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Elektroretinogramm (ERG) zur Differentialdiagnostik bei ADHS / Autismus-Spektrum?

Ehrlich gesagt : So ganz traue ich "dem Braten" nicht und ich weiss auch nicht, ob diese Methode sich nun einer breiteren Verwendung erfreuen wird. In der Vergangenheit habe ich von verschiedenen Ansätzen gehört, bei denen über Blicksteuerung bzw. Reaktionen am Auge auf das Vorliegen von ADHS geschlossen wurde. Meist sehr unsicher. Ein anderes Verfahren ist nun das Elektroretinogramm. Ich habe dazu einen Abstract übersetzt, der sich mit Forschungsergebnissen dazu beschäftigt und unterschiedliche Effekte im Bereich der Glutamat- und Gaba-Neurotransmission diskutiert. Lest selber : ADHS steht in einem genetischen Zusammenhang mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD), und die beiden Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf. Beide wurden möglicherweise mit einer abnormalen Glutamat- und GABA-Neurotransmission in Verbindung gebracht, die mithilfe eines Elektroretinogramms (ERG) zur Messung der synaptischen Aktivität in der Netzhaut modelliert werden kann. Die Netzhautreaktionen waren bei ASD reduziert, aber über die Netzhautaktivität bei ADHS war bisher wenig bekannt. In einer Studie verglichen die Forscher die lichtadaptierten ERGs von Menschen mit ADHS, ASD und Gesunden, um festzustellen, ob sich die Netzhautreaktionen zwischen diesen neurologischen Entwicklungszuständen unterscheiden. Lichtadaptierte Ganzfeld-ERGs wurden von 15 ADHS-, 57 ASD- (ohne ADHS) und 59 Kontrollteilnehmern im Alter von 5,4 bis 27,3 Jahren erhoben. Es wurde ein Troland-Protokoll mit 9 Blitzstärken zwischen -0,367 und 1,204 log photopischen cd.s.m-2 verwendet. Mit Hilfe verallgemeinerter Schätzgleichungen wurden die Zeit bis zum Spitzenwert und die Amplitude der a- und b-Wellen sowie die Parameter der Photopic Negative Response (PhNR) zwischen den drei Teilnehmergruppen verglichen. Im Vergleich zu den Kontroll- und ASD-Gruppen wiesen die Teilnehmer mit ADHS statistisch signifikante Steigerungen der Amplituden der b-Wellen im ERG, der PhNR-Antworten und eine schnellere Zeit bis zum Spitzenwert der b-Wellen auf. Der größte Anstieg der b-Wellen-Amplituden in Verbindung mit ADHS wurde bei 1,204 logs photopischer cd.s.m-2 Blitzstärke (P<.0001) beobachtet, als die b-Wellen-Amplitude bei ASD signifikant niedriger war als bei den Kontrollen. Mit einer Fläche unter der Kurve von 0,88 konnte ADHS anhand dieser Messung von ASD unterschieden werden. Die Amplitude der b-Welle im ERG schien ein Unterscheidungsmerkmal sowohl für ADHS als auch für ASD zu sein, was zu einem umgekehrten Muster der b-Wellen-Reaktionen führte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Glutamat- und GABA-Neurotransmission, die in erster Linie die Bildung der b-Welle regulieren, aus dem Gleichgewicht geraten sind. Die Anomalien der b-Wellen-Amplitude könnten als Biomarker für beide neurologischen Entwicklungszustände dienen.

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