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prompd-Newsletter | 02.23

Nein, dieser Newsletter wurde nicht mit ChatGPT oder anderen Textgeneratoren produziert! Und dabei wird es auf absehbare Zeit auch bleiben – trotz des derzeit allumfassenden Hypes. Denn generative KI, wie sie ChatGPT oder auch DellE hinterlegt ist, lernt nur aus Vorhandenem, bleibt also auf dem Boden dessen, was sich schon lange etabliert hat. Wir aber wollen ja noch vorne blicken.

Dennoch: Mit dieser Form der KI müssen wir uns auseinandersetzen und lernen, die Chancen und Grenzen zu entdecken – gerade auch als Designer*in. Das heißt: Testen, verifizieren, prüfen. Mitunter macht es übrigens auch unendlichen Spaß, ChatGPT zum Halluzinieren zu bringen. Dazu mehr vielleicht schon im nächsten Newsletter.

Es grüßt fürs prompd-Team

Armin Scharf

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Materialien

POLYESTERFASERN AUS INDUSTRIELLEM CO2

Es ist nicht so, dass CO2-Emissionen einfach immer nur in der Atmosphäre landen müssen. Mit Kohlenstoffdioxid ließen sich durchaus sinnvollere und klimakompatiblere Dinge anstellen – zum Beispiel Monoethylenglycol produzieren. Diese kurz MEG genannte Verbindung dient wiederum als Vorprodukt für die Polyestersynthese (PET), der Basis für viele textile Fasern. Das EU-weite Forschungsprojekt „Threading CO2“ untersucht nun genau diesen Ansatz. 17 Verbundpartner gehen der Frage nach, wie sich das von der französischen Fairbrics SAS entwickelte Verfahren vom Pilotmaßstab auf industrielles Niveau hochskalieren lässt. Beteiligt ist auch das DITF in Denkendorf, das in seinen Labors aus MEG Polyester synthetisiert, zu Faser verspinnt und weiterverarbeitet. Dabei wird nicht nur der Vergleich zu konventionellem PET angestellt, auch die Recyclier- und Kreislauffähigkeit wird untersucht sowie die Möglichkeit, Anti-Plagiats-Features zu integrieren.

www.ditf.de (Opens in a new window)

Foto: DITF

Security

GESICHTSERKENNUNG IM AUTO

Keyless Go ist zwar bequem, schließt aber den Diebstahl des geliebten Autos bekanntlich nicht aus. Die Sicherheit erhöhen könnte die biometrische Verifizierung jener Person, die sich gerade anschickt, mit dem Fahrzeug davonzubrausen. Zusammen mit Trinamix hat Continental exakt so gedacht und das „Driver Identification Display“ konzipiert. Das unterscheidet sich optisch kaum von den bekannten Dashboard-Displays, verfügt aber noch über eine unsichtbar integrierte Kamera mit hinterlegter Gesichtserkennung. Ist die Person hinter dem Lenkrad nicht identifizierbar, wird es nichts mit der Spritztour. Ansonsten kann gefahren werden. Die Technologie soll sogar menschliche Haut erkennen und damit Täuschungs-Masken wirkungslos machen. Neben dem Diebstahlschutz soll das System das sichere Bezahlen direkt aus dem Fahrzeug heraus ermöglichen und die Aufmerksamkeit der Fahrenden überwachen. Weitere Sensoren sind dafür nicht notwendig.

www.continental.com (Opens in a new window)

Foto: Continental

3D-Technologie

VR-HANDSCHUH AUS DEM DRUCKER

Die EPFL, ETH Zürich und die Empa entwickeln im vierjährigen Projekt „Manufhaptics“ einen Handschuh, der VR-Anwendungen haptisch ergänzen kann. Dafür sollen drei verschiedene Aktuator-Typen sorgen, die die Finger, die Fingergelenke und den Handrücken stimulieren. Letztere basieren auf dielektrischen elastischen Komponenten – sie können beispielsweise Druck auf die Handoberfläche ausüben. Der Handschuh soll schließlich auf die Nutzer*innen angepasst per 3D-Drucker herstellbar sein.

