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Der 28. Oktober in der Geschichte

97 – Der römische Kaiser Nerva wird von der Prätorianergarde schief angesehen, weil er ihnen nicht wie üblich ganz viele Geschenke mitgebracht hat. Im Grunde stehen sie mit tapsenden Füßen vor ihm und sagen: »Keule, entweder du adoptierst jetzt den Trajan, den wir ganz toll finden, damit der dein Nachfolger als Kaiser wird, oder ... na ja, kannst du dir ja denken.«

Nerva daraufhin: »Ach, mein lieber Sohn Trajan ...«

306 – Maxentius, Sohn des ehemaligen römischen Kaisers Maximian, meint, dass er jetzt auch mal Kaiser sein möchte. Konstantin, der eigentlich als Kaiser vorgesehen war und auch von einem der Kaiser des östlichen römischen Reiches anerkannt wurde, sieht das freilich anders. Die beiden werden keine Freunde mehr.

312 – Die Schlacht an der Milvischen Brücke findet statt. Dabei handelt es sich um die Entscheidungsschlacht im Kampf um den Kaiserthron im westlichen römischen Reich zwischen Maxentius und Konstantin. Maxentius versucht dabei, die Truppen von Konstantin aufzuhalten, indem er eine Brücke über den Tiber zerstört. Aber weil seine Truppen auch über den Fluss müssen, lässt er eine Pontonbrücke errichten, die anscheinend nicht so stabil ist, wie sie sein sollte. Als sich das Heer von Maxentius zurückziehen will, müssen sie über die Brücke, die aber auseinanderdriftet. Maxentius und etliche andere ertrinken dabei im Tiber. Und Konstantin sagt hinterher: »Ja, jut. Dat lief ja jetzt besser als gedacht.«

1589 – Peter Stump wird von einem Gericht in Bedburg im Rheinland verurteilt. Was hatte man ihm vorgeworfen? Ach, nur Hexerei, Kannibalismus, Inzest mit seiner Tochter, sexuellen Kontakt zu einem Sukkubus und Werwolferei. In der Form des Werwolfs soll er 16 Morde begangen haben, darunter zwei Babys, die er aus den Bäuchen der Mutter gerissen und dann vertilgt haben soll. Stump gibt das alles zu und man hat auch keinen Zweifel daran, denn man hatte ihn ja vorsichtshalber gefoltert und unter Folter würde ja niemand irgendeinen Blödsinn erzählen. Ein paar Tage später wird er dann hingerichtet. Erst zieht man ihm die Haut ab, bricht seine Arme und Beine mit der Rückseite einer Axt, schlägt ihm dann, wahrscheinlich dankenswerterweise, den Kopf ab und verbrennt ihn. Seinen Kopf steckt man als abschreckendes Beispiel noch eine Weile auf eine Stange. Ach so, seine Freundin und seine Tochter bringt man gleich mit um. Soweit zur absoluten Feelgood-Geschichte des Tages.

1767 – Der britische Seefahrer und Entdecker Philipp Carteret macht seinem Beruf alle Ehre, indem er die Admiralitätsinseln im Pazifik entdeckt. Dumm daran nur: 1616 wurden die bereits von den niederländischen Seefahrern Schouten und Le Maire entdeckt. Dumm daran wiederum: 1528 hatte der spanische Seefahrer Álvaro de Saavedra sie bereits entdeckt. Dumm daran wiederum: Die Inseln sind schon seit Urzeiten besiedelt und die Einwohner fragen sich, ob die Europäer, die andauernd die Inseln entdecken, noch alle Latten am Zaun haben.

1869 - Dmitri Iwanowitsch Mendelejew veröffentlicht das Periodensystem der Elemente und jetzt weiß man endlich, wann die Elemente schlechte Laune haben oder man ihnen etwas Schokolade mitbringen sollte.

1900 – In Paris gehen nach fast einem halben Jahr die zweiten Olympischen Sommerspiele zu Ende. Zu behaupten, dass es da etwas merkwürdig zuging, wäre wohl eine Untertreibung. Einige erwähnenswerte Punkte:

- Manche Teilnehmer wussten selbst Jahre später nicht, dass sie an Olympischen Spielen teilgenommen hatten, da die Wettkämpfe irgendwie als Beiwerk der damaligen Weltausstellung gesehen wurden.

- Es gab ein paar einmalige Wettkämpfe, darunter z.B. Autorennen, Ballonfahren und das 200 Meter Hindernisschwimmen, bei dem die Teilnehmer z.T. über Boote klettern bzw. darunter hinwegtauchen mussten.

- Bei den Schießsportarten schoß man auf lebendige Tauben.

- Der Zweitplatzierte beim Weitsprung schlug dem Erstplatzierten die Faust ins Gesicht.

1918 – Die Tschechen und Slowaken denken sich: »Mensch, so ein eigener Staat wäre doch super. Sollen doch die Österreicher bleiben, wo die Panade für die Schnitzel wächst.« Die Tschechoslowakei macht sich selbstständig. Galizien hingegen denkt: »Mensch, Polen scheint ja auch mal wieder ein eigener Staat zu werden. Da machen wir mit«, und sagt sich ebenfalls von Österreich-Ungarn los.

1919 – Obwohl US-Präsident Woodrow Wilson ein Veto einlegt und sagt: »Leute, dit is bescheuert«, beschließt der US-Kongress den Volstead Act, der die Prohibition in den Vereinigten Staaten gesetzlich verfestigt. Was man damit erreichen will: weniger Tote durch Alkoholmissbrauch, weniger Kriminalität. Was man stattdessen damit erreicht: tatsächlich weniger Fälle von Leberzirrhose, aber einen erheblichen Anstieg der Kriminalität, z.B. durch Schwarzbrenner und Schmuggler. Es entstehen etliche organisierte Verbrecherbanden, die nach dem Ende der Prohibition 1933 weitermachen, sich stattdessen auf den Drogenhandel spezialisieren und z.T. bis heute Bestand haben. Mit anderen Worten: Lasst Leute lieber in Ruhe saufen.

1981 – Der dänische Schlagzeuger Lars Ulrich und der US-amerikanische Gitarrist James Hetfield gründen eine Heavy-Metal-Band. Kurz überlegen sie, ob sie sie »Thunderfuck« nennen, aber nachdem Ulrich mit einem Kumpel spricht, der überlegt, ob er seine Zeitschrift zum Thema Heavy Metal »MetalMania« oder »Metallica« nennen soll, überredet Ulrich ihn den ersten Titel zu wählen, während er den zweiten für seine Band klaut.

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