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Liebe kann uns retten | Teil 2/3

Selbstliebe. Dieses große Wort. Was bedeutet das überhaupt? Ich habe für mich verstanden, dass ich mich selbst lieben kann, wenn ich mir zum Einen mir-selbst- bewusst-bin. Und zum Anderen mich selbst akzeptiere, so wie ich bin. Ich finde, so klingt es schon halbwegs weniger unerreichbar, das große Wort Selbstliebe wird etwas milder und greifbarer. Selbstliebe ist für mich die Schnittmenge aus Selbstbewusstsein und Selbstakzeptanz. 

Selbstbewusstsein. Ich werde mir meiner Selbst bewusst. Ein erster Schritt war, dass ich gelernt habe, dass ich Einfluss nehmen kann auf meine Gedanken. Dass Gedanken erstmal nur elektromagnetische Impulse sind, sozusagen Chemie im Gehirn. Mehr nicht. Sie erhalten erst dann eine Bedeutung, wenn ich beginne, sie mit Emotion und Gefühl zu verknüpfen, zu bewerten und einzuordnen. Und zu glauben. Eines meiner größten Probleme. Und letztendlich auch der größte Shift auf meiner Reise zurück zu mir selbst: Glaube nicht alles, was du denkst! Gedanken sind keine Fakten. Gedanken sind nicht Realität. Und abgesehen davon. Was ist schon real. 

Ich fing an, meine Gedanken zu beobachten. Ich lernte, überhaupt mitzubekommen, was ich denke. So schaffte ich Bewusstsein. Von den durchschnittlich 60.000 bis 80.000, die wir alle am Tag so denken, bekam ich einen Bruchteil mit. Wie tröstlich. Ich fing an mit mir selbst zu sprechen, wie ich es mit einer Freundin, einem Freund tun würde. Ich übte mich in einer wertschätzenderen und wohlwollenderen Haltung mir selbst gegenüber. Ich wurde mir meiner Selbst wieder bewusst. Ich erinnerte mich, dass ich richtig bin, so wie ich bin. Und es immer war. Auch wenn ich es lange Zeit nicht glauben konnte und wollte. 

Selbstakzeptanz. Für mich bedeutet das, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Mich anzunehmen. Mich nicht mehr zu vergleichen. Beim Vergleichen kann ich nur verlieren. Denn niemand ist wie ich. Ich bin einzigartig. Wir alle sind es. Es geht darum, mir selbst zu entsprechen. Wenn vergleichen, dann mit mir selbst, mit meiner Version von gestern. Mein Ideal ist, was ich bin. Wie ich bin. Wer ich bin. Dass ich bin. Mit meinen Rundungen. Mit meinem weichen Körper. Den grauen Haaren zwischen den Braunen. Und all den Besonderheiten an mir. Meine Narben. Die Sichtbaren. Und die Unsichtbaren. Meinen guten und lichtvollen Seiten. Und meinen Schattenseiten. Alles gehört zu mir. Alles bin ich. Ich bin Alles. Es hat mich lernen lassen: Ich bin perfekt. Ja, genau. Perfekt. Nicht gut genug. Sondern perfekt. Wenn ich für mich anerkennen kann, dass es nichts zu optimieren gibt. Nichts zu meckern. Wenn ich sehen kann, alles ist genau so richtig, wie es ist. Dann bin ich in Akzeptanz und Annahme. Ich habe gelernt, mich zu erinnern und wieder zu wissen, wer ich bin. Ich habe gelernt, mich selbst zu mögen, so wie ich bin. So kann Selbstliebe entstehen. Selbstliebe ist eine Abenteuerreise.

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