Der Ri:Newsleisure

Liebe Leserinnen und Leser,

auch diese Woche haben wir ein paar lesenswerte Informationen zusammengestellt, um zumindest etwas Normalität in den Alltag zu bringen.

Viel Freude beim Lesen und ein schönes Wochenende

Das Ri:Team

News in a nutshell

1. DAV-Stellungnahme und Gespräche zur Haftung bei Künstlicher Intelligenz

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat durch seine Ausschüsse Zivilrecht und Europa zum Thema „Haftung im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz“ Stellung genommen (DAV-Stellungnahme Nr. 11/2022). Darin spricht sich der DAV für eine Anpassung der Haftungs­regeln aus, da Geschädigte es im Schadensfalle durch die technischen Besonder­heiten von Anwendungen sog. künstlicher Intelligenz schwer haben dürften, die genaue Ursache und die Verant­wort­lichkeit nachzu­weisen. Die Stellungnahme knüpft an Antworten des DAV auf eine öffentliche Konsul­tation der EU-Kommission zur „Anpassung der Haftungs­regeln an das digitale Zeitalter“ an. Am 9. März 2022 hat ein Experten­ge­spräch mit den Bericht­er­stattern der Stellungnahme und Vertretern der General­di­rektion Justiz der EU-Kommission stattge­funden.

2. EFF liest EU-Kommission bei Verschlüsselungsthemen die Leviten

Die Electronic Frontier Foundation (EFF), eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in San Francisco, hat sich gegen das Vorhaben der EU-Kommission ausgesprochen, eine allgemeine und wahllose Durchsuchung von elektronischer Kommunikation wie E-Mails und Chats einzuführen. Der Grund des Vorhabens: Der Schutz von Kindern vor Missbrauch. Ein ehrenwertes Ziel - doch die Mittel sind nicht gleichermaßen ehrenwert aus Sicht der EFF. V.a. die derzeitigen Kriegsgeschehnisse würden zeigen, wie wichtig verschlüsselte Kommunikation ist. Wenn Kritik an der Einstellung zur Privatsphäre aus den USA an die EU-Kommission gerichtet wird, dann hat das nicht nur Seltenheitswert, sondern auch Sprengkraft. Es bleibt abzuwarten, wie sich die EU-Kommission zu der - auch von anderen Organisationen angebrachten - Kritik verhält.

3. Krypto-Assets: ESAs vs. EU-Parlament? 

Was sich in dieser Woche im Bereich der Krypto-Assets abgespielt hat, besorgt doch sehr im Hinblick auf Verbraucherrechte:

In ein und derselben März-Woche warnten die europäischen Aufsichtsbehörden EBA, ESMA und EIOPA - die ESAs - die Verbraucher, dass viele Krypto-Assets sehr riskant und spekulativ sind. Sie warnen ausdrücklich vor deren aggressiver Bewerbung. Im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang ließen sich offenbar die EU-Parlamentsmitglieder bei der derzeit in Bearbeitung befindlichen MiCA (Markets in Crypto Assets Regulation) durch scheinbar aggressive Bewerbung von Krypto-Assets wie Bitcoin beeinflussen. Die Argumente lauteten im Wesentlichen: Im aktuellen Entwurf läge ein Anschlag (!) auf die Innovationskraft Europas und die EU solle endlich Vorreiter werden. Erneut wurde eine Regelung gestrichen, die zu einem Quasi-Verbot geführt hätte.

Ungeachtet der Tatsache, dass die gestrichene, klimabezogene Regelung nicht in die MiCA(R) gehört, sind diese Entwicklungen bedenklich. Denn hier ersetzen weiterhin falsche Glaubenssätze fehlendes Wissen. Um auf EU-Ebene zu unterstützen, wurde der Artikel "Die Pyramiden von Krypto" in wesentlichen Teilen übersetzt und in englischer Sprache unter "The Pyramides of Crypto" zur Verfügung gestellt.

TBT

Wendt, Ri 2018, 64 ff.: Erfordert eine Revolution der Technologie eine Revolution des Rechts?

Dannhorn, Ri 2018, 108 ff.: Von Wunsch und Wirklichkeit: Vertrags- und Dokumentengeneratoren für Anwälte

Feiler, Ri 2020, 130 ff.: Gefahrenverdacht im Cyberspace

Kuhrau, Ri 2020, 117 ff.: Datenschutz und Informationssicherheit

Sowa, Ri 2017, 122 ff.: Irren ist menschlich ... doch das ist nur die halbe Wahrheit

Pause

Es ist Wochenende! Genießen Sie es!

Beste Grüße

Das Ri:Team

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