Arno Strobel - Mörderfinder

Bei seinen Thrillern braucht man kein Lesezeichen, sagt zumindest Schriftsteller-Kollege Sebastian Fitzek. Arno Strobels Thriller sind spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Ecken der menschlichen Seele und er liebt es, mit seinen Leser:innen Grenzerfahrungen auszutesten. Seine Themen spürt er meist im Alltag auf, wobei er oft aktuelle Themen („Die App“, „Offline“) aufgreift. In seinem neuen Roman wird Fallanalytiker Max Bischoff in einen cold case verwickelt: Vor sechs Jahren verschwand die Grundschülerin Leni Benz spurlos auf ihrem Heimweg. Doch wieso taucht jetzt Lenis Ranzen wieder auf, steht an seinem Platz in ihrem Elternhaus, als sei nichts geschehen? Und weshalb gibt es so viele Parallelen zu einem aktuellen Fall?

Im März erscheint Ihr neuer Roman "Mörderfinder. Die Spur der Mädchen". Finden Sie es schade, dass Sie den Titel nicht auf der Leipziger Buchmesse präsentieren können? Selbstverständlich. Der Ausfall der Leipziger Buchmesse ist nicht nur wegen meines Titels schade, sondern weil es ein Verlust für die ganze Literaturszene ist.

Letztes Jahr haben Sie sich und Ihre Bücher auf der Buchmesse Saar vorgestellt. Wie finden Sie solche Online-Ersatz-Veranstaltungen und werden Sie dieses Jahr wieder mit dabei sein? Ich finde diese Art von Veranstaltungen eine gute Alternative in Fällen, in denen „normale“ Veranstaltungen nicht stattfinden können. Ersetzen können sie Veranstaltungen mit physischer Präsenz aber nicht. In Anbetracht der nicht enden wollenden Restriktionen bezüglich Corona werde ich natürlich auch in diesem Jahr wieder bei der Buchmesse Saar dabei sein und freue mich schon darauf.

Fallanalytiker Max Bischoff ist Ihren Leser:innen bereits aus "Tiefe Narbe", "Kalte Angst" und "Toter Schrei" vertraut. "Mörderfinder" soll nun der Auftakt zu einer neuen Reihe werden. Warum wollten Sie die Figur weiterführen? Weil ich denke, dass die Geschichte von Max Bischoff noch nicht auserzählt ist, sondern im Gegenteil jetzt, wo er privat ermittelt und damit andere Möglichkeiten als ein an Dienstvorschriften gebundener Polizeibeamter hat, gerade erst beginnt.

Ihre Kollegin Sonja Rüther hat im popscene Radio kürzlich verraten, dass sie bis zur Mitte ihres Buches nicht unbedingt wissen muss, wer der Mörder ist. Ist das bei Ihnen ähnlich? Ich kenne den Mörder bereits, bevor ich den ersten Satz geschrieben habe. Der Verlauf der Geschichte kann sich während des Schreibprozesses ändern, aber bei mir bleibt der Mörder der Mörder.

Interview: Tanja Karmann Foto: Gaby Gerster

www.arno-strobel.de

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