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OK COOL gibt Bescheid: Juli 2022

Liebe Menschen da draußen,

in euren Händen (quasi) haltet ihr die erste Ausgabe des neuen Newsletters von OK COOL, der den wohlklingenden, ausdrucksstarken Namen "OK COOL gibt Bescheid" trägt. Dieser Newsletter wird euch in Zukunft jeden Monat darüber informieren, was in den vergangenen Wochen auf OK COOL alles passiert ist und euch außerdem in zwei besonderen Rubriken jeden Monat in in meine ganz persönliche Welt entführen.

Und was ist mit "OK COOL streichelt"?

Der bisherige Newsletter "OK COOL streichelt" wird erst einmal pausiert. Der Grund ist ganz einfach: Jeden Monat Interviews mit Zoo-MitarbeiterInnen und anderen ExpertInnen zu organisieren, um mit ihnen über die Tiere zu sprechen, die ich digital streicheln will, war viel zu viel Aufwand. Zudem war ich immer abhängig davon, ob ich wirklich ExpertInnen rechtzeitig zur neuen Ausgabe finden kann - und die mir nicht womöglich kurz vor dem Gespräch doch noch absagen. Die Idee des Newsletter-Konzepts mag ich allerdings noch immer sehr, deswegen wandert "OK COOL streichelt" auch nicht in den Mülleimer, sondern erst einmal nur in die Schreibtischschublade zurück.

Und damit ab zu den neuen Rubriken, die ab jetzt monatlich euch und euer Postfach beglücken werden!

Der Rückblick: Was bei OK COOL im Juli 2022 passiert ist

Nur wenige wissen es, aber "Juli" ist latein und heißt grob übersetzt "es war viel los bei OK COOL". Zuerst einmal ein Blick auf die Gästeliste von "OK COOL trifft" des fast beendeten Monats:

  • 03. Juli: Vivian Maria Köhler, Lead Artist beim Berliner Entwicklerteam Paint Bucket Games
  • 10. Juli: Ruth Bosch, Art Director beim Kölner Entwicklerteam Massive Miniteam
  • 17. Juli: Sebastian Stange, Journalist und Podcast bei The Pod
  • 24. Juli: ??? (wird super)
  • 31. Juli: ??? (wird auch super)

Und nun die Übersicht über die Podcasts, die in diesem Monat für alle Steady-SupporterInnen erschienen sind - mit Ausblick auf den Rest vom Juli:

  • 01. Juli: OK COOL trifft wieder: Stephan Hövelbrinks
  • 08. Juli: OK COOL holt nach: The Curse of Monkey Island 
  • 15. Juli: Im Gespräch mit Nora Beyer: Wie funktioniert freier Spielejournalismus?
  • 22. Juli: OK COOL packt aus: Updates, so viele Updates!
  • 29. Juli: OK COOL schmökert: N-Zone 2007/1

Wenn ihr diesen exklusiven Kram hören wollt, dann könnt ihr hier Steady-Supporter werden und für knapp 5€ im Monat euren Feed bereichern! Juhu!

Alles klar? Alles klar! Und damit ab zur nächsten Rubrik!

Lieblingsort des Monats: Die Farm von Dungeon Siege

Mein Lieblingsort des Monats, den ich in einem Videospiel besucht und seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe, ist die Farm von Dungeon Siege: Der Ort, wo eines der größten Bildschirmabenteuer meiner Teenager-Jahre begann.

Aber halt, erst einmal Kontext für euch! Dungeon Siege ist ein Rollenspiel aus dem glorreichen Jahr 2002, das klassischer nicht sein könnte: Ein Königreich wird von einer dunklen Bedrohung, nunja, bedroht und wir müssen all das verhindern - allerdings ausschließlich mit Waffengewalt, denn pazifistische Gesprächsoptionen a la Fallout gibt es hier nicht. Nach bestem Rollenspielvorbild kloppen wir uns in einer stetig wachsenden Party durch Höhlen, Städte, Minen und Schluchten. Kritisiert von Zeitgenossen für einen zu leichten Schwierigkeitsgrad, von meinem 13-jährigen Ich hingegen korrekt identizifiert als "ultimative Powerfantasy". Hust.

Entwickelt wurde das Rollenspiel von dem Studio "Gas Powered Games", zu dem unter anderem Chris Taylor ("Total Annhilation"-Mitschöpfer und 2002 als einer der 30 bedeutendsten Spieleentwicklern aller Zeiten von GameSpy gelobt) und der Auto Neal Hallford (bekannt für "Betrayal at Krondor" und einige Fernsehauftritte rund um die Aufarbeitung eines Zugunglücks in Palo Verde, Arizona, das er mit viel Glück überlebte). Eine der Höchstleistungen des Entwicklerteams ist nicht nur das Spiel selbst, sondern insbesondere auch der Soundtrack, der sich ziemlich pompös in den Vordergrund drängt und einsetzt, sobald das Spiel an meinem Lieblingsort beginnt - der Farm.

https://youtu.be/NG_zGd8EZFI

Die Farm und damit auch der Spieleinstieg von Dungeon Siege, war schon 2002 ein Rollenspielklischee: Ein Bauer (oder eine Bäuerin, je nach Entscheidung im Charakter-Editor), geht in Ruhe dem Tagewerk nach, als plötzlich ein alter Mann zur Farm torkelt, von einer großen Bedrohung warnt, zusammenbricht und stirbt. Damit ist die Sache klar: Wir müssen die Welt retten, ab geht's, auf geht's. Und das ist ziemlich plump. Aber wisst ihr was: Manchmal kann plump auch erfrischend-plump sein.

