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Aus dem Logbuch

15. Januar 2022

Am Anfang des Jahres ein neues Laken um mein Herz gespannt. Wird das jetzt immer so weiter gehen? 

18. Ich komme mit dem zweiten Buch voran. Eine Lüge, aber irgendwo muss die Motivation ja herkommen. 

Serie

Prinzessin Margaret (Lesley Manville) und Peter Townsend (Timothy Dalton)

The Crown, Folge 4 "annus horribilis"

Die Folge, die es mir angetan hat. Der Queens annus horribilis und die Wiederentdeckung der Beziehung von Prinzessin Margaret und Oberst Peter Townsend. Nein, also damit hat nun wirklich niemand gerechnet. Erinnern wir uns an ihre wilde Verliebtheit in der ersten Staffel und das tragische Ende 1959 in der zweiten. Nachdem Margaret den geschiedenen Peter Townsend nicht heiraten durfte, muss sie auf die Suche nach einem Lückenfüller gehen. Verboten wurde die Heirat von keiner geringeren als ihrer Schwester Elizabeth II. Eine Entscheidung der Krone, natürlich. Margaret erholt sich davon nicht. Und wie sehr es ihr das Herz brach und wie lange ein Herz gebrochen sein kann, wird in dieser Folge erst so richtig deutlich. Gleichzeitig geht Windsor Castle in Flammen auf. Die Queen steht in ihrem verkohlten Zuhause. Es ist 1992.

Peter Townsend, gespielt von Timothy Dalton, der ein so wundervolles Gesicht hat, mit diesen traurigen Augen und dem kleinen Lächeln auf den Lippen, nimmt nach mehr als 30 Jahren wieder Kontakt zu Margaret auf, die so anmutig schön von Leslie Manville gespielt wird. Sie treffen sich in der darauffolgenden Woche in einem Londoner Park. Die Chemie zwischen den beiden!

Sie laufen umher, sprechen erst über den Brand im Windsor Castle, insbesondere den Crimson Room, indem sie sich einst trafen. “Like our plans,” sagt Margaret, “I’m afraid the crimson room did not survive”. Da muss man schon zum zweiten Mal tief einatmen. Er erzählt ihr, dass kein Leben für immer sei. Was ihm sein Arzt kürzlich sehr deutlich gemacht habe. Nein, nein, nicht doch, nein. Warum er sie nach all den Jahren wiedersehen möchte, fragt sie schüchtern. 

"I wanted to know if our love, in the context of a whole life, had been a fleeting one or a lasting one."

Anmerkung der Redaktion: Frau Poznan verlierte an dieser Stelle sofort das Bewusstein. Ein weiteres Treffen findet zwischen den beiden statt. Peter Townsend möchte Prinzessin Margaret all ihre Briefe zurückgeben. Er fürchtet, mit seinem Tod könnten sie in die falschen Hände geraten. Er hat die ihre alle aufbewahrt. Sie seine natürlich auch. Wir haben das gesamte Team der Kulturspalte auf die Recherche angesetzt. Auch im wahren Leben kam es zu einem letzten Treffen zwischen den beiden. Allerdings sehr viel frührer, was die Autobiograhie von Peter Townsend von 1978 verrät. Stundenlang haben sie miteinander geredet. Worüber? Über ihre Gefühle. Hach!

Anmerkung des Chefredaktuers: WO SIND DIE BRIEFE UND WIE KOMMEN WIR AN DIE RAN? AK

Buch

Eine Sensation in Briefen

Ingeborg Bachmann und Max Frisch

Ich bin ganz aus dem Häuschen! Ich kann es nicht anders sagen. Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Sie liebten und sie hassten sich. Ein besseres Zitat hätten man vermutlich für den Titel nicht rausfischen können. "Wir haben es nicht gut gemacht." Schrieb das wohl Frisch an Bachmann oder war es umgekehrt?  Alles, alles will ich sofort darüber wissen! 

Aufgeregt bin ich, seitdem ich seit dieser Woche weiß, dass es dieses Buch nun gibt. Iris Radisch hat eine ganz wundervolle Rezension "Die Liebe - ein Fluch" in DER ZEIT geschrieben. Und ich bin ja begeistert, dass sie Erwähnung für den Briefwechsel "Herzzeit" zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan fand. Denn diese Briefe haben mir die allerschönsten Stunden bescheert. Meine Ausgabe hat es damals nicht in meine Wohnung geschafft. Schon oft rätselte ich, in welcher Kiste sie nun schlummert. In welchem Keller, ob in meinem oder Peters. 

Wir kommen auf die Briefe und Ingeborg Bachmann noch einmal zurück. Seit einer Stunde hat die Buchhandlung offen. Noch bin ich nicht im Besitz des Buches, aber ich weiß einfach nicht wohin mit meiner Vorfreude! 

"Ingeborg Bachmann, Max Frisch: 'Wir haben es nicht gut gemacht. Der Briefwechsel.'" 1039 S., 40 Euro. Herausgegeben von Hans Höller, Renate Langer, Thomas Strässle und Barbara Wiedemann.

Oper

(Foto: Hermann und Clärchen Baus/ via Staatsoper)

Tosca von Giacomo Puccini 

In der Oper war ich. Vielleicht habe ich dort eine der schönsten Eifersuchtsszenen auf einer Bühne gehört und gesehen.

Die ging so:

Die angebete Tosca kommt zu ihrem Geliebten in die Kirche. Mario! Mario! Mariooooo! Der ist Maler. Und er hat soeben die Maria Magdalena fertiggestellt. Tosca gefallen die blauen Augen überhaupt nicht! Nach wem wurde diese Frau gemalt? Sie unterstellt ihm Untreue. 

Eine deutsche Übersetzung habe ich gefunden. Ich kann sie euch nicht vorenthalten!

Wen stellt Jene blonde Dame da vor? CAVARADOSSI ruhig. Die Magdalena. Was meinst du? TOSCA. Daß sie zu schön ist! CAVARADOSSI verbeugt sich lachend. Zu schön? Ich danke. TOSCA argwöhnisch. Lachst du? Die schmachtend blauen Augen sollt' ich kennen ... CAVARADOSSI. 's gibt deren viele. TOSCA sucht sich zu erinnern. Warte ... das ist doch Sie steigt auf das Gerüst; triumphierend. Die Attavanti! CAVARADOSSI lacht. Richtig. TOSCA von Eifersucht erfaßt. Du siehst sie? Liebst sie?

Weinend. Du liebst sie? CAVARADOSSI sucht sie zu beruhigen. Ein reiner Zufall ... TOSCA hört nicht auf ihn, noch eifersüchtiger. Die Schritte, das Geraschel ... ha, Sie war es, ja, sie war es! CAVARADOSSI. So hör' doch! TOSCA. Diese Kokette!

Am Ende verlangt sie von ihm, dass er die Augenfarbe ändert. In ein schwarzes Braun. Ihre Augenfarbe. Wir haben alle in unseren Sitzen gekichert. 

Maria Callas liest

(Foto: Maria Callas 1950/ via Vogue)

Meine lieben Leser und Leserinnen,

Schleunigst werde ich nun in die Buchhandlung eilen, bevor ich meinen Sohn abhole. Habt ein schönes Wochenende. Zieht das Drama, so oft ihr nur könnt, der Langeweile vor. Eure, eure Judith 

Anmerkung des Chefredakteurs: Mir fehlt hier noch was Entscheidenes zur Abrundung! 

-Wasn?

Ditte:

Crimson Drawing Room im Windsor Castle. AK

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