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ADHS und der D-Faktor bei Ablenkungen

3 Faktoren sollen u.a. bei ADHS Ablenkbarkeit bestimmen



Was ist der D-Faktor?


Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Café und versuchen, sich auf ein Buch zu konzentrieren. Um Sie herum sind Gespräche, das Klirren von Geschirr und die Musik im Hintergrund. Manche Menschen können diese Geräusche ausblenden und sich auf ihr Buch konzentrieren, während andere von jedem einzelnen Geräusch abgelenkt werden. Diese unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber Ablenkungen wird durch etwas genannt "D-Faktor" beschrieben.

Der D-Faktor ist ein Konzept, das aus der Studie von Zhang et al. (2023) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)stammt. Es steht für "Distraction Factor", also Ablenkungsfaktor, und ist ein Maß dafür, wie anfällig eine Person für verschiedene Arten von Ablenkungen ist.

Dieser Faktor wird aus drei Hauptquellen der Ablenkung abgeleitet:

  1. Externe Ablenkungen: Dies sind Dinge, die um uns herum passieren, wie zum Beispiel Lärm, Bewegungen oder das Aufleuchten eines Bildschirms.

  2. Unerwünschte intrusive Gedanken: Das sind störende Gedanken, die unerwartet in unseren Kopf kommen, wie Sorgen oder negative Erinnerungen.

  3. Tagträumerei: Dabei schweifen unsere Gedanken ab und wir verlieren den Fokus auf das, was wir gerade tun sollten.


    Der D-Faktor ist also ein Maß für die generelle Ablenkbarkeit eines Individuums, basierend auf verschiedenen Arten von Ablenkungen, wie externen Störungen, unerwünschten intrusiven Gedanken und Tagträumerei. Ein hoher D-Faktor deutet darauf hin, dass eine Person leicht ablenkbar ist und Schwierigkeiten hat, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.


Wie funktioniert der D-Faktor?



Der D-Faktor ist wie ein Regler, der bestimmt, wie stark diese drei Arten von Ablenkungen unser Denken und unsere Aufmerksamkeit beeinflussen. Bei manchen Menschen ist dieser Regler hochgedreht, was bedeutet, dass sie leicht abgelenkt werden. Bei anderen ist der Regler niedriger, was bedeutet, dass sie trotz Ablenkungen konzentriert bleiben können.

Beispiele für den D-Faktor im Alltag

  • Externe Ablenkungen: Anna arbeitet von zu Hause aus. Sie bemerkt, dass sie jedes Mal aus dem Konzept kommt, wenn draußen ein Auto hupt oder ein Nachbar laut spricht. Ihr hoher D-Faktor für externe Ablenkungen macht es ihr schwer, sich in einer lauten Umgebung zu konzentrieren.

  • Unerwünschte intrusive Gedanken: Max macht sich oft Sorgen um die Zukunft, selbst wenn er gerade an einem wichtigen Projekt arbeitet. Diese Sorgen sind Beispiele für unerwünschte intrusive Gedanken, die seinen D-Faktor erhöhen und seine Konzentration beeinträchtigen.

  • Tagträumerei: Sarah findet sich häufig in Tagträumen wieder, selbst während wichtiger Besprechungen. Ihr Geist schweift ab, was ein Zeichen für einen hohen D-Faktor in Bezug auf Tagträumerei ist.

Der D-Faktor und ADHS


Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) haben oft einen höheren D-Faktor. Sie können leichter durch externe Reize, unerwünschte Gedanken oder Tagträumerei abgelenkt werden.

D-Faktor und Hyperfocus

Interessanterweise zeigt die Studie von Zhang et al. (2023), dass der D-Faktor auch mit dem Phänomen des Hyperfokus verbunden ist. Hyperfokus ist ein Zustand intensiver Konzentration, in dem Menschen mit ADHS so in eine Aufgabe vertieft sein können, dass sie alles um sich herum vergessen.

Die Verbindung zwischen Hyperfokus und D-Faktor:

  • Gemeinsame Basis: Trotz ihrer scheinbaren Gegensätzlichkeit (hohe Ablenkbarkeit vs. tiefe Konzentration) könnten Hyperfokus und ein hoher D-Faktor gemeinsame kognitive Grundlagen haben. Beide Phänomene reflektieren möglicherweise eine zugrunde liegende Variabilität in der Aufmerksamkeitssteuerung.

  • Aufmerksamkeitssteuerung: Personen mit einem hohen D-Faktor, oft ADHS-Betroffene, haben möglicherweise Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und aufrechtzuerhalten. Dies führt zu häufigen Ablenkungen im Alltag. In bestimmten Situationen, besonders bei hoher Motivation oder Interesse, kann diese flexible Aufmerksamkeitssteuerung jedoch einen intensiven Fokus ermöglichen, was zum Hyperfokus führt.

  • Wechsel der Aufmerksamkeitsmodi: Der Hyperfokus könnte eine Art Kompensationsmechanismus sein, bei dem die normalerweise zerstreute Aufmerksamkeit sich extrem fokussiert. Dies kann als eine Umkehrung der üblichen Ablenkbarkeit verstanden werden, wo die Aufmerksamkeit statt externen Reizen einem einzigen, oft selbst gewählten Thema gilt.

Die Verbindung zwischen Hyperfokus und dem D-Faktor zeigt die Komplexität und Flexibilität der Aufmerksamkeitsprozesse bei ADHS. Während ein hoher D-Faktor generell für eine erhöhte Ablenkbarkeit steht, kann er in bestimmten Kontexten auch zu außergewöhnlichen Konzentrationsfähigkeiten führen, wie sie im Hyperfokus beobachtet werden. Diese Erkenntnisse tragen zu einem tieferen Verständnis der vielfältigen Auswirkungen von ADHS auf die kognitive Funktion bei.

Warum ist der D-Faktor wichtig?

Das Verständnis des D-Faktors kann helfen, persönliche Herausforderungen im Alltag besser zu verstehen und zu managen. Für Menschen mit ADHS oder andere neurodivergente Personen kann dies bedeuten, Strategien zu entwickeln, um mit hoher Ablenkbarkeit umzugehen, wie zum Beispiel das Schaffen einer ruhigen Arbeitsumgebung oder Techniken zur Gedankenkontrolle.

Fazit

Der D-Faktor bietet einen neuen Blickwinkel auf das Konzept der Ablenkbarkeit. Er hilft zu verstehen, warum manche Menschen anfälliger für Ablenkungen sind und wie dies mit Phänomenen wie ADHS und Hyperfokus zusammenhängt. Indem wir unseren eigenen D-Faktor verstehen, können wir lernen, besser mit unseren täglichen Herausforderungen umzugehen.

Wie siehst Du das ? Welcher Faktor bestimmt bei Dir die Ablenkbarkeit?


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