Back to posts

Der 21. Juni in der Geschichte

1307 – Külüq Khan, Großkhan der Mongolen, wird auch noch Kaiser der chinesischen Yuan-Dynastie. Da nennt man ihn aber lieber Wuzong, weil das nur halb so merkwürdig klingt.

1621 – In Prag wird 27 Böhmern, darunter etlichen Adligen, der Kopf abgeschlagen, weil sie der Meinung waren, dass der Katholizismus vielleicht nicht das Gelbe vom Ei sei. Das gab ein wenig Stress mit den Habsburgern, die dachten: »Wat? Katholizismus ist voll super! Und zum Beweis bringen wir euch alle um!«

Zwölf der Köpfe werden im Anschluss zehn Jahre am Altstädter Brückenturm aufgesteckt, damit nur keiner mehr aufmuckt. Klappt aber nicht: Der Dreißigjährige Krieg nimmt seinen Lauf.

1734 – Marie-Joseph Angélique, eine schwarze Sklavin, soll hingerichtet werden, denn immerhin hat ein paar Monate zuvor ein Feuer fast ganz Montréal abbrennen lassen und irgendwer muss ja Schuld haben. Während des Prozesses sagten ein paar Zeugen: »Na ja, gesehen habe ich sie nicht, aber sie war’s ganz bestimmt!«

Der Richter: »Okay, lass ich gelten!«

Man foltert sie noch ein wenig, denn man will ja wissen, ob noch irgendwer beteiligt war, aber Angélique sagt nur: »Eigentlich war ich es ja nicht, aber ist mir mittlerweile egal. Klar, sicher, war ich das eben. Sonst keiner weiter. Könnt ihr mich jetzt vielleicht endlich mal umbringen?«

Macht man dann auch.

1791 – König Ludwig XVI. von Frankreich findet, dass das mit der Revolution doch langsam beängstigend wird. Zusammen mit seiner Frau und der unmittelbaren Familie, versucht er, aus Paris zu fliehen und eine Gegenrevolution einzuleiten. Als unterwegs die Kutsche repariert werden muss, spricht er mit ein paar Bauern, von denen einer sagt: »Junge, du siehst aber wirklich wie der König aus.«

»Na, und den König findet ihr doch alle super, oder?«

»Nee.«

»Wie, nee?«

Ludwig und seine Familie werden recht schnell wieder gefasst und nach Paris zurückgebracht, wo man dann denkt: »Vielleicht sollten wir für den doch eine endgültigere Lösung wählen.«

1851 – In London spielen die Schachmeister Adolf Anderssen und Lionel Kieseritzky die sogenannte »Unsterbliche Partie«. Und sie spielen sie noch heute ... ach nee, die Partie ist irgendwie wichtig, weil da einer fast alle guten Figuren geopfert hat und trotzdem gewann. Das kam auch im Film »Blade Runner« vor. Hört hört.

1919 – Die deutsche kaiserliche Hochseeflotte, die sich in Folge des Waffenstillstands nach Ende des Ersten Weltkriegs in der Bucht von Scapa Flow befindet, sagt sich: »Dit is allet irgendwie nicht richtig. Jetzt sollen wir unsere Schiffe den Briten aushändigen, einfach so? Nääääääääääh.«

Insgesamt 74 Schiffe werden entweder auf Grund gesetzt oder versenkt. Ehe die Briten merken, was gerade passiert, ist die Sache eigentlich auch schon gelaufen. Die Briten hinterher so: »Ey, das war aber so nicht abgesprochen.«

Sie stürmen noch ein paar Schiffe, um sie am Sinken zu hindern. Dabei erschießen sie ein paar Seeleute, die sich u.a. in Rettungsboote geflüchtet hatten. Über ein halbes Jahr nach Kriegsende sind sie somit die letzten Kriegstoten Deutschlands.

1922 – Wilhelm Goldmann gründet den Goldmann Verlag in Leipzig und verkauft in der Folge vor allem Kriminalromane von Edgar Wallace in Broschurausgaben im Bahnhofshandel, was den späteren Erfolg der Goldmann Taschenbücher vorausnimmt. Anders ausgedrückt: »Macht mal dit Buch nicht so ordentlich, dann verdienen wir mehr!«

1940 – Italien trällert: »Wir fallen jetzt in Frankreich ein!«

Frankreich: »Nö.«

Italien: »Manno.«

1982 – Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien kommt es beim Gruppenspiel Frankreich gegen Kuwait zum Eklat. Ein Zuschauer pfeift, woraufhin die kuwaitischen Spieler das Spiel einstellen, die Franzosen aber weitermachen und ihren Vorsprung zum 4:1 ausbauen können. Daraufhin stürmt der kuwaitische Scheich Fahid al-Ahmad as-Sabah das Spielfeld und nervt den Schiedsrichter so lange, bis der sagt: »Alter, is ja jut, dann wird das Tor eben nicht gegeben.«

Das Spiel geht weiter und Frankreich schießt dann doch noch das 4:1. Tags darauf wird der Schiedsrichter suspendiert und der kuwaitische Fußballverband bekommt eine Strafe von 11.000 Dollar, die der Scheich vermutlich sofort in Bar aus seinem Portemonnaie begleichen konnte.

2004 – SpaceShipOne wird das erste rein privat finanzierte Raumschiff, welches den Weltraum erreicht. Es erreicht zwar aufgrund einiger Probleme nur gerade so den Weltraum, aber dreieinhalb Minuten kann der Pilot die Schwerelosigkeit erleben. Es ist damit auch der erste private, bemannte Weltraumflug der Geschichte.

Nachfolger des Raumschiffs wurde das völlig überraschend benamte SpaceShipTwo.

2005 – Auf den Tag genau 41 Jahre nachdem drei Bürgerrechtsaktivisten in Mississippi umgebracht wurden, wird Edgar Ray Killen, Mitglied des Ku Klux Klan, als Mittäter verurteilt. Andere, die damals mitgemacht hatten, waren bereits 1966 hinter Gitter gebracht worden, u.a. der Sheriff des Ortes, aber Killen kam zuvor davon, weil ein Mitglied der komplett weißen Jury es nicht übers Herz brachte ihn schuldig zu sprechen. »Der is doch Prediger! Ich kann doch keinen Prediger ins Gefängnis schicken!«

Der 80-jährige Killen versucht, sich noch rauszureden: »Ick kann ja nich mehr laufen oder meine rechte Hand benutzen!«, wird dann aber gesehen, wie er mit dem Auto durch die Gegend fährt und jemandem mit Rechts die Hand schüttelt. Daraufhin der Richter: »Du dumme Sau. Kriegst 60 Jahre.«

Killen starb mit 92 Jahren im Gefängnis.