Das imponierte mir schon als Teenager, aber da ist noch mehr: Der schon erwähnte Soundtrack ist eine ungewöhnlich ausdrucksstarke, dominante Untermalung für einen Spieleinstieg, statt schleichender Dudelei kämpfen hier Flügel, Hörner und Geigen um die Dominanz. Wenn man so möchte, setzt die Musik des Spiels den dramatischen, unmittelbaren und schnellen Spieleinstieg direkt fort und begleitet uns, während wir die ersten Gegner bekämpfen. Ein echter Ohrwurm, den ich bis heute auswendig nachsummen kann. Lauscht doch mal:

https://youtu.be/AxwCsV2nzTw

Ihr seht schon: Die Farm ist mir nicht wegen ihrer interessanten Architektur oder einer besonders spektakulärer Zwischensequenz in Erinnerung geblieben, auch wenn ich sagen muss, dass die Lage selbst spektakulär idyllisch sein könnte, wenn nicht gerade die Welt unterginge: Ein Flüsschen, herumlaufende Hühner, dichter Wald drumherum, hier könnte man es schon aushalten.

Nein, ich mag die Farm von Dungeon Siege, weil sie mich schnell und unmittelbar in ein weltumspannendes, wirklich aufregendes Fantasy-Abenteuer katapultiert. Statt langer Exposition drohe ich innerhalb von Sekunden dem ersten Bösewicht mit der Exekution. Und dann dieser Soundtrack, hach, diese Melodie, ein kleines Kunstwerk, eingebettet in ein damals wie heute unterschätztes Spiel.

Lieblingsspiel des Monats: Stray (keine Spoiler, keine Sorge)

Es passiert wirklich nicht so oft, dass ich einem Spiel derart entgegenfiebere, wie Stray. Klar, das Ding hatte es einfach bei mir, immerhin erzählt es die Geschichte einer Katze, eine viel zu selten umgesetzte Idee, denn Katzen (und Kater) sind die besten Tiere der Welt!

Und so entschloss ich mich, kurz nach der Ankündigung von Stray jeden Trailer und jede News zu diesem Spiel zu meiden, bis es endlich, jetzt, ganz frisch, erschienen ist. Als das Hauptmenü aufflackerte, wusste ich nicht einmal sicher, welches Genre sich dieses Spiel ausgesucht hat, oder in welcher Welt Stray eigentlich spielt. Hach, süße Unwissenheit.

Aber versteht mich nicht falsch: Die Katzen-Prämisse hat mich zwar als Käufer quasi sofort abgeholt, war aber gleichzeitig natürlich kein Garant für ein gutes Spiel! So viel hätte schief gehen können, die Wahl des Settings, die Steuerung des Tiers selbst, die Erzählung der Geschichte, und und und. Aber das kleine französische Entwicklerteam hat abgeliefert und mein Lieblingsspiel des Monats auf meine Festplatte gezaubert.

https://www.youtube.com/watch?v=QET-k0NXe6w

Die Gründe dafür sind zahlreich, und weil ich hier nicht zu viel verraten will, beschränke ich mich auf zwei konkrete Aspekte:

1) Ich habe lange nicht mehr einen so abwechslungsreichen und gleichzeitig ausdrucksstarken Soundtrack hören dürfen, der mit derart viel Gefühl und Achtsamkeit die jeweils passenden Szenen untermalt. Vom Geräusch umfallender Dosen bis zu musizierenden Wesen und dem sich öffnenden Inventar stimmt hier einfach alles. Die Welt lebt in der Musik und die Musik lebt in der Welt, es ist eine wahre Freude. Wer Stray spielt, verpflichtet sich zum Maximalaufdrehen der Lautsprecher, ich hab's jetzt ausgesprochen.

2) Die Spielwelt selbst schafft es, geheimnisvoll und gleichzeitig vertraut zu wirken, bedrohlich und gleichzeitig freundlich, vertraut und gleichzeitig fremdartig. Das klingt jetzt ein wenig esoterisch, aber meine ich ganz handfest: Beim Spaziergang durch die Straßen der Stadt erkenne ich immer wieder Gegenstände und Architekturstile aus "unserer", realen Welt wieder, um ein paar Schritte weiter völlig fremdartige Apparaturen vor mir aufgebäumt zu entdecken. Wesen, denen ich begegne, geben mir ein Rätsel auf, manche sind freundlich, andere misstrauisch, viele ängstlich und reserviert. Die Welt ergibt in sich Sinn, ist nicht nur eine abschreckende Dystopie, sondern eine Dystopie mit Sinn, Verstand und Hintergrundgeschichte, die mich Stray nach und nach enträtseln lässt. Mensch, was habe ich Spaß mit diesem Spiel.

(Bonus: Das Ding ist nur knapp sechs Stunden lang, auch das ist in der Welt der Free-to-Play-Games und niemals endenden Open-World-Orgien eine wahre Wohltat!)

Also: Geht und kauft Stray, eines der cleversten und interessantesten Spiele des Jahres!

Rausschmeißer

Das war's, das war die erste Ausgabe von "OK COOL gibt Bescheid", dem neuen und allerbestesten Newsletter von OK COOL! Mir hat's Spaß gemacht und ich hoffe, euch auch! Schreibt mir gerne eure Gedanken zu dem monatlichen Briefchen hier via Mail, ganz einfach an post@okcool.space! Hier könnt ihr mir auch Vorschläge für neue Gäste bei "OK COOL trifft" oder Themenideen für meine anderen Formate dalassen - ich freue mich!

Fühlt euch gedrückt (mit Sicherheitsabstand, ist immer noch Pandemie!)

-Dom

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