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Sonntags-Update #13

Von Murcia aus fahren wir durchs Landesinnere, während der Fahrt laufen Hörbücher und wir landen in einem kleinen Dorf auf einem Parkplatz vor einem gut besuchten Restaurant, wo wir zwei Nächte bleiben. Eigentlich wollten wir in den Nationalpark gehen, aber aus einem Impuls heraus sind wir in die andere Richtung spaziert und landen in einer Mondlandschaft. Es sieht aus, wie in einer Wüste, aber Wasser muss die Landschaft über viele, viele Jahre hinweg geprägt haben, da überall kraterähnliche Löcher, Rinnen und Furchen sind. Tiefe Täler ziehen sich durch die staubtrockene, weiße Landschaft. Dennoch gibt es hier Felder, auf denen Bäume ihre Äste hängen lassen.

Bevor wir eine Weihnachtspause machen, fahren wir nach Totana zu einem Stellplatz mit Strom, um alles nochmal aufzuladen und das WiFi zu nutzen. Dort wollen wir zu einem Bioladen spazieren, doch Lorenz stellt auf halbem Wege fest, wie weit das eigentlich ist und so gehe ich allein – und bin drei Stunden unterwegs. Der folgende Tag ist dem Einkaufen gewidmet, denn die nächsten Tage gibt es dafür nicht wirklich eine Möglichkeit. Also klappern wir Supermärkte ab und besorgen alles, was wir brauchen.

Velez-Rubio und das Rec.on Project

Über die Weihnachtsfeiertage sind wir bei einem Upcycling-Projekt namens „Rec.on Project“. Wir stehen dort gemeinsam mit super netten anderen Campern und verbringen die Tage mit morgendlichen Kaffeepausen beim Haus sowie am Lagerfeuer mit gutem Essen aus dem Garten und einem riesigen Topf Chili sin carne – natürlich über dem Feuer zubereitet. Ja, hier kann man tatsächlich noch so einiges ernten: Brokkoli, Rotkraut, Karfiol, Rote Rüben, Grünkohl, Jungzwiebeln, Mangold, Petersilie, Rucola und verschiedene andere Salate. Bei all den frischen Sachen haben wir unsere eigenen Vorräte etwas aus den Augen verloren und eine unserer Zwiebeln ist schon ausgetrieben – also pflanzen wir sie kurzerhand in den Garten. Oh, und wir machen eine kleine Wanderung auf den Hausberg, ganz in der Früh, und haben eine wunderbare Aussicht.

Playa El Sombrerico

Auf Empfehlung des lieben Besitzers vom „Rec.on Project“ sind wir zum El Sombrerico Strand gefahren. Dort haben wir einen anderen Ducato getroffen (Baujahr 85, also richtig jung 😉) und sind mit ihnen (also dem Ducato und dem dazugehörigen Pärchen in unserem Alter) noch ein Stückchen weiter die Küste entlang bis ans Ende der richtig abenteuerlichen Straße gefahren. Die Straße ist nicht asphaltiert, es gibt keine Leitplanke oder ähnliches und sie ist einspurig. Unser Konvoi hat zum Glück bewirkt, dass wir nie zurückschieben mussten – sondern nur die anderen haha. In den zwei Parkbuchten waren unfassbar viele Vans und Wohnmobile und am Strand war eine richtig nette Stimmung, irgendwo war Musik zu hören, an einer anderen Stelle hat jemand ein Lagerfeuer gemacht. Wir sind später am Strand gesessen und haben Gitarre gespielt – und auf unsere neuen Ducato-Freunde gewartet, die aber nicht mehr gekommen und am nächsten Morgen zeitig abgereist sind. Wir machen uns gegen Mittag ebenfalls auf den Weg ein Stückchen die Straße zurück, besteigen unterwegs noch einen kleinen Turm mit guter Aussicht und parken wieder am eigentlichen El Sombrerico Strand, wo wir auch schwimmen gehen (WOLLTEN haha). Wir schaffen es bis zur Hüfte. Lorenz behauptet, er wäre ganz drinnen gewesen 😉.

Nijar und Cabo de Gata

Am nächsten Tag fahren wir Richtung Nijar, zu einem kleinen Kakteen-Garten. Gleich beim Aussteigen wollte Lorenz nachsehen, ob die Befestigungsringe vom Auspuff noch gut halten – und verbrennt sich hardcore den Daumen. Autsch. Also sind wir erstmal mit Kühlen beschäftigt, bevor wir eine kleine Runde durch die Kakteen drehen. Danach fahren wir nochmal Richtung Küste, auf dem Weg dorthin sehen wir überall die riesigen weißen Gemüse-Plantagen alias Glashäuser. Irgendwie erschreckend, so mitten in der Halbwüste. Wir übernachten mit drei anderen Wohnmobilen auf einem Erdparkplatz vor einem Hotel und spielen den restlichen Nachmittag Volleyball. Am nächsten Tag geht’s für uns in den Nationalpark Cabo de Gata. Dort sehen wir Flamingos und finden ein Plätzchen auf einem kleinen Parkplatz, von wo aus wir in den Nebel eintauchen, der hier an den Bergen und über dem Meer hängt, und mit den Rädern die Küste entlang radeln. Na ja, das hört sich jetzt so leicht an, aber die Küste ist hier richtig steil und felsig und wir müssen zweimal auf über 200 m rauf. Die Straße endet sehr bald und wird zu einem von Schlaglöchern durchzogenen Schotterweg. Wir plagen uns ganz schön. Okay, eigentlich vor allem ich. Oben gibt’s obligatorische Orangenpause, bevor es, nicht weniger anstrengend, wieder nach unten geht. Unser Ziel ist San José, eine schöne kleine Ortschaft mit vielen weißen Häusern und einem Sandstrand. Auch hier war der Plan, zur Abkühlung ins Meer zu hüpfen, aber die 16° C und die Quallen, die wir direkt beim Hineinspazieren sehen, schrecken uns ab. Lorenz radelt die Küstenstraße wieder zurück und holt mich mit dem Ducato ab. Ich war noch ein bisschen am Strand und wollte dann etwas einkaufen, habe aber festgestellt, dass ich kein Geld dabeihatte, weshalb ich Lorenz kurzerhand 8 km entgegen radle. 

Tabernas und Sierra Nevada

Wir fahren noch ein Stückchen Richtung Tabernas Wüste und übernachten auf dem Parkplatz vorm Mini Hollywood Park. Auch hier in Gesellschaft von vielen, vielen anderen Wohnmobilen, aber dafür mit guter Aussicht. Tags darauf durchqueren wir die Wüste und fahren Richtung Nationalpark Sierra Nevada. Silvester verbringen wir in einem kleinen Örtchen – fast mit Blick auf die hohen Berge, aber eben nur fast. Wir treiben ein bisschen Sport, machen einen Spaziergang durch das Dörfchen und essen am Nachmittag einen leckeren Walnusskuchen. Dazu packen wir alle Spiele aus, die wir mithaben, weil diese sonst eh viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Zum Abendprogramm gehören dann noch Punsch und ein sehr spätes Abendessen und ehe wir uns versehen, ist 2021 vorüber und die ersten Raketen starten. Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr.

P.S. Und ja, die Weintrauben haben wir tatsächlich vergessen... In dem Dörfchen gab's zwar einen kleinen, super chaotischen, aber dadurch auch sehr charmanten kleinen Supermarkt, aber in Spanien am 31.12. nach Weintrauben zu fragen, wird lediglich mit einem herzhaften Lachen quittiert. Ich habe dann stattdessen Orangen gekauft...

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