Musik im Knopf

Musik im Knopf / Drehen, drehen, drehen, drehen …
Was haben Knöpfe mit Musik zu tun? Manche würden sagen, Musik ist Emotion auf Knopfdruck. Eine bestimmte Melodie kann einen inneren Schalter umlegen und Erinnerungen ans Tageslicht der Gefühle spülen. Das Knopfakkordeon, Trompetenventile und die Powertaste der Stereo-Anlage kommen einem in den Sinn. Bei Knopf im Ohr denken Jüngere vermutlich nicht mehr an das Markenzeichen der Kuscheltiere von Margarete Steiff, sondern eher an In-Ear-Monitoring oder ins Handy gestöpselte Kopfhörer. Wo schließlich Kleidung ins Spiel kommt, zum Beispiel als Bühnenoutfit, sind wir schnell bei Knöpfen in ihrer hauptsächlichen Bedeutung als Verschluss. Freilich ist der Knopf nur ein kleines Detail, aber er kann mehr erzählen, als man denkt und mehr zusammenbringen als offensichtlich. (Historische Mustertafel aus der Posamenten- Manufaktur München, übernommen vom Vorgängerbetrieb Posamentenfabrikation J. Frank, Nürnberg. Foto: Georg Drexel)

Dirndl / Tradition goes Fashion
Traditionelle Dirndl, modische Dirndl, erneuerte Dirndl, Dirndl oder Tracht oder das Dirndl in der Tracht? Was kann und darf ein Dirndlkleid zu welcher Zeit sein? Wie entstand es und welche Bedeutung wird ihm zugeschrieben? Festkleid, Heimatkleid oder Saufgewand, wie es ein Einzelhändler aus der Trachtenbranche nannte? Ein Dirndl ist mehr als nur ein Kleid – es steht für bayerische und österreichische Tradition, Geschichte und Handwerkskunst. Doch heute gilt es auch als ein modisches Statement, das mit innovativen Designs und Akzenten die Herzen der Fashionista erobert und zu unterschiedlichsten Anlässen getragen wird. (Emanuel Burger, Couture- Dirndl mit handgestickten Paisley- Mustern, 2024; Foto: Emanuel Burger)

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Die Sachenmacherin: Über Gina Huber, Aktivistin, Model, Nadlerin und Musikantin
Thomas Bergmann: Griaß Di Gina, Du machst ja schon lange Kleidung selbst. Auf Deinem Instagram-Kanal zeigst Du uns auch immer wieder Deine neusten Trachtenkreationen. Wie bist du zur Nadlerei gekommen?
Gina Huber: Ich hab’ immer schon meine Trachten gleich nach dem Kauf zum Ändern geben müssen, weil mir keine normale Konfektion von der Stange passt. Die Oberteile musste ich immer verlängern und die Taille enger machen. Es war einfach immer ein großer Aufriss und dann hab’ ich mir gedacht: Okay, das kann ja nicht so schwer sein. Ich probier’ es jetzt einfach mal. Meine Mama hat auch schon immer genäht und so hat sich’s dann entwickelt, dass ich’s mal mit Schürzen probiert hab und mich dann während eines Kurses an einen ersten Spencer gewagt hab. Da hab’ ich gemerkt, das funktioniert sehr gut. Es macht mir Spaß und mir passen die Sachen nachher auch. So ist es dann ein Hobby von mir geworden und ein Ausgleich, bei dem ich gut abschalten kann von meinem Job. (Foto: Davide Lorefice)