10 Erkenntnisse, um bescheidener zu werden

Bescheidenheit wird langsam wieder in.                                                        Nach der Zeit des Wachstums, des Protzes, der Selbstoptimierung & Selbstdarstellung lässt die Verherrlichung von Erfolg, Prominenz & Macht spürbar nach.

Doch – warum? Das Leben selbst lehrt uns die Tugend:   Corona hat deutlich gemacht, dass nichts sicher & selbstverständlich ist, dass niemand unverwundbar & Besitz tatsächlich nicht alles ist. Zwar sind die Reichen in der Pandemie reicher & die Armen ärmer geworden, dennoch hat das Virus uns allen unsere Grenzen aufgezeigt. Klimakollaps & Flutkatastrophen tun ihr Übriges – wir sehen, spüren & erleben Tag für Tag, dass unsere Lebensgrundlage schwindet; wir begreifen täglich ein Stück mehr, dass es so nicht weitergehen kann. Und wird. Für jeden. Ausnahmslos. Zeit also, genügsamer, achtsamer – und eben bescheidener zu werden. Doch – wie geht das tatsächlich? Da viele von uns bisher kaum Mangel & Einschränkungen kannten & der Verherrlichung von Erfolg, Prominenz & Macht nur zu gerne gefolgt sind, wird es für manche schwer, zurückzuschalten. Aber – und das ist die gute Nachricht: Bescheidenheit ist kein Verzicht oder Verlust, sondern ein Gewinn. 

10 Erkenntnisse, die Dich bescheidender machen: 

1. Vorbereitung

Die Zeiten des ungebremsten Wachstums & Fortschritts sind vorbei. Das hört man zwar schon länger, aber nun wird es akut & für jeden sichtbar. Darauf müssen wir uns einstellen. Zeit also, zu definieren, was für Dich Standard & Luxus bedeuten. 

2.  Grenzen

Grenzen sind nicht nur etwas Negatives. Grenzen geben auch Orientierung, bieten Sicherheit. Wer seine Grenzen kennt, wird viel klarer & selbstbewusster mit allem umgehen können. Lerne Deine Grenzen kennen & nimm sie an – sie wollen Dir nur zeigen, wer Du wirklich sein kannst. 

3.  Kindsein

Alles auf dieser Welt ist im Grunde ein Wunder. Hat sich doch auch das Kleinste über Jahrmillionen hin so entwickelt, wie es heute ist. Fantastisch, nicht wahr? Kinder besitzen die wunderbare Eigenschaft, auch über kleine Dinge staunen zu können. Hol Dir diese Fähigkeit zurück. Und öffne Deine Augen. 

4. Selbstbewusstsein

Hä?? Ganz genau. Unsere Schwächen zeigen viel mehr über uns als unsere Stärken. Spiele daher nie Deine Stärken gegen Deine Schwächen aus. Für jede unserer Schwächen gibt es einen guten Grund Ereknne ihn & ergründe, was er Dir über Dich sagen will. Das macht Dich viel souveräner, als nur auf Deine Stärken zu hören, die Du ja schon hast.

5.  Freude

Absolut. Trenne Dich von Erwartungen & Ansprüchen. Von denen anderer. Und Deinen eigenen. Das macht auch deshalb glücklich, weil Deine Fallhöhe viel geringer wird. Mach Freude zu Deiner Lebenseinstellung. Werde aber kein zwanghafter Positiv-Denker. Zwänge führen zu nichts. Freue Dich einfach um des Lebens willen – Freude ist der beste Ausdruck von Dankbarkeit. So wird alles zum Geschenk.

6.  Wohlwollen

Das Leben hat Höhen & Tiefen, klar. Wenn Du Dich von Erwartungen & Ansprüchen trennst, wird Dein Leben viel ruhiger, zugleich intensiver. Das schützt aber nicht vor Verlust & Niederlagen. Diesen mit Güte zu begegnen, heißt, sie zu akzeptieren – ohne Vorwürfe & Schuldzuweisungen. Weder gegenüber Dir noch anderen. Verlust & Niederlagen intensivieren den Bezug, den wir zum Leben, zu den Dingen & zu anderen haben. Denn sie lehren uns deren Wert.    

7.  Bewunderung

Alles, jede & jeder sind eine Bereicherung. Denn sie sind anders als wir – und das ist die größte Errungenschaft des Lebens: Vielfalt. In anderen mehr zu sehen, bedeutet, den positiven Unterschied zu erkennen & zu würdigen. Es heißt nicht, in Dir weniger zu sehen. Andere neben Dir groß sein zu lassen, macht auch Dich größer. Wir alle sind gleich – nur in unterschiedlicher Weise. 

8.  Demut

Will heißen: Du musst nicht der Lauteste, Erste & Beste sein. Zumindest nicht permanent. Eigentlich nur selten, wenn Du die Erkenntnisse 1-7 beherzigst. Denn dann bist Du Dir Deines Wertes bewusst. Bescheidenheit & Demut bedeuten zudem nicht Unterwürfigkeit, sie sind auch keine Schwäche – das Gegenteil ist der Fall. Bescheidenen Menschen vertraut & folgt man viele lieber als Aufschneidern & Blendern. 

9. Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zu allem. Und sie ist in unserer überreizten Welt ein wertvolles Gut. Wer sie also anderen schenkt, wird belohnt. Wenn sie ehrlich ist, klar. Bescheidene Menschen sind aber nicht nur aufmerksam, sondern umsichtig. Sie beziehen ihr komplettes Umfeld in ihre Aufmerksamkeit, ihre Kommunikation & ihr Handeln mit ein. Werde umsichtig, indem Du alles um Dich herum bewusst wahrnimmst – ohne ein Urteil zu fällen oder einen Zweck zu verfolgen. 

10. Endlichkeit

Alles, was wir besitzen, ist letztlich eine Illusion. Weil wir nichts für ewig festhalten oder mitnehmen können. Das Leben ist ein andauernder Stoffwechsel. Ob Erde, Körper oder Kultur, nichts bleibt. Wir haben in dieser permanenten Veränderung & diesem unaufhörlichen Austausch unseren Platz auf Zeit – den wir im Rahmen unserer Möglichkeiten gestalten können. Dabei müssen wir nichts ausnutzen, übertreiben, größer oder kleiner machen. Wir können es genießen. Und weiterentwickeln. Euer OWS

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