Meer-Montag #11 Raubtiere der Ostsee
Moin zum Meer-Montag! Heute möchte ich damit beginnen, euch etwas über eins der größten Raubtiere in unserer Ostsee zu erzählen. Denn da gibt es viel zu viel, als dass es in einen einzigen Post passen könnte. Es geht um die Kegelrobbe! Wir werden uns mit ihrem Leben, ihrem Platz im Ökosystem und auch dem Spannungsfeld mit der Fischerei beschäftigen. Aber Eins nach dem Anderen.

Das Besondere an ihr ist, dass sie in unseren Gewässern lange Zeit als selten galt, da die Populationen seit dem 20. Jahrhundert durch Jagd und Vertreibung immer weiter schrumpfte. Nun erholen sich dank der Schutzmaßnahmen die Bestände allerdings und sogar hier vor meiner Haustür, im Greifswalder Bodden gibt, es immer wieder welche zu sehen.
Ich selbst durfte in einem Hafen auf Rügen auch schon einige beobachten und bin dann im Herbst nochmal tiefer ins Thema Kegelrobbe eingestiegen, als an der Küste Rügens vermehrt tote Kegelrobben angespült wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren es bereits 44. Bei den toten Robben handelte es sich um ausgewachsene Tiere in einem guten Ernährungszustand. Infektionen (z.B. Vogelgrippe) konnten schnell als Todesursache ausgeschlossen werden.
Nach ersten Untersuchungen deutete vieles auf einen Tod durch Ertrinken hin und das Biosphärenreservat Südost-Rügen und auch das Deutsche Meeresmuseum Stralsund erstatteten Anzeige gegen Unbekannt. 2017 gab es einen ähnlichen Fall (23 tote Robben), der damit endete, dass das Verfahren von der Staatsanwaltschaft aufgrund mangelnder Spurensicherung und Beweislage vorzeitig eingestellt wurde.
Das sollte nun nicht wieder passieren, weshalb der BUND eine Petition startete, um von der Landesregierung mehr Schutzmaßnahmen, besonders in der Reusenfischerei zu fordern. Mit Erfolg: Ab März dürfen genehmigungspflichtige Reusen nur noch mit speziellen Schutzvorrichtungen aufgestellt werden, die verhindern sollen, dass die Robben in die verlockenden, mit Fisch gefüllten Reusen hineinschwimmen und dort ertrinken. Ich persönlich wünschte, dass es gar nicht erst solche Reusen gäbe und auch die Fische weiterleben dürften aber das ist ein ganz anderes Thema.
Die eleganten Schwimmer sorgen als hier und da für große Aufregung und ich freu mich drauf, euch bald noch mehr davon zu erzählen. Außerdem hab ich grad eine Auftragsarbeit auf dem Tisch, die sich um die Kegelrobben dreht.
Falls ihre direkt mehr erfahren wollt, empfehle ich euch den Online-Vortrag von Prof. Dr. Henning von Nordheim (Honorarprofessor für Meeresschutz an der Universität Rostock) am 19. März um 19.00 Uhr. Er wird über aktuelle Bestandszahlen, Risiken der Reusenfischerei und über den oben von mir geschilderten Fall erzählen. Den Link zum Zoom Meeting bekommt ihr per Mail, wenn ihr euch hier anmeldet: robben@bund-rostock.de (Abre numa nova janela)

(Kegelrobben in Schottland 2012, von mir fotografiert)