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Der 23. Juni in der Geschichte

229 – Der chinesische Kriegsherr Sun Quan, Herzog von Wu, ernennt sich zum Kaiser der – Wie er wohl auf den Namen gekommen ist? – Wu-Dynastie. Das kann er nur, weil er vorher in der Schlacht von Shiting die Armee des vorherigen Kaisers geschlagen hatte. Nein, Shiting schreibt man nur mit einem »T«.

679 – Æthelthryth, eine spätere Heilige, stirbt an einem Halsgeschwür, von dem sie glaubt, dass es eine göttliche Strafe ist, weil sie früher Halsbänder und Ketten getragen hat. Vielleicht hatte sie aber auch einfach nur einen dicken Hals, weil sie andauernd ihren Namen für Leute wiederholen musste, die den nicht verstanden.

1101 – Ein paar Lombarden, hauptsächlich kampfunerfahrene Bauern, erobern Ankara. Zuvor waren sie durchs byzantinische Reich gelatscht und hatten so vor sich hingeplündert, bis der byzantinische Kaiser sie bis kurz vor die Stadttore von Konstantinopel bringen ließ, in der Hoffnung, dass sie dann Ruhe geben. Stattdessen plünderten sie einen seiner Paläste. Genervt brachte er sie im Anschluss über den Bosporus, wo er dann in Richtung Ankara zeigte und meinte: »Da müsst ihr lang. Tschüssikowski!«

Offenbar stimmte die Richtungsangabe.

1314 – Die Schlacht von Bannockburn beginnt. Die zweitägige Schlacht war eine, wenn nicht sogar die entscheidende Schlacht in den schottischen Unabhängigkeitskriegen. An diesem Tag reitet Robert The Bruce, König der Schotten, auf einem Pony vor seinen Leuten herum, als ein englischer Ritter ihn sieht, seine Lanze anlegt und ihn aufspießen will. Im letzten Moment weicht Robert mit seinem Pony aus und haut dem Ritter eine Streitaxt gegen den Schädel, woraufhin besagter Schädel »Plop« macht und sich in zwei Hälften teilt.

Daraufhin die Engländer: »Alter ... das fängt ja schon scheiße an.«

1611 – Die Besatzung des Schiffs »Discovery« meint, dass sie schon genug entdeckt haben und die Kälte nördlich von Kanada ihnen langsam auf den Geist geht. Sie sagen zu Kapitän Hudson: »Nee, weiter is nich.«

»Aber zurück reicht die Verpflegung nicht mehr.«

»Na, vielleich schon, wenn wir dich und deine Leute hier aussetzen.«

»Ähm ... Jungs?«

Henry Hudson, sein Sohn und sieben entweder loyal zu Hudson stehende oder kranke Seeleute werden in einer kleinen Schaluppe ausgesetzt. Man sieht nie wieder etwas von ihnen. Aber dafür nennt man gleich die große Hudson Bay, den berühmten New Yorker Fluss Hudson, eine Ortschaft und mehrere andere Dinge nach ihm.

1923 – Heinrich Severloh wird als Sohn eines Bauern in der Lüneburger Heide geboren und hätte vielleicht ein nettes Leben gehabt, wenn man ihn 1942 nicht zur Wehrmacht eingezogen hätte. So war er am 06. Juni 1944 in einem Schützenloch an einem Strandabschnitt, der später als »Omaha Beach« bekannt wurde, als ihm wegen der Landung der Alliierten der Arsch auf Grundeis ging. Er ballerte mit dem MG auf die anlandenden Truppen und hat an diesem Tag, laut eigenen Angaben, rund 2000 Leute erschossen. Wie man sich vorstellen kann, war das nichts, worauf er sonderlich stolz war oder was er an die große Glocke hängen wollte. Besonders nicht, nachdem er in Kriegsgefangenschaft kam. Später jedoch freundete er sich mit einem der Soldaten an, die er damals angeschossen hatte, und machte seine Erfahrungen in mehreren Fernsehbeiträgen und einem Buch publik. 2006 verstarb er, nachdem er hoffentlich etwas Frieden gefunden hatte. Sein Buch »WN 62« ist zwar stilistisch nicht großartig, aber durchaus wert gelesen zu werden, wenn man mal wissen will, wie der D-Day auf deutscher Seite so ablief.

1940 – Adolf Hitler, der Architekt Albert Speer und der Bildhauer Arno Breker latschen für drei Stunden durch Paris, das die Deutschen gerade erobert haben, und schauen sich ein wenig die Architektur an. »Ja, is schon nett«, sagt Hitler und lässt sich danach nie wieder in Paris sehen. Nur Eva Braun mault hinterher: »Hätt’st mich ja ruhig mal mitnehmen können nach Paris. Stadt der Liebe. Himmelarschundzwirn!«

1957 – Die US-Schauspielerin Frances McDormand wird geboren. Sie ist eine der wenigen Personen, die die »Triple Crown Of Acting« gewonnen hat. Sprich: Sie hat einen Oscar (Eigentlich zwei: einen für »Fargo« und einen für »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri«), einen Tony für ihr Spiel auf der Bühne und einen Emmy als beste Schauspielerin in einer Serie. Jetzt muss sie nur noch anfangen zu singen und einen Grammy holen.

1961 – Der Antarktisvertrag tritt in Kraft. Im Grunde sagt der Vertrag, dass dort unten alle gefälligst friedlich miteinander umzugehen haben, keiner das Land beansprucht, niemand irgendwelche Bodenschätze abzubauen oder gar Militäroperationen durchzuführen hat. Außerdem untersagt er Nukleartests oder die Entsorgung radioaktiven Abfalls. Er sagt allerdings nichts gegen das zu laute und falsche Singen von »Take Me Home (Country Roads)«. Sollte man vielleicht mal nachholen.

2011 – Der US-Schauspieler Peter Falk stirbt in Beverly Hills. Der vor allem durch seine langjährige Rolle als »Colombo« bekannte Schauspieler taucht bei der Bestattung noch einmal aus dem Sarg auf und sagt: »Eine Frage hätte ich da noch.«

2013 – Nik Wallenda, amerikanischer Akrobat und Seilkünstler, ist der erste Mensch, der den Grand Canyon auf einem Drahtseil überquert. Er hätte zwar auch eine Brücke, ein Flugzeug oder, was weiß ich, eine Seilrutsche nehmen können, aber wenn man sonst keine Hobbies hat ...

2016 – 51,9% der Wähler in Großbritannien stimmen für den Austritt des Landes aus der EU. Weltweit patschen sich Leute die flachen Hände an die Stirn.