert der Flug, bis die Winde für das Ausgleichsgewicht bricht und der Zeppelin auf dem Wasser notlanden muss. Die Investoren sind nicht erfreut und Graf Zeppelin muss daraufhin gleich wieder seine Firma einstampfen. Aber bis 1906 hat er eine neue Idee für die Finanzierung und macht dann weiter.

1937 – Flugpionierin Amelia Earhart beschließt während ihrer Weltumrundung, Verstecken zu spielen.

1963 – Deutschland und Frankreich sagen sich: »Ey, wie wäre es, wenn wir uns in Zukunft mal nicht andauernd bekriegen würden? Eigentlich sind wir doch Besties, oder?«

Dann unterschreibt man den Élysée-Vertrag, auch bekannt als deutsch-französischer Freundschaftsvertrag.

1964 – US-Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnet den Civil Rights Act, der praktisch die Rassentrennung aufhebt. Die Unterzeichnung dauert etwas länger, denn er benutzt über 75 Füller für seine Unterschrift, die er hinterher an die Anwesenden verteilt, darunter Martin Luther King.

1966 – Frankreich beginnt mit der Aktion »Wir verschönern pazifische Inseln« und beginnt mit Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll.

1994 – Humberto Munoz Castro erschießt den Fußballspieler Andrés Escobar, der ein paar Tage zuvor in einem Vorrundenspiel der Fußballweltmeisterschaft in den USA ein Eigentor geschossen hatte. Das Eigentor sorgte dafür, dass die kolumbianische Mannschaft nicht weiterkam und aus dem Turnier ausschied. Bis heute ist nicht ganz klar, ob Castro es tat, weil er als Fußballfan enttäuscht war, oder weil seine Chefs – er war Bodyguard für Drogenbosse – ihn beauftragt hatten. Er wird zu 43 Jahren Haft verurteilt, kommt aber wegen guter Führung nach elf Jahren wieder raus. Man kann davon ausgehen, dass da auch keiner irgendwie dran gedreht hat. Bestimmt nicht. Schon gar nicht in Kolumbien.

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