Meer-Montag #12 Der neue Megalodon
Ahoi zum Meer-Montag!
Wer mich etwas besser kennt, weiß, dass mich der Megalodon (Otodus megalodon), also der riesige Hai, der vor etwa 3,6Mio Jahren ausstarb, absolut fasziniert. Und ja, die entsprechenden Filme, mal mehr oder weniger trashig, schaue ich mir immer wieder und gern an :D

Da aufgrund des fehlenden Knochenskeletts von Haien (ihr Skelett besteht aus Knorpel) meist keine ganzen Tiere versteinern konnten , finden sich in fossilen Ausgrabungen größtenteils die Zähne dieser Urzeitgiganten. Die Form der Zähne gleicht denen vom heutigen Weißen Haien (Carcharodon carcharias), beide zeigen Steakmesser-artige Zacken an den Seiten. Deshalb wurde der Meg (so nennt man den Megalodon unter Fans) immer als überdimensionierter Weißer Hai dargestellt. Gleiche Körperform, gleiche Farbe, gleiche Proportionen.

(Replik eines Megalodongebisses im Meeresmuseum Stralsund, die Proportionen sind denen eines Weißen Hais nachempfunden, es wurde noch nie ein ganzer Kiefer des Meg gefunden)
Neue Forschung, neue Ergebnisse
Nun wurde eine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, dass es auch ganz anders gewesen sein könnte. Dafür wurde eine fast vollständig erhaltene Wirbelsäule analysiert und mit weiteren heute lebenden Haiarten verglichen. Die Forschenden haben herausgefunden, dass der Meg vermutlich eher eine längere, schlankere Form gehabt haben könnte - ähnlich der eines Zitronenhais. Außerdem lassen die Ergebnisse der Studie darauf schließen, dass der Megalodon nicht - wie bisher angenommen - bis zu 15m lang werden konnte, sondern eher bis zu 24m! Das ist fast so groß wie der heutige Blauwal. Vermutlich war er mit solchen Proportionen eher dafür gemacht, möglichst effizient durch den Ozean zu schwimmen als mit hoher Geschwindigkeit aus dem Hinterhalt heraus zu jagen, was dem heutigen Weißen Hai durch seine gedrungene Körperform ermöglicht wird.
Ich weiß, dass manchen solche Erkenntnisse eher Angst machen oder zumindest einen leichten Grusel erzeugen. Ich verstehe das absolut, immerhin bin ich fast 10 Jahre nicht im See(!) schwimmen gegangen, weil ich der festen Überzeugung war, von einem Weißen Hai gesnackt zu werden. Obwohl ich wusste, dass dieser nur im Salzwasser lebt. Obwohl ich wusste, dass Haiangriffe auch im Meer unglaublich unwahrscheinlich sind. Meine Angst war nicht rational. Aber das liegt zum Glück hinter mir, ich hab’s überwunden, schwimme und tauche nun überall. Deshalb kann ich das heute einfach aus der reinen, neugierigen Entdecker*innen-Perspektive heraus betrachten: Wie absolut fantastisch wäre es, wenn es solch große Haie noch heute gäbe? Wie mögen sie wohl gejagt und sich bewegt haben? Wie viele gab es, wie oft würde man diese riesige, segelgleiche Rückenflosse an der Oberfläche sehen?
Wenn ihr Lust habt, etwas zum Meg zu lesen, kann ich euch die Romane von Steve Alten empfehlen, auf denen die Filme mit Jason Stratham beruhen. Die ersten beiden Teile wurden ins Deutsche übersetzt, weitere vier (glaube ich) gibt es auf englisch.

Ich hoffe, ich konnte in euch ein wenig Neugier wecken und verlinke euch noch ein paar längere Artikel zu den neuen Forschungsergebnissen:
NATIONAL GEOGRAPHIC (Abre numa nova janela)(englisch)
SPIEGEL (Abre numa nova janela) (deutsch)
OCEANOGRAPHIC (Abre numa nova janela) (englisch, ein tolles Magazin, das ich allen Ozeanfans empfehle)