POPSCENE Heimatmelodien - Six Days Of Calm

Hinter Six Days Of Calm steckt Marc Fischer aus dem Raum Würzburg. Die Idee zu dem Ein-Mann-Postrock-Projekt entstand, nachdem sich seine Metalcore-Band Watch Them Fade aufgelöst hatte. Das Debütalbum „The Ocean’s Lullaby“ erschien im November 2020 über das saarländische Label Midsummer Records. Wir sprachen mit Marc über seine Soloarbeit in der Ausgabe Mai 2021. 

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https://anchor.fm/popscene/episodes/POPSCENE-Heimatmelodien---Six-Days-of-Calm-e101gdp

Es heißt: „Am 7. Tag ruhte Gott...“. Bei Dir gingen dem sechs Tage Stille voraus - wie sieht Dein 7. Tag aus?

„(lacht) Meistens auch sehr still, denn ich habe insgesamt ein sehr ruhiges Leben. Zum Glück! Eigentlich hieß das Projekt tatsächlich mal Seven Days Of Calm. Funfact ist letztendlich, dass es eine Meditations-App mit einem gleichnamigen Programm gibt. Das fiel mir erst im Nachhinein auf. Somit habe ich einfach einen Tag abgezogen. (lacht)“

Manche mögen annehmen, instrumentale Musik hätte keine Inhalte. Musik kann aber auch ohne Texte Emotionen transportieren. Wofür steht Deine Musik?

„Meine Musik steht für Emotionen - für viel Emotion sogar. Ich bin eh ein Typ, der mehr auf die Musik denn auf die Texte hört. Lyrics sind für mich sehr untergeordnet. Natürlich weiß ich, worum es grob in einem Text geht, wenn ich mir einen Song anhöre. Doch es ist die Musik, die in mir Emotionen auslöst. Das können Harmonien, Soundspielereien oder Soundwände sein. Meiner Meinung nach ist es viel emotionaler, wenn eine dramatische Melodie nur mit Gitarren, Sounds, Orchester und allen möglichen anderen Elementen realisiert wird als mit einer Stimme. Obwohl das auch mit Gesang funktioniert, spielt sich für mich ausschließlich mit Instrumenten mehr Dramatik ab. Von daher kann ich mich auf diesem Wege auch besser ausdrücken. Ganz unabhängig davon, dass ich eh nicht singen kann. (lacht)“

Deine Songs basieren alleinig auf Deinen Ideen. Ist es Fluch oder Segen, alleine zu arbeiten? Oder genießt Du es, die komplette Kontrolle zu haben?

„Im Großen und Ganzen: ja. Es hat für mich ganz, ganz viele Vorteile. Ich muss gestehen, ich liebe es wirklich, tun und lassen zu können, was ich möchte. Allerdings gibt es schon Situationen, die schwer sind, wenn man nur alleine dasteht. Etwa bei wichtigen Entscheidungen. Da kann es von Vorteil sein, wenn man andere Meinungen zu Rate zieht. Ich muss mir die dann durch Menschen holen, die mir nahestehen und nicht aus dem Business sind, was wiederum nicht schlecht ist. Alles in allem ist es aber ein Segen. Ich glaube nicht, dass ich diese Arbeitsweise je wieder ändern möchte.“

Interview: Kai Florian Becker Bild: Tony Wehnert

instagram.com/sixdaysofcalmofficial

https://youtu.be/oCCBDV8phMU

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