Begeisterung 2.0

Begeisterung, Frohsinn, Aufregung, Spannung, Neugier und Ergriffenheit sind Begriffe die Lebendigkeit schenken. Diese Zustände sind Geister. Wie wichtig diese sind zeigt uns die Notwendigkeit sich für die eine Sache zu begeistern.

Foto@Claudia Meiners

Was passiert mit mir, wenn ich mich begeistere? Ich brenne, ich bin erfüllt, ich empfinde Sinn und Glückseligkeit; auch Dankbarkeit.

Mich begeistern Verbindungen jeglicher Art, Ästhetik im Allgemeinen und Irritationen im Besonderen. Ich verbinde Dinge miteinander um Neues zu schaffen- mit Tiefgang. Beziehungen sehen und Begegnungen initiieren: darin steckt so viel Choreografie. Wie stehen Dinge zueinander? Was entsteht durch eine Verkettung? Welche Zusammenhänge ergeben sich? Und wie erzähle ich Geschichten?

  • Die Verbindung vieler Körper im Raum – auf der Straße, wartend, schreitend, rennend. 
  • Die Verbindung zweier Körper beieinander – in Beziehung tretend, aufeinander Bezug nehmend, in der Bewegung, im Gehen, im Tanzen, durch Berührung. 
  • Die Verbindung eines Körpers mit einem Objekt – im Dialog, laut und leise miteinander im Gespräch.

Ich kombiniere Inhalte, Dinge, Materialien und Themen miteinander und verknüpfe sie. Manchmal sind das zwei Dinge, die eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen. Und genau dann passiert es meist. Es »läuft so los«. Ich konzentriere mich auf den Moment. Es ist, als würde es still werden. In diesem Augenblick gebe ich mir und der Sache Raum, ohne die Aufgabe vom Kopf her lösen zu wollen. Dann lässt etwas los und geschieht einfach – nichts tun, einfach passieren lassen. Ich checke bei mir ein! Ich probiere aus! Ich entdecke! Ich bin mit mir in Verbindung. Wie großartig wenn sich Kreise schließen.

Einfach nur schön.

Ich empfinde meine Umgebung als große Installation. Wie harmonisch sich Dinge zusammenbringen lassen, sich ergänzen im Widerspruch zueinander und Zwischenräume erzeugen. Ich nehme sinnlich wahr. Ansprechend, geschmackvoll, wirkungsvoll. Die Art und Weise wie ich Gegenstände, Kunst und Natur wahrnehme gibt mir eine ungeheure Sinnhaftigkeit. 

Das Haus muss auch schön sein! 

sagte ich zu meinem Mann, der lieber schnell den Graben um die Sandburg schaufelte. Ich sah nur die Muscheln in meiner Hand und gestaltete. Was für eine Loslösung vom wichtigen Schützen der nahenden Flut. Das Wasser provoziert mich. Ich irre mich nicht. Meine Haltung ist spontan, fast schon zwanghaft und sooo lustvoll. Ich genieße das Schöne. Mich irritiert das nicht. Alles hat seinen Platz und ihre Richtung. Jeder Gegenstand und jedes Objekt hat eine eigene kleine Bühne. Am schönsten glänzen die Dinge wenn sie irritieren. Für mich braucht es Gegensätze, Andersartigkeit und ein Hauch Unperfektion. Asymmetrie und perfekt unperfekt - in Harmonie. Dinge miteinander sprechen lassen. Wenn du sie nicht hörst wird es laut. Wenn sie dich irritieren, wird es still. Für einen kurzen Moment staunst du, bevor du Widerstand spürst. Schön.

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