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Der 12. Oktober in der Geschichte

166 – Der siegreiche römische Kaiser Lucius Verus denkt: »Ich bin der Geilste!«, als er aus den Partherkriegen zurückkommt und sich in einem Triumphzug ordentlich feiern lässt. Mit dabei ist der andere Kaiser, Mark Aurel, der aber am gleichen Tag seine Söhne auch zu Caesaren erhebt, damit Lucius Verus nicht auf krumme Ideen kommt, was die Thronnachfolge angeht. Außerdem mit dabei: Die Truppen, die gegen die Parther gekämpft haben und nun noch die Pocken oder Masern im Gepäck haben, die sich daraufhin im ganzen Reich ausbreiten und für ein 24-monatiges Massensterben sorgen. Schlimmstes Mitbringsel aller Zeiten.

1492 – Christoph Kolumbus und seine Leute entdecken Land und gehen von Bord. Er ist fest davon überzeugt Indien erreicht zu haben, dabei steht er auf einer Insel in den Bahamas. Er nennt die Einwohner dort irrtümlich Indianer und der Name bleibt irgendwie kleben. Sie tauschen ein wenig Tinnef gegen Gold und Papageien und er greift sich noch ein paar der Einwohner, um sie mit nach Hause zu nehmen und ihnen Spanisch beizubringen, denn warum auch nicht, immerhin sind sie ja bloß blöde Wilde und er ein Weißer, der sich alles herausnehmen kann. Auch bis zu seinem Tod darauf zu beharren, dass er in Indien war.

1518 – Der Kardinal Thomas Cajetan beginnt das zweitägige Verhör von Martin Luther, was im Grunde nur auf eine Sache hinausläuft.

Cajetan: »Widerrufst du deine 95 Thesen.«

Luther: »Nö.«

Cajetan: »Widerrufst du deine 95 Thesen.«

Luther: »Nö.«

Das ging so zwei Tage, bis Luther seine Haltung mit Bibelstellen untermauerte.

Cajetan: »Und jetzt widerrufst du?«

Luther: »Nö.«

Cajetan: »Könnte sein, dass wir dich festnehmen müssten.«

Luther: »Ich, äh, muss weg. Ich hab da noch was im Ofen.«

Am 21. Oktober 1518 beginnt die Flucht von Martin Luther.

1576 – Rudolf II. wird Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Er stellt sich recht bald als inkompetent heraus, was vielleicht auch daran liegt, dass er möglicherweise unter Schizophrenie oder anderen vererbten psychischen Krankheiten litt, die vermutlich so gar nichts damit zu tun hatten, dass die Habsburger ständig untereinander schnackselten und er auf beiden elterlichen Seiten Urgroßeltern hatte, die identisch waren. Sein Bruder, der genetisch offenbar nicht so viel Pech hatte, wird ihn später entmachten.

1810 – In München heiraten Therese von Sachsen-Hildburghausen und der bayerische Kronprinz Ludwig. Die Hochzeitsfeier auf der Theresienwiese endet nach fünf Tagen und alle sind sich einig, dass es so schön war, dass man das jährlich wiederholen sollte. Irgendwann wird dann das Oktoberfest daraus.

1960 – Der Premier der UdSSR, Nikita Chruschtschow, haut während der UN-Generalversammlung mit dem Schuh auf den Tisch, aber nicht, weil er eine Fliege killen will, sondern weil der philippinische Gesandte eine Rede hält, in der er die menschenrechtlichen Zustände in Osteuropa kritisiert. Ich meine, wenn da schon jemand von den Philippinen kommt und das meint, dann sollte man vielleicht ins Grübeln kommen.

1971 – Das Musical »Jesus Christ Superstar« wird uraufgeführt. Wer also meinte, dass die Geschichte von Jesus und seinen Jüngern, dem letzten Abendmahl und seinem Tod am Kreuz noch nicht spannend genug war, weil nicht gesungen wurde, für den ist jetzt Weihnachten.

1971 – Im Iran beginnt die viertägige 2500-Jahr-Feier der Iranischen Monarchie. Im Grunde meinte der amtierende Schah Mohammad Reza Pahlavi, dass man der Welt doch mal zeigen könnte, wie man eine ordentliche Party organisiert und wie geil der Iran doch ist. Die Gästeliste kann sich auch sehen lassen, denn im Grunde sind fast alle Königshäuser der Welt und fast alle Präsidenten, Premierminister und Kanzler vertreten. Lediglich Großbritannien, die USA und Westdeutschland schicken Vertreter und werden deswegen komisch angesehen. Später gibt es vor allem Kritik daran, weil die Party so viel gekostet hat. Gerüchteweise ist von bis zu 300 Millionen Dollar die Rede. Das iranische Volk findet das so lala. Von den islamischen Fundamentalisten um Chomeini ganz zu schweigen, die den Schah 1979 dann aus dem Land jagen.

1984 – In einem Hotel in Brighton, in dem sich gerade die britische Premierministerin Margaret Thatcher und ihr Kabinett aufhält, geht eine Bombe der IRA hoch. Fünf Menschen werden getötet, 32 verletzt. Sie und ihr Mann bleiben aber unverletzt, weswegen sie am nächsten Tag unbeeindruckt eine Rede halten kann, die ihrem damals schon geläufigen Spitznamen »The Iron Lady« nur zugutekommt und ihr noch Sympathiepunkte bei der Bevölkerung bringt. Die IRA-Mitglieder bissen sich aber vermutlich gegenseitig in den Hintern. 

1999 – Laut UN-Berechnungen überschreitet die Weltbevölkerung an diesem Tag die sechs Milliarden Grenze. Nestlé überlegt vermutlich, wie man mehr Leuten davon irgendwie Wasser in Rechnung stellen könnte. 

2012 – Der Europäischen Union wird der Friedensnobelpreis zuerkannt. Großbritannien denkt sich: »Frieden? Nee, mit sowas wollen wir nichts zu tun haben. Wir sollten mal raus aus der Union.«