Der Ri:Newsleisure

Liebe Leserinnen und Leser,

mit unserem am Montag veröffentlichten Artikel "Die Pyramiden von Krypto - Ein Vorschlag eines (eingeschränkten) Verbots der Verwendung von Kryptowerten" haben wir offensichtlich einen Nerv getroffen - v.a. die Versuche, die Ri:Website zu hacken, schossen seither in die Höhe. Weil die Themen Kryptowährungen und Blockchain auch inhaltlich nicht nur uns beschäftigen, haben wir in diesem Newsleisure #16 noch ein wenig spannende und hilfreiche Literatur der letzten Tage ergänzt.

Viel Spass beim Lesen!

Das Ri:Team

News in a nutshell

1. Die BaFin hat nachgelegt: Konkretere Verbraucherwarnungen

Als am Montag unser o.g. Artikel online ging, veröffentlichte auch die BaFin eine neue Verbraucherwarnung im Hinblick auf Kryptowerte: Bitcoin, Ether und Co.: Anlagen in Kryptowerte sind riskant. Noch am Dienstag folgten weitere Informationen seitens der BaFin für Verbraucher:innen: Anlagetipps in sozialen Medien: Vorsicht ist oberstes Gebot. Es ist gut, dass die BaFin die verschiedenen Manipulationsformen berücksichtigt und Verbraucher:innen wiederholt warnt.

2. Verwendungsverbote für Kryptowerte: Auch eine sicherheitspolitische Frage?

Unser Ri:Artikel nimmt v.a. den Verbraucherschutz in den Fokus. Doch die Prüfung des Verwendungsverbots sollte an dieser Stelle nicht aufhören, wie US-Desinformationsforscher Dave Troy auf Twitter mit ausführlicher Begründung in Thread-Form anregt:

"I'm calling on President Joe Biden to immediately eliminate the national security risk posed by cryptocurrencies, via Executive Order — either banning or taxing dollar-to-token transactions."

3. Das große Problem: Die pseudonymen Täter:innen

Wie in unserem Artikel hervorgehoben wurde, scheitern Recht und Rechtsdurchsetzung häufig an der Pseudonymität der Krypto-Netzwerkteilnehmer:innen. Mit ihnen scheitert auch die Handlungsfähigkeit eines Staates. Was das für die Strafverfolgung und v.a. Geschädigte bedeutet, haben die Journalist:innen der ARD im ARD radiofeature: Die Bitcoin-Falle | Doku über die Abzocke mit Krypto-Währungen #hörenswert verdeutlicht. Darin wird auch die Bedeutung von Analyst:innen betont, welche im Dickicht der Krypto-Netzwerke nach Zusammenhängen und Hinweisen auf die Täter:innen suchen.

4. Was macht man mit beschlagnahmten Kryptowährungen?

Wenn etwas, das als Geldwäsche-Instrument verschrien ist, von staatlichen Institutionen zu Geld gemacht wird, dann hat das per se Geschmäckle. Doch was bedeutet es, wenn wie im Falle der beschlagnahmten "gestohlenen" 3,6 Milliarden US-Dollar in Bitcoin diese nicht "zurückgegeben" werden können? 

Aufgrund der fehlenden Anzahl von neuen Netzwerkteilnehmer:innen, welche diese Kryptowerte gegen Geld abnehmen (sog. Illiquidität des Kryptomarktes), steht die Möglichkeit im Raum, dass die US-Behörden die beschlagnahmten Bitcoins einfach verwerfen. Wegen der Illiquidität des Kryptomarktes könnte dies bedeuten, dass der "Kurs" um 90% einbricht. Und damit auch das Krypto-Netzwerk, respektive Schneeballsystem (vgl. unserer o.g. Artikel).

5. Die Blockchain hat sich - erneut - als Luftnummer bewiesen

Nicht zuletzt wird auf die - kurz nachdem sie online gegangen war - wieder offline gegangene "Zeugnis-Blockchain" hingewiesen. Es war neben der ID Wallet (wir berichteten) ein weiteres deutsches Digitalisierungsprojekt mit der "Blockchain", das von zwei Sicherheitsforscher:innen im Handumdrehen als mangelhaft aufgezeigt wurde. "Kaputter Blödsinn mit Ansage" titelte Golem am 9. Februar 2022. 

"Das wirkliche Bittere an dieser Erkenntnis ist aber eben, dass der dabei an den Tag gelegte Dilettantismus nicht mehr überrascht."

schreibt Golem-Autor Grüner dazu treffend. Und damit können wir nur hoffen, dass die Ampel bei derartigen Projektvorschlägen und -umsetzungen zukünftig auf rot geht.

TBT

Themenverwandte Ri:Beiträge zur Vertiefung sind z.B.

Otto, Ri 01/2017: Chaining Blocks and Blocking Chains

Otto, Ri 02/2018: Scam-Taktiken im Krypto-Geschäft

Otto, Ri 03/2018: Haste mal nen Token?

Bernzen, Ri 03/2018: Musik für alle. Bezahlung auch?

Künstner, Ri 2021: Hält der Blockchain-Hypetrain in Antitrustville?

Fast Forward

In Kürze folgt dann auch der angekündigte, umfangreichere Artikel zum Thema Blockchain und Mining.

Beste Grüße und hack on

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