www.empa.ch (Opens in a new window)

Abb: Herbert Shea, EPFL

Robotik

AUTONOME DROHNE FÜR DRINNEN

GPS-basierte Navigation funktioniert in Innenräumen bekanntlich nicht sonderlich gut. Daher hat man am Institut für Integrierte Produktion Hannover bereits 2020 begonnen, eine bessere Technologie zu entwickeln. Das Ergebnis, die „Autodrohne“, kann Innenräume selbstständig erkunden, ohne zuvor mit einer Umgebungskarte gefüttert zu werden. Die Positionsbestimmung nutzt eine Kombination aus kamerabasierter Bewegungserkennung und Beschleunigungssensorik, während ein LiDAR Hindernisse erkennt und so Kollissionen vermeidet. Gedacht ist die Technologie für Drohneneinsätze in industriellen Umgebungen. Entwicklungsbedarf besteht derzeit noch hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit einiger Sensoren, die anfällig für Störungen durch Maschinen oder Anlagen sind.

www.autodrohne.iph-hannover.de (Opens in a new window)

FOfo: Susann Reichert, IPH gGmbH

Medizin

DIGITAL HEALTH

Mit dem „Zentrum Health Technologies“ will das Karlsruher Institut für Technologie KIT die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen. Insbesondere soll es dabei um Lösungen für Medizinprodukte gehen, die besseren gesellschaftlichen Nutzen versprechen. Mehr als 153 KIT-Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen sind beteiligt. Letztlich gehe es, so das KIT, auch darum, Grundlagenforschung mit Anwendungen zu verbinden.

www.kit.edu (Opens in a new window)

Foto: Markus Breig, KIT

Termintipps

HUMANOIDE BOTS

Im Rahmen der Reihe „acatech am Dienstag“ stehen zwei interessante Online-Veranstaltungen am. Und zwar:

Humanoide Roboter für Raumfahrt, Industrie und Pflege
mit Prof. Dr. Alin Albu-Schäfer vom DLR-Institut für Robotik und Mechatronik

07.03.23 | 19:30-21:00

Anmeldung hier (Opens in a new window)

Generative KI und ChatGPT – müssen wir nicht mehr (selbst) denken?
Podiumsdiskussion am 14.3.23 | 19:30-21:00

Anmeldung hie (Opens in a new window)r

Buchtipp

FORMATIO NATURALIS

Bücher von Designer*innen, die mehr als die eigenen Projekte thematisieren, sind ausgesprochen selten. Umso erfreulicher ist das Buch von Sybs Bauer (Büro designkunst), das sich – wie der Titel vermuten lässt – mit naturgemachter Gestaltung beschäftigt. Also jenem großen und unergründlichen Themenbereich, der Menschen schon immer faszinierte – im Kleinen wie im Großen. Nur haben wir den Kontakt zu diesem Schatz an Inspiration, an ästhetischer Faszination, Komplexität und auch Einfachheit leider weitgehend verloren. Sybs Bauer will die natürlichen Strukturen, Systeme und Kontexte wieder ins kreative Bewusstsein rücken und die Hintergründe aufzeigen. Die Botschaft ist klar: Hinterfrage nicht alles, aber viel, bleibe neugierig und offen für das, was die Evolution erbrachte. Das Buch ist kein Fachbuch im klassischen Sinne, eher ein Lesebuch mit viel Text, vielen Gedanken, vielen Ansätzen, die nach Reflektion rufen und zu anderen Ideen führen können. Dafür aber muss in das Buch eintauchen – wer schnelle Rezepte sucht, wird stranden. Übrigens geht es auch um „Schönheit“ – und das allein ist schon ein Gewinn. Hier geht es zur Leseprobe. (Opens in a new window)

Formation Naturalis
Von Sybs Bauer, 227 Seiten, klimaneutral auf Recyclingpapier in Hamburg gedruckt (!)
2022, Keaedition, 49,95 Euro